Dann einfach bei mir melden, scheinbar bin ich für die gesamte Welt für nicht viel mehr zu gebrauchen, außer zum Benutzen, solange bis das eigentlich Gewollte wieder da ist, und um mich dann wegzuschmeißen.Und dann fragen sich die Leute tatsächlich noch, woher solche Posts wie "Schulnote: Ungenügend" herkommen... und wegen sowas wollte ich meine Schutzwände nicht mehr runterlassen, weil es mit jedem Mal nur noch mehr weh tut und wenn man einmal glaubt, jemanden gefunden zu haben, dem es wirklich auch um dich geht... dann tut's nur einfach nachher nur noch schlimmer weh...
Samstag, 21. Dezember 2013
Dienstag, 22. Oktober 2013
Wünsch dir was - oder auch: Briefe an niemanden.
Jedes Jahr tickt früher oder später die Uhr kontinuierlich auf den eigenen Geburtstag und jedes Jahr ergibt sich die gleiche, leidliche Frage: Was wünscht du dir? Dabei habe ich mir noch nie viel daraus gemacht, mich selbst zu zelebrieren und beschenken zu lassen, warum auch? Ist ja immerhin keine Leistung, geboren zu werden oder soll ich mich etwa einfach nur freuen, noch nicht tot zu sein? Aber ändert ja eigentlich nichts an der Frage, was ich mir wünsche, unabhängig davon, ob es dazu nun einen Anlass gibt und ob es auf so herrlich oberflächlich-materielle Art und Weise gemeint ist oder doch tiefer gehend.
Es gibt Dinge, die ich mir wünsche und doch sind es keine, die man mir mit einer Schleife einpacken kann. Nein, es sind kitschige Wünsche, ohne eigenen Mehrwert und die höchstens das eigene Herz anstatt die Ausstattung oder das Portmonee bereichern. Ich wünsche mir, dich wieder mehr lachen zu sehen, ehrlich, nicht aufgesetzt und aus tiefstem Herzen. Wieder das Funkeln in deinen Augen finden zu können, das gerade ausgelöscht ist. Ich wünsche mir, dass du glücklich bist, mit Sonne im Herzen und einem tollen Song in den Ohren. Dass du lebst, liebst, lachst, deine Tage wieder unbeschwerter bestreiten kannst. Dass es auf dieser Welt doch noch irgendwo Gerechtigkeit gibt, denn du verdienst es, glücklich zu sein. Unbeschwert zu sein, mit der Welt zu deinen Füßen anstatt auf deinen Schultern. Dass Schmerz und Erschöpfung guter Laune weicht, Fröhlichkeit, Offenheit, Lockerheit. Die Liebe zum Leben wieder zu entdecken und vielleicht einen Menschen, der dir dabei hilft, wenn ich es schon nicht kann. Damit du glücklich bist. Weil du es verdient hast. Weil es niemand mehr verdient hätte, weil diese Welt nicht so furchtbar ungerecht sein kann, darf, und immer diejenigen bestraft, die man eigentlich mit Glück überhäufen sollte. Ich wünsche mir Gesundheit für dich und dass es mehr gute Zeiten als schlechte für dich in Zukunft gibt. Dass du die richtigen Menschen für dein Leben findest und auch behältst; dass du immer du selbst bleibst und dich von dieser beschissenen Welt nicht verändern lässt. Dass du weiter das Positive in der Welt bist, das sie dringend braucht und dass dich niemand mehr verletzt. Dass deine Wände bei irgendjemanden runter können und du nicht zusammen mit ihnen verhärtest und dass all deine schönen Seiten nicht im Meer von Bösem verloren gehen. Das ist es, was ich mir wünsche. Das Einzige, das ich mir wünsche. Denn was für einen Mehrwert hat das Leben, wenn guten Menschen nicht auch mal etwas Gutes widerfährt? Warum sollte man dann überhaupt noch die Motivation zusammen kratzen, um morgens aus dem Bett aufzustehen? Ich wünsche mir, dass du glücklich bist. Dauerhaft. Aus tiefster Seele das Leben genießt und dein Wesen wieder in all seinen schönen Facetten erstrahlt und einfach jeden um sich her einnehmen muss, weil es so schön ist, weil du schön bist. Werde glücklich, egal wie und mit wem und ob ich dabei überhaupt noch auf die Zuschauerränge gelassen werde. Werde glücklich, sei glücklich. Habe endlich das, was dir rechtmäßig zusteht. Das wünsche ich mir.
"I'm open, you're closed, where I follow you'll go. I worry I won't see your face light up again! Even the best fall down somtimes, even the wrong words seem to rhyme. Out of the doubt that fills my mind I somehow find: you and I collide."
Sonntag, 13. Oktober 2013
Mauern will gelernt sein.
Es ist so traurig festzustellen, wie gut man alles abblocken kann. Man muss eben nur oft genug verletzt werden und merken, wie gut jemand anderes auch alles von sich weist. Und es geht auch einfach gar nicht anders, denn ansonsten würden zufällige Begegnungen oder Gespräche, die sich doch entgegen aller Erwartungen entwickeln, einfach zu sehr weh tun. Die abweisende Art, der harsche Tonfall, Blicke, die alle frühere Vertrautheit irgendwie in Frage stellen. Die jegliche jemals existente Nähe wie eine Einbildung erscheinen lässt, einen schönen Traum, etwas, das jemand ausradiert hat und wo du nur noch die Druckstellen vom Bleistift irgendwo tief in deiner Seele findest. Aber wenigstens tut es nicht mehr weh, wenn so mit dir geredet und umgegangen wird, denn du hast auch gemauert. Gemauert was das Zeug hält, höher denn je - und auch, wenn du am Liebsten dir alles von der Seele reden würdest, wenn du diese Person siehst, so tust du es nicht. Nur zwei drei Infos einstreuen und die ganzen unwichtigen Dinge, die du ihm trotzdem erzählen willst, die lässt du bleiben. Wie etwa, dass noch immer Sand vom Strand in deinen Schuhen steckt, von dem Tag, an dem ihr dort zusammen laufen wart. Dass du gegen eine Tür gelaufen bist oder wie sehr du deinen Bruder vermisst hast und dich irgendwo in der Ecke, in der du gerade noch etwas empfinden kannst, freust, dass er wieder da ist. Wie der kommende Uni-Stundenplan aussieht oder dass du gerne mit ihm picknicken gehen würdest, einen Drachen steigen lassen. Dass du von neuen Tieren wieder mal zur Kraulexpertin gekürt wurdest; Dinge wie die täglichen Streits zuhause oder dein ständig leeres Gefühl, die willst du ja nicht mal anreißen. Oder wie sehr du diese Person vermisst und das, was da zwischen euch war. Ihm in die Augen gucken zu können ohne dort all die Distanz zu sehen, die plötzlich da ist. Er hat gemauert, du hast gemauert und plötzlich weißt du nicht mal mehr, ob du zu ihm hingehen und ihn umarmen kannst, was früher irgendwie schon selbstverständlich war. Aber du traust es dich nicht; weil deine Mauern wieder fallen und seine noch weiter wachsen könnten und im Endeffekt du nur noch mehr verletzt bist. Dabei hast du ja nicht einmal etwas, das man ihm vorwerfen könnte - wenn man diese Distanz will, dann ist das eben so. Nur du selbst gehst daran kaputt, weil man wie schon so oft davor einfach aus Leben anderer ausradiert, vergessen und ignoriert wird und man sich geschworen hat, dass einem das nie wieder in so einem Maße passiert. Und irgendwo hat man noch Recht behalten, denn diesmal ist es sogar noch viel schlimmer.
Aber deswegen mauerst du. Weil er gemauert hat. Und dann steht man sich gegenüber und lässt den verletzenden Tonfall an sich abprallen, ist selbst resigniert, hat aufgegeben und versucht einfach nur, all das nicht weiter an einen ran zu lassen. Aber es fühlt sich absurd, falsch an, denn wo mal so viel Nähe und Vertrauen war, ist so schnell wie es damals gekommen ist nun eine Barriere erschienen. Und die sollte nicht da sein, sollte wieder verschwinden, aber sie tut es nicht, sondern wird nur größer und größer und größer. Es ist so absurd, dass Leute, die sich doch eigentlich nahe standen, von 100 auf 0 in drei Sekunden zurück gehen, wo doch eigentlich zumindest zwischen den beiden nichts vorgefallen ist, das es rechtfertigen würde. Natürlich kann ich verstehen, dass man mal Abstand braucht, aber jemanden völlig aus seinem Leben zu eliminieren ist etwas Anderes und auch, dass man einfach jeden normalen Umgang weiter abblockt. Aber ich maure auch, immer weiter, immer höher, in der Hoffnung, dass zumindest so mich niemand mehr verletzen kann. Niemand mehr so nahe an mich rankommt, dass solch abweisendes Verhalten mir so weh tun kann. Damit der "Ungenügend"-Stempel mich nicht jedes Mal weiter runter drückt, wenn wieder jemand kommt, mich in den Menschen insgesamt absolut vernarrt macht und dann wieder geht. Ohne die kleinste Spur der Hoffnung zu hinterlassen oder einem einen Lichtblick zu geben, der einem sagt, dass er in dein Leben zurück kommt, darin enthalten sein will. Weil du lieber weiter emotional einfach nur abstumpfst, so traurig es ist, anstatt dich immer wieder so verletzen zu lassen, denn genau dieses Kommen und Gehen ist immer das, vor dem du am Meisten in deinem Leben Angst gehabt hast. So traurig es ist, aber so sind die Mauern, die bis in den Himmel reichen, wohl doch nur die einzige Möglichkeit, die dir noch übrig bleibt.
