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Samstag, 18. Mai 2013

Music was my first love...

... and it'll be my last. John Miles wusste schon, was er da schrieb. 
Schon als Baby hatte Musik eine große Wirkung auf mich - so kann man meine Tante auf einem Video dabei sehen, wie sie mir pausenlos etwas vorpfeift, weil ich nur so die Klappe gehalten habe. Heute ist das nicht anders. 
Für mich ist Musik ein Lebensgefühl, nicht nur das, womit man sich bei purer Langeweile berieseln lassen kann. Musik ist alles, zu jeder Zeit, überall. Ich brauche keinen Sonnenschein oder Alkohol für gute Laune - spielt mir den richtigen Song vor und ich werde ihn so gut und laut rausschmettern, wie ich nur kann und der Tag ist damit gerettet. Bereits wenige Töne oder Worte können mich zum Weinen bringen; dann, wenn ich es brauch und auch dann, wenn ich es nicht erwarte. Gänsehaut, die sich über den gesamten Körper zieht und einen in einen Extase-artigen Status versetzt. Instrumente und Melodie-Linien, die unter die Haut gehen. Fühlst du dich eingeengt oder wütend, dann dreh sie einfach laut auf, schrei, fühl deine Wut im dröhnenden Bass und den kratzigen Gitarren-Sounds. Headbangen, abspacken, Wut raus- und loslassen; ein Ventil für negative Emotionen, ohne jemanden dabei zu nahe zu treten.
Egal was ist, Musik fängt dich auf - sie wickelt dich in eine Decke ein, um dich warm zu halten. Mit ihr fällst du sanft auf weiche Wolken, sie verleiht dir Flügel und lässt dich zumindest für eine Zeit vergessen. Man wird schwerelos. Und auch wenn es vielleicht nur eine Illusion ist, so kann sie doch vieles besser und erträglicher machen. Es gibt Augenblicke, in denen nichts neben und außer der Musik existiert. Sie ergreift das Herz, setzt den Verstand zur Ruhe und umgibt einen mit einer zauberhaften Magie - solange Musik da ist, scheint alles möglich. Solange Musik da ist, fühle ich mich komplett. Egal was passiert, sie lässt mich nicht im Stich. Vielmehr gibt sie mir Wege, mich auszudrücken, ohne mich artikulieren zu müssen. Ich kann selbst etwas Kunst schaffen, welche Momente später wieder vergangen ist, aber einzigartig, nur für diesen Moment und nur für mich war. Ich kann im Moment zergehen und aufgehen. Die Töne, die allein durch meine Bewegungen entstehen; ich kann sie im Raum schweben lassen und Sekunden, nachdem sie gespielt wurden, wieder wie ein Schwamm in mich aufsagen - Emotionen freisetzen und erneut verinnerlichen. Die Intensität all dieser Töne in jeder meiner Poren spüren, mich seelisch entblößen und doch gar nichts sagen.
Und all das ist der Grund, warum John Miles mir aus der Seele spricht. Musik hab ich schon immer geliebt und werde sie auch immer lieben - wegen all dem, was sie in mir bewegt und auslöst, wie sie sich an mich schmiegt und mir in kalten Nächten Wärme gibt. Weil Musik alles ist.

Sonntag, 5. Mai 2013

The right thing to do

Schrecklich, wenn man sich an die eigenen Vorsätze irgendwie nur so halb hält. Von wegen Kopf aus, weniger nachdenken, improvisieren, jung sein, sich auszuprobieren. Denn mal ehrlich, das funktioniert in dieser Welt einfach nicht. Zumindest nicht für mich, dafür bin ich zu emotional. Sich selbst zu belügen funktioniert erstaunlich lange gut, aber irgendwann fliegt man damit auch auf die Schnauze und dann muss man sich doch mit all dem komplizierten Mist auseinander setzen, der sich so angesammelt hat. Da Timing für'n Allerwertesten ist, kommt es dann auch noch immer dann, wenn es besonders ungelegen ist. Begegnungen, auf die man nicht vorbereitet ist, Gespräche, die man nicht führen will, Blicke, die man nicht machen möchte. Mit dem Endresultat, dass eh alles nur weh tut. Und das in dreifacher Wirkung, damit man die Zeit, in der man erfolgreich verdrängt hat, quasi nachträglich noch erleben kann. 
Zum selbst belügen gehört dann auch zu glauben, dass man es schafft, einfach alles auszublenden und sich mal nicht verrückt zu machen. Über gewisse Zeitspannen hat's funktioniert, nur ertappe ich mich dann leider einen Tag später immer wieder zu denken: Verdammt. Irgendwas ist da falsch, du solltest was tun, du solltest vor allen Dingen das Richtige tun. Da gibt es nur leider mehrere Probleme: Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Wie stellt man das an? Und vor allen Dingen: Was ist überhaupt das Richtige? Gilt das dann für alle Beteiligten oder hat dann irgendjemand immer die Arschkarte und wo wäre diese dann am Besten aufgehoben? Irgendwie ist doch sowieso immer alles falsch, das man tut, auch wenn man die besten Absichten hatte. Und einfach mal alles laufen zu lassen und damit vielleicht das Falsche zu tun kann sich ebenso richtig anfühlen. 
Eine Gebrauchsanweisung für sowas wäre doch mal wirklich praktisch. Ab wann ist es unvermeidlich Gespräche zu führen, bei denen klar ist, dass danach irgendetwas anders sein wird und das wahrscheinlich nicht im guten Sinne? Und wann kann man das einfach sein und die Dinge laufen lassen, weil es sich von alleine erledigt? Dann könnte man zumindest auch den Kopf wieder ausschalten, wenn man die Gewissheit hat, dass die Dinge sich selbst abhaken. Denn solange da diese Stimme einem ins Ohr flüstert, dass rein gar nichts besser, sondern alles nur noch komplizierter wird, kann man auch nicht sich einfach wieder gehen lassen, entspannen, alles bis ins Tiefste genießen. Andererseits habe ich auch schon genug Menschen, bei denen ich dachte, sie würden immer das Richtige tun, dabei zugesehen, wie sie selbst Fehltritte begehen, die sicher nicht konsequenzlos waren und sie ignorieren es einfach. Allesamt. Allerdings kamen sie dabei bei einem Menschen wie mir aus, der sich dann nicht lautstark beschwert - ein wenig typenabhängig ist das ganze dann wohl doch. Aber man könnte es rein theoretisch ja selbst einmal ausprobieren, einfach alles zu ignorieren. Wenn da nur nicht immer die ewige Befürchtung wäre, dadurch später alles nur schlimmer zu machen. Ist das Richtige jetzt, die komplizierten Dinge kompliziert sein zu lassen, es zu ignorieren und die Zeit einfach mal machen lassen? Sich selbst nicht mit Dingen zu belasten, bei denen man eh keine vernünftige Lösung sieht, weil egal was man tut, es negative Konsequenzen haben wird? Oder endlich die Dinge in die Hand nehmen, dabei aber genau zu wissen, dass es irgendwas kaputt machen wird? Wie man's macht, macht man's verkehrt. Und dabei will man ja eigentlich nur das Richtige tun.