Samstag, 5. Oktober 2013
Wartesaal des Lebens.
Das Rätsel um die Puzzleteile wurde somit beim letzten Post gelöst. Allerdings ist mir seitdem sogar noch mehr aufgefallen - ich bin mir zum Beispiel nicht mehr so sicher, ob tatsächlich noch alle Teile gut verwahrt wo anders liegen und sie wieder zurückkommen könnten. Ich weiß, dass dort nicht absichtlich etwas mit ihnen angestellt wird und doch bleibt der Verdacht nicht aus, dass dennoch Dinge verloren gegangen sind, dass sie nicht mehr wiederkommen.
Ich habe mehr von mir abgelegt als ich es gern hätte. Ich erkenne mich ehrlich gesagt selbst nicht mehr wirklich. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur erwachsener geworden, der nicht vergehende Schmerz zwingt einen ja quasi dazu. Und doch vermisse ich alles, was mich eigentlich ausgemacht hat. Aber es ist weg. Nicht nur das Lachen und die Fröhlichkeit, nein, auch so vieles andere. Der Glaube an das Gute, an Liebe, an Menschen. An eine funktionierende Zukunft, Freundschaften. Ich halte es kaum noch unter Menschen aus, weil mich ihre Gesellschaft nicht mehr erheitert. Weil alles aus ihrem Mund trivial erscheint oder aber weil sie sich nur rund um die Uhr ankeifen und auch auf dich losgehen, sobald man doch einmal etwas sagt. Ich existiere nebenher, sage aus Anstand nicht ab, eben weil es sich so gehört und weil das eigenbrötlerische Einsiedlerleben mir eigentlich genauso wenig liegt. Aber ich lasse sie nicht mehr an mich heran. Niemanden, außer vielleicht denen, die mich grundlos anschreien, weil ich mich ihnen nicht verwehren kann. Doch andere Menschen? Nein. Weil es nur weh tun würde. Weil ich nicht weiß, ob ich meine letzten Puzzle-Stücke wiederbekommen werde. Stattdessen tue ich das, was ich wohl schon immer am allerbesten konnte: warten. Darauf, dass der Schmerz aufhört, dass ich mich wieder freuen kann, dass mein Puzzle wieder etwas vollständiger wird. Darauf, dass die Nacht kommt und mich von diesem sinnlosen Tag erlöst, nur um mich doch nicht schlafen zu lassen, weil ich mich in schöne Gedanken flüchte, die gut und gleichzeitig doch so schrecklich weh tun. Darauf warten, dass auch das nachlässt, dass der Schlaf mich wieder einholt, dass es einen Tag gibt, an dem keine Tränen fließen. An dem ich nicht mal mehr mit ihnen kämpfen muss. An dem ich mich auf Gesellschaft freue oder aber darüber, dass ich dieses Jahr ein Ticket bekommen habe, für das ich mir voriges Jahr noch ein Bein ausgerissen hätte. An dem ich nicht mehr so lange laufe, bis mir alles weh tut und ich das Gefühl habe, bald zusammen zu brechen, nur um etwas Anderes als all die Gleichgültigkeit und Traurigkeit zu fühlen. Um für ein paar Momente nicht resigniert zu sein. Aber vielleicht muss das ja so sein, würde zumindest erklären, warum Erwachsene oftmals so sind, wie sie sind und warum es eine Kunst ist, beim Älter-werden nicht unterzugehen. Ich habe Dinge in Müllsäcke gestopft, die ich jahrelang wie Augäpfel gehütet habe, weil sie schöne Erinnerungen beinhalten. Doch selbst diese sind nur noch wenig wert, wenn man bedenkt, wie lange sie her sind und dass auch diese Menschen Teile von mir mitgenommen haben und nicht mehr in mein Leben zurückgekehrt sind.
Tja, ich muss erwachsen werden. Akzeptieren, dass so vieles dein Leben verlässt und du an den wenigsten Sachen festhalten kannst. Dass dir außer warten einfach nichts anderes übrig bleibt. Darauf, dass dein Lachen wieder zurückkehrt, dass die Sicht des Anderen in der Ferne zu einem anderen Ergebnis führt als den Herzaussetzer, den du dann spürst, sondern auch das Lächeln, das du eigentlich auch auf deinen Gesichtszügen spürst, wieder offen zeigen kannst. Darauf warten, dass die Hoffnung vielleicht wieder zurückkehrt und dein Glaube an die Liebe, die Welt und das Gute. Darauf, dass ein paar Puzzleteile ihren Weg wieder zu dir finden, vielleicht zusammen mit einem verloren geglaubten Gesicht. Das Gesicht, das du in dieser beschissenen Zeit mehr vermisst als alles andere, das Lachen, die Witze, der Humor, die Nähe. Weil Träume und Erinnerungen daran nur ein schäbiger Ersatz sind. Weil er der einzig akzeptable Grund ist, warum einem alles andere nichtig erscheinen dürfte, weil du dich nur dort völlig verlieren kannst und so im Moment und glücklich bist, wie du es immer sein wolltest. Weil er alles ist, auf das du immer gewartet und nach dem du immer gesucht hast und sogar die Fehler liebenswert sind, wenn man denn mal welche findet. Aber ich kann nur warten - entweder, dass irgendwer oder -was mir gnädig ist und es irgendwann wiederkommt oder aber, dass der Schmerz nachlässt und die Gleichgültigkeit. Dass ich nicht so kalt und eisern werde, wie ich es befürchte. Dass ich mir mein gutes Herz bewahre, anstatt wegzusperren, aber es auch nicht zu weit und zu viel rausgebe.
"Wer hat in meinen Kopf geschaut und dich aus meinem Traum gebaut? Deine Haut ist kühl und weich, deine Augen sternengleich und sie schau'n mich spöttisch an, weil ich nicht Süßholz raspeln kann. Manchmal möcht ich dich verführ'n, dich nur mit meinem Blick berühr'n, weil du so zart bist. Und was ich am Liebsten spür bevor ich mich im Traum verlier ist wie du atmest. Ohne dich bin ich nicht viel, wie ein Besen ohne Stiel, wie ein Fenster ohne Glas, wie Mallorca ohne Bars, wie ein Vogel ohne Nest und darum halte ich dich fest. Ich fühle mich von dir beschützt, du bist so schön wie du hier sitzt und auf mich wartest. Du musst nicht deine Liebe schwör'n, ich würd nur gern für immer hör'n wie du atmest. Ich stell mir nie vor wie es wär, gäb's dich irgendwann nicht mehr, weil das zu hart ist. Doch sollte ich dich einst verlier'n, werd ich in meinen Träumen spür'n wie du atmest."
Mittwoch, 25. September 2013
Puzzle dich kaputt.
Wenn man lange genug darüber nachdenkt, was an einem selbst denn nun nicht stimmt, kommt man auch zu einem Ergebnis - so erging es zumindest mir und ich weiß nicht, ob ich darüber so glücklich sein soll. Aber wo fange ich denn jetzt nur an?
In Erinnerungen schwelgen ist ein schmaler Grat zwischen Selbstgeißelung, Melancholie und Herzerwärmen, weil man seine kleine Schatztruhe wieder aufgemacht hat. Während es mich letztens einerseits einfach nur todtraurig gemacht hat, weil so viel von den Erinnerungen eben einfach nur das ist - Erinnerung, nicht mehr existent - erging es mir in den letzten beiden Tagen nun anders, als ich alte Chatlogs durchgelesen habe. Ich habe gelesen und gelesen und erst mitten drin merkte ich, wie sehr mir die Mundwinkel vom Grinsen weh taten. Weil ich's nicht mehr gewohnt bin und gar nicht gemerkt habe, wie sehr es mich berührt und wieder zum alten Ich gemacht hat - und dann wieder ging, nachdem ich am nächsten Morgen wieder aufgewacht bin und am Abend wie immer zur selben Zeit am selben Ort saß und die zehn Minuten verstreichen ließ, in denen ich mich der Welt auf der Bank präsentiere.Und irgendwie ergab dort dann alles einen absolut vermurksten Sinn.
In Erinnerungen schwelgen ist ein schmaler Grat zwischen Selbstgeißelung, Melancholie und Herzerwärmen, weil man seine kleine Schatztruhe wieder aufgemacht hat. Während es mich letztens einerseits einfach nur todtraurig gemacht hat, weil so viel von den Erinnerungen eben einfach nur das ist - Erinnerung, nicht mehr existent - erging es mir in den letzten beiden Tagen nun anders, als ich alte Chatlogs durchgelesen habe. Ich habe gelesen und gelesen und erst mitten drin merkte ich, wie sehr mir die Mundwinkel vom Grinsen weh taten. Weil ich's nicht mehr gewohnt bin und gar nicht gemerkt habe, wie sehr es mich berührt und wieder zum alten Ich gemacht hat - und dann wieder ging, nachdem ich am nächsten Morgen wieder aufgewacht bin und am Abend wie immer zur selben Zeit am selben Ort saß und die zehn Minuten verstreichen ließ, in denen ich mich der Welt auf der Bank präsentiere.Und irgendwie ergab dort dann alles einen absolut vermurksten Sinn.
Mein größtes Problem ist wohl einfach meine Hingabe. Wenn mir etwas oder jemand was bedeutet, dann aus vollstem Herzen, aus den tiefsten Ecken meiner Seele und das mit so einer Intensität und Passion, das es wohl schon nicht mehr normal ist. Ich verliere mein Herz ganz an Menschen oder anderen Sachen; totale Hingabe ohne wenn und aber, ohne Einschränkungen, präsentiere mich auf dem Silbertablett und für alles zugänglich. Ich gebe mich quasi auf und in die Hand anderer, gebe ihnen einen Teil von mir. Und wenn sie gehen, dann nehmen sie ihn mit. So wurde mein Glaube an Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit genommen, als der damals mitunter wichtigste Mensch in meinem Leben sich als Lebenslügner herausstellte, der eine Farce par excellence abgezogen hat. Den Glauben an Vorbestimmtheit und daran, einen anderen Menschen besser zu kennen als sich selbst. Ich weiß nicht, ob es der erste Teil war, der genommen wurde, aber jedenfalls der erste, der groß genug war, um mir die Zerbrechlichkeit in jedem Sein, in jeder Beziehung und jedem Moment zu zeigen. Mit dem Verschwinden des Teils wurde auch ich zerbrechlich. Der Glaube daran, das dem, der Gutes tut und auch ist, Gutes widerfährt, hat sich aufgelöst. Und der Gegenpart in diesem Geflecht nahm auch etwas mit, einen weiteren Teil von mir. Hoffnung und die Gewissheit, dass Familie mehr als nur ein Wort oder das gleiche Blut in den Adern ist. Dass Worte darüber, wie wichtig man einander sei, nicht nur Worte sind. Beide nahmen sie ein Stück von mir mit und bei beiden erkenne ich mich und uns nun nicht mehr wieder, weil sie selbst dieses Stück weggeworfen haben und nicht mehr aufflammen kann, wenn wir uns wiedersehen. Weil mittlerweile nun noch genug andere Teile fehlen, denn mit jedem Abschied oder Ende habe ich auch etwas von mir verabschiedet.
Ich habe mich trotzdem wieder vollends hingegeben, Freundschaften etwa. Und in dem Moment, wo sich die andere Seite vollends abgewendet hat oder aber dich ersetzt, haben sie wieder ein Teilchen von mir mitgenommen, ein kleines Puzzle-Stück von mir. Zusammen mit dem Glauben, dass es Menschen gibt, die zu mir passen, auch über einen längeren Zeitraum, mit denen man alles teilen kann und die für einen da sind. Dass es diese Freundschaften aus Serien und Filmen auch in Realität gibt und dass nicht nur dir das alles wichtig ist, sondern auch den anderen. Dass sie deine Hingabe nicht übersehen, sondern schätzen. Nicht wieder einen Teil von dir einstecken werden und ihn mitnehmen, um ihn irgendwo verwesen zu lassen. Aber so war es nicht. Nur einer dieser Menschen hat diesen Teil behalten, irgendwo innen drin und bringt ihn auch wieder mit, wenn wir uns sehen. Und es tut so gut in der Seele, wenn man das spürt, auch wenn dieser Teil noch so weit weg sein mag. Aber es gibt noch mehr Puzzle-Teile von mir, die sich mit der Zeit weiter abgelöst haben. Mir fehlt noch immer das Gefühl, das ich beim Improvisieren oder in meiner Jazz-Combo allgemein hatte. Diese Losgelöstheit, Schwerelosigkeit und wie einfach sich alles von einem lösen konnte. Weil ich mich auch da völlig hingegeben habe, bei jedem Ton, jeder Melodielinie, jedem Solo, jedem Takt. Weil es das Gefühl war, das gespielt hat, nicht meine Finger. Und es hat dieses Puzzleteil so groß anwachsen lassen, dass es solange wie es bei mir war die anderen zumindest ersetzen konnte - bis ich es aufgeben musste. Bis ich es selbst im Musiksaal I liegen lassen musste, irgendwo zwischen dem Flügel und meinem persönlichen Barhocker. Für Viele mag es ausgesehen haben wie ein absolut nichtiges Teil, das das Gesamtbild des Puzzles nicht zerstört, doch ich weiß, wie relevant es war; es war der Eckpfeiler, das einfache Anfangsstück, das man immer zuordnen konnte und bei dem alles andere stehen und fallen konnte, es zumindest hatte immer seinen festen Punkt.
Und doch habe ich geglaubt, gelernt zu haben. Mir Teile nicht mehr so einfach klauen zu lassen und mich nicht mehr so vollends auf- und hinzugeben. Bis jemand kam, der über kurz oder lang verstanden hat, dass ich tief drinnen doch immer so ein Mensch sein werde und es sich zu Nutzen gemacht hat. Gewusst hat, dass ich beinahe alles tun würde, wenn es sein müsste, um solche Menschen, die ich zu meinen neuen Eckpfeilern im Puzzle mache, glücklich zu machen. Denn wenn ich schon gelernt habe, dass guten Menschen nicht automatisch Gutes widerfährt, sollte doch zumindest ich dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Und ohne dass ich es merkte, hat er willkürlich Teile von mir abgerissen und durch die Luft gewirbelt, als wäre es ein Spiel. Weil er wusste, dass bei mir irgendwann aus jedem Nein ein Ja wird und wenn nicht, dann sorgt er schon dafür. Weil er wusste, wie er mich immer und immer wieder zum Punkt der Selbstaufgabe bekam und mit jeder Ablehnung, die er sich irgendwie zu dem zusammen schusterte, das er wollte, nahm er einen Teil mehr von mir. Bis es zu viele waren und ich gemerkt habe, wie kaputt er mich gemacht hat. Wie wenig von meinem eigenen Motiv noch zu erkennen war und wie egal es ihm war; und ich habe sie mir zurückgeholt, bin wieder ein Stück in das zurückgewachsen, was ich sein sollte, bis jemand kam, bei dem ich glaubte, er würde mich nicht so mutwillig zerstören wollen; bei dem ich ehrlich bin, geradeheraus und damit das beschütze, was von mir noch da ist - doch was brachte es? Nichts. Stattdessen nahm er sich den Teil von mir, der noch an Ehrlichkeit glaubt, an Aufrichtigkeit und daran, dass man vor anderen Menschen zumindest so viel Respekt hat, dass man sie nicht sofort absichtlich benutzt. Der Glaube daran, dass es noch gute Menschen gibt, die einen nicht kaputt machen oder verletzen und zu einem gehören könnten und wenn nicht, dann zumindest nicht einen Teil von dir mitnehmen, weil sie selbst wissen, dass sie damit nichts anfangen können. Doch er hat ihn mitgenommen und irgendwo ins Feld geschmissen, damit ich mich kaputter denn je fühle. Unvollständig, ohne die Teile, die Stabilität bringen würden. Ein Puzzle ohne wirkliches Motiv, farblos und alles, was du denkst, was du machen kannst, ist eine Mauer drum herum bauen. Mauern was das Zeug hält, höher, stabiler, damit nur jemand dorthin kommt, der sich dessen würdig erweist. Auf eine gewisse Art und Weise bist du noch immer ehrlich, wenn auch verbitterter, realistischer oder auch pessimistischer, weil die guten Teile irgendwo anders verstreut liegen. Und ohne dass du es merkst, kommt jemand und baut all diese Mauern ab, hat irgendwo die Teile gefunden und wieder angefangen, dich zusammen zu puzzlen. Stück für Stück. Du kannst gar nicht anders, als dich auch hier wieder mit einer Intensität hinzugeben, wie du sie selbst noch nicht kanntest. Weil er anstatt dir nur Teile zu nehmen einfach nur gut tut. Weil er selbst die Teile, die irgendwo anders verloren sind, mit Eigenanfertigungen ersetzen kann und dir dann auch das Gefühl gibt, wieder ganz zu sein. Trotz der vielen Jahre, in denen alles erfolgreich irgendwo verloren gegangen ist. Wie könnte man sich so einem Menschen verwehren? Dich ihm nicht wieder vollends hingeben und ihm mit offenen Händen dein ganzes Sein entgegen strecken, in der Hoffnung, dass er einen Teil von dir gut aufbewahren würde. Und es hängt mit all den Stücken zusammen, die er dir wiedergegeben hat. Warum verwundert es dann noch, dass, wenn er geht, er all diese Teile mitnimmt und in dir diese Leere zurückbleibt, die alles auffrisst und den Rest mit noch mehr Sinnlosigkeit einhüllt?
Doch immerhin gibt es dabei auch eine gute Nachricht - er hat all die Stücke noch nicht weggeworfen. Ich spür sie noch in den seltenen Momenten, in denen man drei Sätze redet. Sie sind noch da, bringen mich beim Lesen der Chatlogs noch zum Grinsen anstatt zu unendlicher Traurigkeit - und vielleicht kommen sie wieder zurück, irgendwann. Denn die Distanz tut zwar weh, aber es ist noch anders wie mit all den anderen Stück-Wegwerfern; bei ihnen ist es Gewissheit, dass sie dein Puzzle, dich kaputt gemacht haben, irgendwo, wenn auch nur ein kleines Eckchen und du hast es zwar akzeptiert, aber nicht vergessen. Je nachdem wie viel sie von dir mitgenommen haben, tut es vielleicht sogar noch immer ein wenig weh, weil die Leute sich geändert haben, weil du dich durch das Gepuzzle verändert hast. Doch das hier ist noch anders. Ich weiß, dass ich mein Puzzle dort nicht beschützen muss. Ich weiß, dass es eigentlich in guten Händen ist, auch wenn diese momentan mit vielen anderen beschäftigt sind und dich dabei ausgrenzen - das ist, was weh tut. Was an die anderen Puzzle-Zerstörer erinnert. Aber noch weißt du, dass deine völlige Hingabe, selbst wenn sie umsonst war, zumindest nicht dazu geführt hat, dass all das in noch größere Stücke gerissen wird. Diesmal hoffentlich nicht.
Sonntag, 22. September 2013
Hoffnung ist hoffnungslos.
Jeden Tag sitze ich zur gleichen Uhrzeit am gleichen Ort. Den Blick aufs Wasser gerichtet, sehe, wie die Wipfel der Trauerweide fast das Nass berühren und es doch nicht tun, wie die Schwäne und Enten umher schwimmen und mich doch klagend anblicken, weil ich jeden Tag wieder komme und doch nie etwas Brot oder ähnliches mitbringe, um es ihnen zuzuwerfen. Weil mein Hund sie stattdessen beobachtet und sie den wohl nicht leiden können. Über so viele Jahre hinweg ist dies mein Lieblingsplatz gewesen, geworden und oftmals bin ich einfach nur dort vorbei gegangen, ohne viel mehr Zeit dort zu verbringen. Um die schlichte Schönheit des Ortes (wenn man davon absieht, dass das Wasser eher eine Brühe ist) in mir aufzunehmen und es auch dabei zu belassen. Doch das hat sich geändert. Zusammen mit ihm. Weil dadurch der Ort irgendwie eine neue Bedeutung gewonnen hat und aus ihm mehr macht, als nur einen Platz in meiner Heimat. Und jetzt sitzt du jeden Tag dort und erinnerst dich an Dinge und versuchst, Abstand von Zuhause zu gewinnen. Von dem ewigen Gefühl der Resignation und dem Gefühl, dass etwas bei dir fehlt. Etwas von dir selbst, das mitgenommen wurde, irgendwie, ohne, dass du's gemerkt hast. Die Fähigkeit, aus den kleinen Dingen Schönheit zu gewinnen, gute Laune aus ein paar Strahlen Sonnenschein zu ziehen, dich von Musik aufheitern zu lassen. Das ist weg. Und eigentlich war es noch immer egal, was der Grund für Traurigkeit bei mir war, zumindest das konnte ich noch. Vielleicht nicht im üblichen Ausmaß und dennoch, das Sonnenschein-Kind kam immer noch mal aus irgendeiner Ecke raus. Das ist nicht mehr da. Das gesamte Lebensgefühl besteht nur noch aus Resignation, Lebens-Müdigkeit, Gleichgültigkeit. Fröhlichkeit ist nur noch eine kleine Erscheinung, die so schnell wieder geht wie sie gekommen ist. Emotionale Abgestumpftheit, weil einen das Leben überholt und man sich selbst nicht dazu in der Lage sieht, aus den Sackgassen, in denen man steckt, wieder rauszukommen. Sich aus dem Bett herauszurollen wird zur Herausforderung, Worte zu schreiben zur Qual und jeder Tag kommt einem genauso eintönig vor wie alle anderen. Ob man selbst etwas daran ändern könnte? Vielleicht. Wenn man nicht selbst irgendwo jegliche Hoffnung aufgegeben hätte. Egal was für welche.
Hoffnung, dass eigene Ziele und Ideale in dieser Welt durchsetzbar sind. Hoffnung, dass das, an was man im Leben glaubt, auch tatsächlich existiert. Auch wenn es unrealer erscheint denn je. Denn wenn all das so weit weg erscheint und wie eine naive Kinderfantasie, dann bleibt einem nur die Hoffnung. Doch wenn man diese oft genug niederschmettert, dann geht auch sie irgendwann weg. Und so sitze ich an meinem Lieblingsplatz, innerlich resigniert, mit stumpfen Blick irgendwo auf's Wasser gerichtet, ohne Fokus. Mich nach dem Teil sehnend, der irgendwo verloren gegangen ist. Und irgendwie widerspricht sich doch alles. Denn ich sitze nur aus dem Grund jeden einzelnen Tag zur gleichen Uhrzeit an dem Ort, falls er mich sehen will. Damit, wenn er mich sucht, dort auch findet. Weil ich gefunden werden will, nur einmal im Leben. Weil es nicht nötig ist, dass man mich braucht, das muss nicht sein. Aber zumindest, dass man mich will, selbst wenn man mich nicht braucht. Weil ich wichtig bin. Wäre zumindest schön. Aber eigentlich habe ich keine Hoffnung, dort gefunden zu werden. Die habe ich aufgegeben und jedes Mal setze ich mich bereits schon resigniert auf die Bank, sicher, auch an diesem Tage nicht gesucht, nicht gefunden zu werden. Und komme mir selbst dabei armselig vor, weil ich mich für Niemanden auf dem Silbertablett präsentiere. Mich nicht an eigene Prinzipien und Androhungen halte, weil es mich wie die Motten ans Licht immer wieder dahin zieht. Ich würde mich wohl selbst auch schon nicht mehr ernst nehmen. Vielleicht sollte ich mich selbst mal ohrfeigen, damit ich wieder wach werde. Damit ich nicht ständig das Gefühl habe, dass das Atmen schwer fällt, dann laufen gehe und merke, dass es immer schlechter deswegen geht. Ich selbst bin nur eine einzige Farce, darauf hoffend, gefunden zu werden, wie ich am Weiher sitze, Tag für Tag. Also hoffe ich doch noch irgendetwas, irgendwie. Und andererseits weiß ich doch, dass es nicht eintreffen wird, denn ansonsten täte jeder Tag nur noch mehr weh. Denn weder er noch der Teil von mir, der irgendwo unterwegs verloren gegangen ist, sucht mich, wird mich daher auch nicht finden. Und irgendwie erscheint einem alles so herrlich sinnlos. Selbst die Worte hier. Eigentlich alles, egal wer etwas sagt, was man liest, was man tut oder eben auch nicht. Es ist eben einfach alles sinnlos. Doch trotzdem versuche ich mir in den Arsch zu treten, mich hier selbst mit Worten zu beschallen, dass es irgendwann wieder besser geht, besser wird. Dabei weiß ich nur zu gut, was für ein kaputter Mensch ich bin. Fernab von den Leuten, die mich nicht suchen oder finden wollen; es lässt sich eben nur einfach besser ignorieren, solange man den guten Part von sich selbst noch hat. Das Einzige, das man eigentlich immer an sich mochte, diese Fähigkeit der guten Laune, des positiven Hoffens, aus dem Kleinen etwas Schönes gewinnen zu können. Doch mit all dem vergebenen Hoffen auf so vielen Gebieten, für viele Menschen und ein klein wenig für sich selbst; weil man sich die Welt nicht auf ewig schönreden kann, wenn sie einem immer das Gegenteil von dem beweist, an das man als Einziges im Leben wirklich feste glaubt. Glauben möchte. An dem man immer wieder Halt gesucht hat und jetzt auch über einen zusammen bricht. Weil einfach alles wegbricht, egal wo, egal wie und das, was vielleicht noch da ist, so furchtbar sinnlos erscheint. Und doch, um nicht auf so etwas Negativem zu enden noch ein Zitat aus einer Serie, das irgendwie doch positiv ist - auch wenn auch das mir als leere Worte erscheint.
Hoffnung, dass eigene Ziele und Ideale in dieser Welt durchsetzbar sind. Hoffnung, dass das, an was man im Leben glaubt, auch tatsächlich existiert. Auch wenn es unrealer erscheint denn je. Denn wenn all das so weit weg erscheint und wie eine naive Kinderfantasie, dann bleibt einem nur die Hoffnung. Doch wenn man diese oft genug niederschmettert, dann geht auch sie irgendwann weg. Und so sitze ich an meinem Lieblingsplatz, innerlich resigniert, mit stumpfen Blick irgendwo auf's Wasser gerichtet, ohne Fokus. Mich nach dem Teil sehnend, der irgendwo verloren gegangen ist. Und irgendwie widerspricht sich doch alles. Denn ich sitze nur aus dem Grund jeden einzelnen Tag zur gleichen Uhrzeit an dem Ort, falls er mich sehen will. Damit, wenn er mich sucht, dort auch findet. Weil ich gefunden werden will, nur einmal im Leben. Weil es nicht nötig ist, dass man mich braucht, das muss nicht sein. Aber zumindest, dass man mich will, selbst wenn man mich nicht braucht. Weil ich wichtig bin. Wäre zumindest schön. Aber eigentlich habe ich keine Hoffnung, dort gefunden zu werden. Die habe ich aufgegeben und jedes Mal setze ich mich bereits schon resigniert auf die Bank, sicher, auch an diesem Tage nicht gesucht, nicht gefunden zu werden. Und komme mir selbst dabei armselig vor, weil ich mich für Niemanden auf dem Silbertablett präsentiere. Mich nicht an eigene Prinzipien und Androhungen halte, weil es mich wie die Motten ans Licht immer wieder dahin zieht. Ich würde mich wohl selbst auch schon nicht mehr ernst nehmen. Vielleicht sollte ich mich selbst mal ohrfeigen, damit ich wieder wach werde. Damit ich nicht ständig das Gefühl habe, dass das Atmen schwer fällt, dann laufen gehe und merke, dass es immer schlechter deswegen geht. Ich selbst bin nur eine einzige Farce, darauf hoffend, gefunden zu werden, wie ich am Weiher sitze, Tag für Tag. Also hoffe ich doch noch irgendetwas, irgendwie. Und andererseits weiß ich doch, dass es nicht eintreffen wird, denn ansonsten täte jeder Tag nur noch mehr weh. Denn weder er noch der Teil von mir, der irgendwo unterwegs verloren gegangen ist, sucht mich, wird mich daher auch nicht finden. Und irgendwie erscheint einem alles so herrlich sinnlos. Selbst die Worte hier. Eigentlich alles, egal wer etwas sagt, was man liest, was man tut oder eben auch nicht. Es ist eben einfach alles sinnlos. Doch trotzdem versuche ich mir in den Arsch zu treten, mich hier selbst mit Worten zu beschallen, dass es irgendwann wieder besser geht, besser wird. Dabei weiß ich nur zu gut, was für ein kaputter Mensch ich bin. Fernab von den Leuten, die mich nicht suchen oder finden wollen; es lässt sich eben nur einfach besser ignorieren, solange man den guten Part von sich selbst noch hat. Das Einzige, das man eigentlich immer an sich mochte, diese Fähigkeit der guten Laune, des positiven Hoffens, aus dem Kleinen etwas Schönes gewinnen zu können. Doch mit all dem vergebenen Hoffen auf so vielen Gebieten, für viele Menschen und ein klein wenig für sich selbst; weil man sich die Welt nicht auf ewig schönreden kann, wenn sie einem immer das Gegenteil von dem beweist, an das man als Einziges im Leben wirklich feste glaubt. Glauben möchte. An dem man immer wieder Halt gesucht hat und jetzt auch über einen zusammen bricht. Weil einfach alles wegbricht, egal wo, egal wie und das, was vielleicht noch da ist, so furchtbar sinnlos erscheint. Und doch, um nicht auf so etwas Negativem zu enden noch ein Zitat aus einer Serie, das irgendwie doch positiv ist - auch wenn auch das mir als leere Worte erscheint.
"That's how you stay alive. When it hurts so much you can't breathe, that's how you survive. By remembering that one day, somehow, impossibly, you won't feel this way. It won't hurt this much." - Grey's Anatomy.
Donnerstag, 12. September 2013
Du fehlst.
Für viele ist es einfach nur ein abgedroschener Satz, dieses "Ich vermisse dich". Einer, der über die Zeit an Wert verliert, weil man Menschen einfach aus seinem Leben ausradiert als wenn sie nie Relevanz besessen hätten. Weil man ihnen nicht so gefehlt hat wie sie einem selbst fehlen und man selbst merkt noch nach Jahren das Loch, das zwar kleiner geworden, aber noch immer da ist, weil sie einem wichtig waren und es einem weh tut, wenn man zum Geburtstag nur noch eine E-Card zu schicken braucht, weil man selbst bereits seit Jahren auf eine Rückmeldung wartet, wo man doch angeblich so viel bedeutete in deren Leben. Weil man sich bei der Nächsten selbst dann nicht mehr zu melden braucht, da es keinerlei Bedeutung mehr für sie hat und man selbst lange genug versucht hat, nicht jeglichen Kontakt einbrechen zu lassen.
Und gerade deswegen gibt es Menschen wie mich, denen solche Worte viel wert sind. Die sie nicht einfach so dahin sagen, sondern nur, weil es wirklich so ist und es wichtig findet, den Menschen, die einem so viel bedeuten, das auch zu sagen. Und es stößt auf taube Ohren, Desinteresse, was auch immer. Trotzdem muss es raus, weil einen sonst das Vermissen-Gefühl vielleicht auffrisst. Weil es wieder einen Menschen gibt, der so viel Ähnlichkeit zu den anderen zweien besitzt, die schon gegangen sind, dass man es schon fast kommen sieht, wie sich hier alles wiederholt. Und alles was bleibt, sind die Dinge, die man nur zu gerne sagen würde:
Du fehlst mir. Ich vermisse dein Lachen, die dabei entstehenden Grübchen und das Leuchten in deinen Augen. Ich vermisse deine Stimme, egal ob live oder nur durch's Telefon, ob laut oder bei einem tiefen, leisen Brummen. Ich vermisse es, dir durch die Haare zu wuscheln oder an der Glückssträhne herum zu spielen, dir spielerisch in die Seite zu schubsen oder ungläubig im TV 'My big fat Gipsy Wedding' zu gucken, um irgendwelche Bilder von LED-Schmetterlingskleidern nie wieder loszuwerden. Ich vermisse es, mit dir unsinnige Bilder zu schießen, stundenlang miteinander zu schreiben oder überhaupt mal wieder zu schreiben. Füreinander Zeit zu haben, egal wie kurz, egal wann, weil man den anderen trotz eines vollen Tages noch in den Tag mit reinstopfen möchte. Dieses unterdrückte Schmunzeln, wenn du etwas lustig findest und genau weißt, dass ich's nicht tue und trotzdem lachen willst. Mir fehlt dieses liebenswürdige "Gar nüscht", sinnlose Songtext-Einwürfe von 'Ich bin dagegen - ich bin dafür' bis hin zum ' 'n kleinen Nazi hat sie' und gemeinsame Spaziergänge. Sich zusammen auf Schaukeln oder in Schaukeltiere pflanzen, einfach irgendwo hinsetzen oder -legen. Umarmungen, die die Welt irgendwie besser machen, weil man weiß, dass jemand Besonderes gerade da und bei einem ist. Telefonate, die zu schnell vergehen und die man trotzdem führen muss, weil man den Anderen gerne hören würde und man sich genug zu sagen hat, obwohl doch gar nichts los ist. Das Bedürfnis, sich so viele Kleinigkeiten mitzuteilen, obwohl sie keine Relevanz besitzen. Gegenseitiges Mobben, Sündenbock sein und sich beim Inlinern ausgerechnet vor dir auf die Schnauze zu legen, untermalt mit diesem besonderen Lachen in deinem Gesicht, wenn ich mal wieder was unglaublich Dummes oder Verpeiltes gesagt und/oder getan habe. Mit dir die Zeit zu vergessen, sogar völlig zu verlieren und nicht glauben zu können, wie einfach es ist, mit dir gegen irgendwelche Zeitgesetze zu verstoßen, weil das doch gar nicht sein kann, dass wieder so viele Minuten verschwunden sind. Jeden Tag voneinander zu hören und das nicht nur einmal und sich zu sehen so oft es denn ging. Gleichzeitig Serien oder gar Filme zu schauen und vor dem eigenen Bildschirm trotzdem nicht allein sein. Ein Vertrauen und eine Vertrautheit, die einfach aus dem Nichts gekommen sind und das Gefühl, mit dir über alles reden zu können, dir auch alles sagen zu wollen und keine Geheimnisse zu haben. Es fehlt eine gesamte Freundschaft, dein Gesicht, dein Lachen. All das. Die Art und Weise, wie deine Haare hochstehen, wenn ich mit den Händen drin war oder wie du langsamer wirst, wenn ich das während des Gehens mache. Wie ich langsamer werde, wenn du sowas machst. Deine Zauberhände. Deine wunderschönen blauen Augen, obwohl ich diese Farbe nicht mal mag, versteckt hinter einer Brille, die mich immer wieder wahnsinnig macht, genauso wie du gerne meine Sonnenbrillen vernichten würdest. Einfach quasi jedes Spiel gegen dich zu verlieren und doch noch immer mit dir spielen zu wollen, weil mit dir auch Verlieren Spaß macht. Wie es eigentlich egal ist, was wir machen und was passiert, weil es immer schön ist. Weil es selbst nachts regnen kann und uns nicht davon abhält, auf den Spielplatz zu gehen. Hypothetische Hunde zu haben, für die man Namen sucht und findet. Wie einfach du mich zum Lachen bringen kannst, auch wenn mir gar nicht danach ist und wie ein Lächeln von dir schon reicht, um meine Welt zu erhellen. Weil ich dir einfach nicht lange böse sein kann, wenn überhaupt, weil du einfach so ein toller Mensch bist und ein Blick von dir ausreicht, um mich wieder weich zu kriegen. Was würde ich für diese Freundschaft geben, wenn sie wieder so wäre oder zumindest nur ein Funken davon, denn dann wäre das andere Vermissen nicht so schwer. Das Vermissen von deiner Hand in meiner. Mich an dich kuscheln zu können und dabei dein Herz schlagen zu hören. In deinen Augen versinken können, weil sie so schön sind, auch wenn du sie lieber versteckst. Dieses leise Kribbeln in meinem Körper, wenn du mich mit diesem einen Blick ansiehst und mich kurz darauf küsst. Jede Berührung von dir so deutlich wahrnehmen als wenn ich auf jede einzelne Jahrzehnte gewartet hätte. Einfach nur die Möglichkeit, mich an deinen schönen Brustkorb lehnen zu können und dabei das Gefühl zu haben, Zuhause zu sein. In diesem Moment genau zu wissen am richtigen Ort zu sein. Dich bei keinem einzigen Abschied jemals gehen lassen zu wollen, weil bei dir alles schöner ist, weil du alles schöner machst. Weil du schön bist. Innerlich, äußerlich, mit ganzer Seele und vollem Herzen.
Du fehlst mir. Ich vermisse dein Lachen, die dabei entstehenden Grübchen und das Leuchten in deinen Augen. Ich vermisse deine Stimme, egal ob live oder nur durch's Telefon, ob laut oder bei einem tiefen, leisen Brummen. Ich vermisse es, dir durch die Haare zu wuscheln oder an der Glückssträhne herum zu spielen, dir spielerisch in die Seite zu schubsen oder ungläubig im TV 'My big fat Gipsy Wedding' zu gucken, um irgendwelche Bilder von LED-Schmetterlingskleidern nie wieder loszuwerden. Ich vermisse es, mit dir unsinnige Bilder zu schießen, stundenlang miteinander zu schreiben oder überhaupt mal wieder zu schreiben. Füreinander Zeit zu haben, egal wie kurz, egal wann, weil man den anderen trotz eines vollen Tages noch in den Tag mit reinstopfen möchte. Dieses unterdrückte Schmunzeln, wenn du etwas lustig findest und genau weißt, dass ich's nicht tue und trotzdem lachen willst. Mir fehlt dieses liebenswürdige "Gar nüscht", sinnlose Songtext-Einwürfe von 'Ich bin dagegen - ich bin dafür' bis hin zum ' 'n kleinen Nazi hat sie' und gemeinsame Spaziergänge. Sich zusammen auf Schaukeln oder in Schaukeltiere pflanzen, einfach irgendwo hinsetzen oder -legen. Umarmungen, die die Welt irgendwie besser machen, weil man weiß, dass jemand Besonderes gerade da und bei einem ist. Telefonate, die zu schnell vergehen und die man trotzdem führen muss, weil man den Anderen gerne hören würde und man sich genug zu sagen hat, obwohl doch gar nichts los ist. Das Bedürfnis, sich so viele Kleinigkeiten mitzuteilen, obwohl sie keine Relevanz besitzen. Gegenseitiges Mobben, Sündenbock sein und sich beim Inlinern ausgerechnet vor dir auf die Schnauze zu legen, untermalt mit diesem besonderen Lachen in deinem Gesicht, wenn ich mal wieder was unglaublich Dummes oder Verpeiltes gesagt und/oder getan habe. Mit dir die Zeit zu vergessen, sogar völlig zu verlieren und nicht glauben zu können, wie einfach es ist, mit dir gegen irgendwelche Zeitgesetze zu verstoßen, weil das doch gar nicht sein kann, dass wieder so viele Minuten verschwunden sind. Jeden Tag voneinander zu hören und das nicht nur einmal und sich zu sehen so oft es denn ging. Gleichzeitig Serien oder gar Filme zu schauen und vor dem eigenen Bildschirm trotzdem nicht allein sein. Ein Vertrauen und eine Vertrautheit, die einfach aus dem Nichts gekommen sind und das Gefühl, mit dir über alles reden zu können, dir auch alles sagen zu wollen und keine Geheimnisse zu haben. Es fehlt eine gesamte Freundschaft, dein Gesicht, dein Lachen. All das. Die Art und Weise, wie deine Haare hochstehen, wenn ich mit den Händen drin war oder wie du langsamer wirst, wenn ich das während des Gehens mache. Wie ich langsamer werde, wenn du sowas machst. Deine Zauberhände. Deine wunderschönen blauen Augen, obwohl ich diese Farbe nicht mal mag, versteckt hinter einer Brille, die mich immer wieder wahnsinnig macht, genauso wie du gerne meine Sonnenbrillen vernichten würdest. Einfach quasi jedes Spiel gegen dich zu verlieren und doch noch immer mit dir spielen zu wollen, weil mit dir auch Verlieren Spaß macht. Wie es eigentlich egal ist, was wir machen und was passiert, weil es immer schön ist. Weil es selbst nachts regnen kann und uns nicht davon abhält, auf den Spielplatz zu gehen. Hypothetische Hunde zu haben, für die man Namen sucht und findet. Wie einfach du mich zum Lachen bringen kannst, auch wenn mir gar nicht danach ist und wie ein Lächeln von dir schon reicht, um meine Welt zu erhellen. Weil ich dir einfach nicht lange böse sein kann, wenn überhaupt, weil du einfach so ein toller Mensch bist und ein Blick von dir ausreicht, um mich wieder weich zu kriegen. Was würde ich für diese Freundschaft geben, wenn sie wieder so wäre oder zumindest nur ein Funken davon, denn dann wäre das andere Vermissen nicht so schwer. Das Vermissen von deiner Hand in meiner. Mich an dich kuscheln zu können und dabei dein Herz schlagen zu hören. In deinen Augen versinken können, weil sie so schön sind, auch wenn du sie lieber versteckst. Dieses leise Kribbeln in meinem Körper, wenn du mich mit diesem einen Blick ansiehst und mich kurz darauf küsst. Jede Berührung von dir so deutlich wahrnehmen als wenn ich auf jede einzelne Jahrzehnte gewartet hätte. Einfach nur die Möglichkeit, mich an deinen schönen Brustkorb lehnen zu können und dabei das Gefühl zu haben, Zuhause zu sein. In diesem Moment genau zu wissen am richtigen Ort zu sein. Dich bei keinem einzigen Abschied jemals gehen lassen zu wollen, weil bei dir alles schöner ist, weil du alles schöner machst. Weil du schön bist. Innerlich, äußerlich, mit ganzer Seele und vollem Herzen.
Und wie ich auf all das letztere verzichten würde und auch könnte, wenn du es wolltest; wenn dafür wenigstens etwas von all dem anderen zurück kehrt, weil ich gern deine Sonne in deinem Leben wäre wie du es für mich bist. Weil ich dieses bezaubernde Lächeln wieder auf dein Gesicht zurückholen will, dich umarmen möchte um dir genau das gleiche 'Die Welt wird irgendwie besser'-Gefühl zu geben. Vielleicht würde ich auch einfach alles eintauschen, wenn es dir dann besser gehen würde. Wenn dadurch die Augenringe verschwinden würden, die Müdigkeit in deinem ganzen Sein und die Erschöpfung auf deinen Schultern. Mir ein paar Lasten aufhalsen, wenn du sie dafür nicht mehr hättest, wieder ein Vermissen-Loch aufschlagen und darauf warten, dass es mit den Jahren kleiner wird, ohne sich jemals zu schließen, wenn du dafür wie all die anderen ein zufriedenes Leben ohne mich hast. Also ja, ich vermisse dich und nein, es ist nichts, was ich dir abgedroschen vor die Füße werfen würde, nur um es mal gesagt zu haben. Es fehlt alles an dir, um dich herum, das was dich ausmacht. Einfach du. Du fehlst.
Sonntag, 8. September 2013
Wenn Schweigen weh tut.
Es gibt nur wenige Menschen, mit denen Schweigen angenehm sein kann. Wenn ich ehrlich bin, habe ich davon erst drei kennen gelernt, zwei davon waren nur Kurzauftritte und die Befürchtung, dass für den Dritten auch bald der Vorhang fällt, wird immer größer. Dabei ist es so eine schöne Sache, nicht miteinander reden zu müssen, um sich zu verstehen, weil man sich sonst einfach auch viel zu sagen hat und dann auch ruhig mal Pause sein darf. Weil es reicht, sich in die Augen zu sehen oder sich kurz zuzulächeln, alles um sich herum zu genießen und vor allen Dingen die Gesellschaft dieser Person. Ich finde es schwer, jemanden zu finden, bei dem das nicht unangenehm ist. Wo man nicht das Bedürfnis hat, Stille mit irgendeinem Small Talk-Quatsch zu überbrücken oder seltsame Gespräche zu führen, die einfach an den Haaren herbei gezogen sind. Man kann einfach bei sich und beieinander sein und das ist ein wunderbares Gefühl.
Aber Schweigen kann mit genau einer solchen Person auch absolut schlimm sein. Wenn man so viel zu sagen hat, aber nicht dazu kommt. Wenn man wichtige Fragen stellt, die nicht beantwortet werden oder Themen anspricht, die einem auf der Seele lastet und nur mit noch mehr Schweigen belohnt wird.Weil das Herz einfach irgendwann überläuft und Dinge raus müssen und einst hatte man sich geschworen, nie wieder sich so verletzlich zu machen, wenn man nicht weiß, wie wichtig man dem anderen Menschen überhaupt ist und weil man schon einmal sich so furchtbar geöffnet hat, um letztendlich nur dumm angeblinzelt und im Anschluss ignoriert zu werden. Und dann ist es wieder übergelaufen, bei einem anderen Menschen und zumindest dachte man dort, auf offene Ohren zu stoßen. Irgendeine Reaktion zu bekommen, die, die nicht nur aus Schweigen besteht, sondern zumindest um ehrliche Gedanken - und wenn es nur ein 'Ich bin gerade überfordert, bitte lass mir was Zeit, aber ich werd was dazu sagen' ist. Okay, ich geb zu, ich weiß selbst nicht, ob das alles so richtig ist, was da raus kam, aber es musste raus; und eigentlich hätte es vielleicht sogar mal aus der Reserve locken sollen, doch die Antwort ist noch mehr Distanz und der mitschwingende Subtext, dass du wieder deine Worte vergeudet hast, weil sie nicht gehört und erst recht nicht beantwortet werden wollen. Und dieses Schweigen straft mehr als alles andere: Wut, Enttäuschung, Traurigkeit; weil man nicht weiß, was es bedeutet, ob es nicht reine Gleichgültigkeit ist oder nur einfaches Zeit nehmen. Insgeheim macht man sich dann auch noch selbst Vorwürfe, nicht einfach wie sonst immer den Mund gehalten zu haben, weil es alles nur schlimmer macht, weil nun noch mehr Distanz da ist als eh schon, weil man vielleicht das letzte Verbindungsstück somit kaputt geschlagen hat. Weil die Gefühle nicht einfach weggehen, weil dieser Jemand immer noch der erste und letzte Gedanke an jedem Tag ist und die Vorstellung, zusammen mit diesem Jemand einschlafen und aufwachen zu können in den ziemlich schlaflosen Nächten doch noch immer das Mittel ist, das funktioniert, um zufrieden einzuschlafen, auch wenn die Realität immer ferner davon abrückt. Weil man den Mund nicht gehalten hat. Weil man mit Schweigen belohnt wurde, das eigentlich schon so viel und doch so wenig sagt. Weil man nicht miteinander reden kann, warum auch immer.
"Come on write me a song, give me something to trust. Just promise you won't let it be just the keys that you touch. Give me something to believe in, a breath from the breathing. So write it down, I don't think that I'll close my eyes 'cause lately I'm not dreaming so what's the point in sleeping? It's just that at night I've got nowhere to hide, so write me a lullaby."
Mittwoch, 4. September 2013
Die Mauer muss fallen.
In dieser großen, verkorksten Welt findet man nur noch selten Leute, die einigermaßen vernünftige Ideale besitzen. Ich hab mich immer zu eben jenen gezählt mit meiner naiven Weltsicht und dem Funken Hoffnung, den man versucht nicht aufzugeben. Ja, vielleicht hab ich früher zu viele Märchen gelesen, zu viel Disney gesehen und trotzdem gibt es ein paar Dinge, an die ich auf Teufel komm raus glauben möchte, denn wenn es sie nicht gibt, dann lohnt es sich nicht mehr in dieser Welt zu leben, sich den alltäglichen Kämpfen auszusetzen; dann kann man auch direkt resigniert und gleichgültig weiter machen. Für mich ist es der Glaube an ein Happy End, daran, jemanden zu finden, der zu einem gehört und zu dem du gehörst, damit man nicht mehr zwei Einzelne ist, sondern ein Gesamtes. Endlich komplett. Der Glaube daran, dass es Emotionen gibt, die Berge versetzen können, das Leben lebenswerter machen, zusammen alles möglich ist und dass es sich zu kämpfen lohnt. Weil es Gefühle gibt, die am Ende immer siegen. Aber ich bin müde vom Kämpfen, weil es bisher immer ein Kampf gegen Windmühlen war. Weil mein Glaube daran mich nicht hat aufhören lassen, als alle anderen mir schon mehrfach zubrüllten, dass ich's lassen soll. Weil ein Kampf um etwas keinen Sinn ergibt, wenn die andere Seite nur still steht oder gar weggeht. Dann verletzt man im Endeffekt höchstens sich selbst. Weil man jedes Mal gleich-blöd ist und jedes Mal glaubt, daraus gelernt zu haben, sich immer etwas mehr abschirmt und letztlich zu dem einen Punkt kommt, an dem für einen langsam alles ideal erscheint und der Andere sich wieder verkrümelt. Weil man so sehr an das Gute und die Kraft der Emotionen glaubt, dass man diesen einen Menschen langsam aber sicher zum Zentrum seiner Welt gemacht hat, weil alles Positive von ihm ausging. Weil du dort du sein konntest und dich dabei sogar gut fühltest und du das Gefühl hattest, vielleicht ein Stückchen kompletter zu sein; weil der andere Mensch so bezaubernd ist, dass du kein Haar an ihm ändern würdest und du automatisch lächeln musst, wenn er da ist. Weil du dir nichts Schöneres vorstellen kannst, als wenn du morgens neben ihm aufwachst und als erstes in diese schönen Augen blicken kannst und dich Zuhause fühlst.
Und während du dich in dieses Gefühl und diese Vorstellung verrennst, passiert auf der anderen Seite etwas ganz anderes: Dieser Mensch zieht sich zurück und erbaut Mauern, die so hoch sind, dass du nur dagegen anrennst. Die mit jedem Tag höher werden, so dass du glaubst, gar nicht mehr auf die andere Seite zu kommen, an den anderen Menschen ran, obwohl du doch eigentlich nichts anderes willst. Weil du wieder alleine gegen Windmühlen kämpfst und entweder dein Glaube an die Macht der Gefühle doch nur ein Witz ist, den du einfach nicht wahrhaben willst oder aber sie nicht ausreichen. Du nicht ausreichst und trotzdem nicht schlau wirst, sondern täglich versuchst, die Mauern mit deinem Kopf einzurennen und dich dann wunderst, dass es nichts bringt, aber weh tut. Aber wenn du nicht kämpfst, dann würde es keiner tun und auch, wenn das vielleicht erwachsener und vernünftiger wäre, willst du es nicht zulassen, dass dieser eine Mensch hinter diesen Mauern bleibt und dir letztlich nichts anderes bleibt als abzuziehen. Kann man das einfach zulassen? Wieder einen Menschen, der dir so unglaublich viel bedeutet, einfach wieder aus deinem Leben verschwinden zu lassen? Und andererseits bist du es auch leid, den Menschen hinterher zu laufen, weil es bisher noch nie etwas brachte. Weil man es gar nicht müsste, wenn man genügen würde, wenn man ihnen so viel bedeuten würde wie du ihnen. Wann ist die Zeit, aufzugeben? Einzusehen, dass dein Glaube an all das eben doch das ist, wie es von den meisten behandelt wird: Kinderfantasien, Stoff, aus denen Geschichten gemacht werden, aber nicht real sind. Etwas, das nur bei Disney, Märchen und verkitschten Liebesfilmen existiert. Weil totale Hingabe nirgendwo sonst mehr existiert außer dort und bei dir und genau das dich wieder so allein macht.
"Dinge kommen, Dinge gehen, Sinn und Unsinn des Lebens. Kopf in den Wolken, Kopf im Sand, hoch geflogen und so oft verbrannt. Alles dreht sich und es dreht sich täglich, die Kraft in dir trägt und verrät dich. Mann im Spiegel - Hass oder Liebe? Er treibt dich vor sich her und er macht dich müde. Und du willst jemand anders sein, wer kann das sein? Mir fällt keiner ein - und du willst nicht machen, was du machst, trotzdem sitzt du wieder hier, schreibst die ganze Nacht. [...] Und ich schließe die Augen vor all diesen Fragen, weil es schwer ist die Zweifel auf den Schultern zu tragen. Also schließe ich die Augen, um an etwas zu glauben - ist es wert dich zu lieben und das Leben zu lieben, hier auf Wolke 7?"
Sonntag, 1. September 2013
Reden ist Silber, Schweigen ist schlecht.
Tagein tagaus der gleiche Trott. Versteckspiel vor der eigenen Familie und gleichzeitig beim Verstecken das Gefühl haben, alles breche über einen ein, wenn man hier nicht wieder raus geht, insgesamt mal raus kommt. Das Gefühl, innerlich zu platzen, weil sich so viel anstaut, über das man nicht redet, aber reden will. Nur mit wem? Wenn niemand da ist, bleiben nur Selbstgespräche übrig und die machen einfach rein gar nichts besser, immerhin weißt du ja schon, was los ist und was du dir selbst dazu sagen würdest. Aber wem soll man sich schon anvertrauen? Diejenigen, bei denen man es gerne würde, sind nicht erreichbar, nicht da. Diejenigen, die da sind, sind die Falschen. Denn so gern man sie auch hat, man würde einfach gern einmal ein paar Minuten über sich reden, ohne dass sie gleich alles auf sich selbst beziehen und man sich in Windeseile in der Position sieht, sie trösten zu müssen. Ihnen gut zuzureden. Egal wie nichtig es ist. Weil man eine gute Freundin ist, weil einem andere Menschen wichtig sind und selbst wenn es einem irgendwann auf die Nerven geht, man sagt nichts. Weil man ja selbst weiß, wie gern man es hätte, dass jemanden einfach nur mal zuhört. Vielleicht gut zuredet. Dafür muss man ja nicht mal physisch da sein. Oder wenn jemand physisch da ist, dann muss man vielleicht nicht mal wirklich reden, sondern einfach nur.. da sein. Umarmen. Einem nicht das Gefühl geben, alleine zu sein, egal was ist. Weil es kaum etwas Schlimmeres gibt als das Gefühl alleine zu sein, ohne einen Ort, wo man hin kann, einfach mal fliehen und wenn es nur zu einer Person ist und nicht zu einem Platz. Denn wenn man allein an diesem Platz ist, ist man noch immer einsam, noch immer mit dem Gefühl unterwegs zu platzen, weil man nicht reden kann.
"Weil es nicht so leicht ist nur der zu sein, der du als Kind schon werden solltest. Denn was du erreicht hast ist so zu sein, wie du als Kind nie werden wolltest: Nämlich allein. Ständig allein. Schrecklich allein. Ewig allein. Verdammt dazu allein zu sein, ein ganzes Leben lang allein, sieh dich doch um, sieh endlich ein, du bist allein, du bleibst allein, allein."
Man ist das, vor dem man im Leben eigentlich immer am meisten Angst hatte: auf sich gestellt, ziellos, überfordert und nicht glücklich, weil einem die Menschen fehlen, die einen glücklich machen. Aus welchen Gründen auch immer. Gibt immerhin gerechtfertigte Gründe und andere, die man nicht versteht. Die sogar noch Witze über dich reißen, obwohl sie wissen, dass es für sowas grad nicht der richtige Zeitpunkt ist. Jepp, definitiv die falschen Leute zum drüber reden oder zum um dich haben wollen. Und weil alles so ist wie es ist, sind die zweifelnden Stimmen allgegenwärtig. Warum ist es denn so? Wieso kriegst du selbst eigentlich nichts auf die Reihe und warum haben andere Leute diese Menschen, wenn sie die brauchen? Was ist das Problem mit dir und der Welt?
"Du wärst gern wie sie, du wärst gern wie er, du wärst gern jemand anders - Hauptsache irgendwer.[...] Glück ist zerbrechlich, fass es vorsichtig an - wie Porzellan."
Man sieht sich eigentlich als Mensch, der das Glück aus den kleinen Dingen im Leben zieht. Genügsam, gerne ein Lachen auf dem Gesicht und schon fröhlich, wenn man bei Sonnenschein einen Spaziergang machen kann, der einen selbst frei macht. Doch wenn man selbst so überläuft von all dem Negativen, das man nirgendwo rauslassen kann oder darf oder soll, dann sind diese Momente nicht mehr fassbar. Dann erlösen sie nicht mehr, machen nicht mehr glücklich. Weil sie nicht als Ventil für solche Emotionen geeignet sind und das, was geeignet wäre, ist auch nicht mehr in Reichweite. Denn es entgleitet einem alles, verfremdet sich und man kann sich selbst nur dabei zusehen, wie man den Halt an allem, das einem eine Rücklage gibt, verliert. Wahrscheinlich ist man's ja auch noch selbst Schuld - nicht nur das, sondern das es einem auch ansonsten schlecht geht. Nicht genug Selbstbewusstsein besitzt, um über den Dingen zu stehen oder weil einem Dinge so unglaublich wichtig sind, auf die man doch keinen Einfluss hat. Weil einem nur noch übrig bleibt zu hoffen, auf irgendwas, irgendwie. Dem Pessimismus und der eigenen Traurigkeit keinen Platz geben, denn es gibt eh keinen Ort, an dem man es einmal herauslassen kann, sondern nur in sich rein frisst. Sich selbst damit um den Schlaf bringt, heult und sich dann fragt, warum man das eigentlich tut. Weil man sich falsch fühlt, im Gesamten, mit jedem Aspekt deines Seins, einfach nur falsch. Doch genauso fühlt man sich falsch, weil man darüber traurig ist, es sich zu Herzen nimmt, denn was für ein Recht auf sowas hast du schon? Interessiert erstens eh niemanden und zweitens ändert es doch eh nichts. Und doch tut jeder einzelne weitere Gedanke immer mehr weh, weil man an der eigenen Verzweiflung über sich, sein Umfeld, sein Leben und allem, was gerade schief läuft, erstickt. Weil man nicht reden kann. Weil der Satz "Da muss ich allein durch" Blödsinn ist. Außer eben, wenn keiner da ist.
"Die Zeit heilt was sie kann - doch nichts für immer. Und mir bleibt nur die Nacht, nur die Nacht und traurige Lieder, du fehlst mir. Nichts ist wie es war und man sagt 'Es wird schon wieder', doch es stimmt nicht, nichts wird wie es war."
Sonntag, 25. August 2013
Banner wechsel dich.
Wenn sonst schon nichts im Leben funktioniert, dann kann man sich ja wenigstens mal 'nen neuen Header basteln. Wurde auch mal Zeit, immerhin ist der schon über zwei Jahre alt und hat nie so ganz gefallen - was Besonderes ist der neue nun auch nicht, aber hey, wenigstens etwas Veränderung im Leben, auch wenn's nur im virtuellen Leben ist. Aber hey, wenigstens etwas, das man im Griff hat! Und wenn er doch absoluter Mist ist, dann kann ich ihn ja morgen einfach wieder wechseln. Das ist das Schöne - quasi Narrenfreiheit so weit das Auge reicht. Wo hat man die sonst bitte noch? Einfach mit einem Klick aus einer Laune raus noch tausend Blogs eröffnen und diesen hier wieder löschen, das Design auf den Kopf stellen, alles zweckentfremden - merkt doch keiner, interessiert keinen. Warum also nicht? Wenigstens etwas, das man noch kontrollieren kann. Wenn man das bei sich selbst versucht, geht's momentan nämlich ziemlich in die Hose. Wenn man sich vornimmt, einmal sich an vorderster Stelle zu setzen, weil es einem nicht gut geht, ist's eine Stunde später schon wieder hinfällig, denn was hast du für eine Berechtigung traurig zu sein, wenn es andere gibt, denen es schlechter geht? Leute, für die man da sein sollte. Die dich und deine Probleme sofort wieder nichtig erscheinen lassen und das, obwohl du sowieso rein gar nichts tun kannst.Weil man stark sein will, muss, für den anderen mit, wenn er es selbst nicht sein kann und man sich mies fühlt, wenn man es für Momente nicht war, weil man mal kurz Egoist war. Auch wenn es dir eigentlich gerade mal zugestanden hätte, weil man in letzter Zeit zu oft sich eine dicke Haut angelegt hat, in der Hoffnung, dass nichts durchdringt.
Andererseits - wozu? Wozu stark sein, wenn es nichts bringt? Macht für den anderen scheinbar nichts besser, für dich selbst erst recht nicht und trotzdem will man nicht der Grund sein, um irgendwo noch mehr Elend hinzuzufügen, wo eigentlich keins mehr gebraucht wird. Bringt ja sowieso nichts, wenn man traurig ist, außer eben durchheulte Stunden, Tage, Nächte, Kopfschmerzen und einige andere Beschwerden, auf die man gut und gerne mal verzichten kann. Vorhaltungen werden einem eh von allen Seiten gemacht, über die eigene Dummheit, Talentfreiheit, Faulheit, Naivität und die nächsten Wochen, wenn bald auch noch einer von diesen Leuten 3 Wochen Urlaub und nichts besseres als so etwas zu sagen hat, schon Angst in einem auslösen, warum sich dann noch mehr auflasten? Einfach die Ohren auf Durchzug, sich selbst und alles andere ignorieren, damit man möglichst unbeschadet wieder aus der Sache rauskommt. Klein machen, Kopf einziehen, denn unter Kontrolle wirst du's eh nicht haben. Und hey, vielleicht ist ja bald das Licht am Ende des Tunnels gefunden und es handelt sich dabei um keinen Zug, der einen entgegen kommt. Wie war das noch, positiv denken? Hoffnung nicht aufgeben? Auch wenn man nicht mal mehr weiß, auf was man hoffen soll, weil sich einfach überhaupt nichts irgendwo hin entwickelt? Was würde ich gerade gerne einfach schreien, dabei weinen und dann wegrennen. Irgendwohin. Hauptsache weg und wenn auch nur für ein paar Stunden. Und am Besten nicht alleine, denn ansonsten würde ich nur noch mehr weinen. Weil alles verfahren ist, der Ungenügend-Stempel immer noch dick auf deiner Stirn - und eigentlich darfst du doch nicht wegrennen und dich beschweren, weil es doch Menschen gibt, für die man da sein will. Da sein muss. Weil sie wichtiger sind als du und weil es dich selbst zerreißt, sie so zu sehen. Weil alles andere egal ist. Weil man nicht wegrennt, wenn es schwierig wird, sondern versucht, nur noch fester an allem festzuhalten, damit nicht alles wegbricht, es noch irgendwo welche Stabilität gibt. Und damit sie wissen, dass, egal wie schlimm gerade alles ist, jemand da ist. Sie keinen Ungenügend-Stempel bekommen haben, sondern wichtig sind.
Und zum Ende noch ein wenig Tolkien für die eigene Seele:
Und zum Ende noch ein wenig Tolkien für die eigene Seele:
"How do you go on, when in your heart, you begin to understand, there is no going back? There are some things that time cannot mend. Some hurts that go too deep." - “How do you move on? You move on when your heart finally understands that there is no turning back.” # J.R.R. Tolkien.
"And truth is such a funny thing with all these people keep on telling me they know whats best and what to be frightened of and all the rest - they are wrong, they know nothing about us. They know nothing about us. And though they say it's possible to me I don't see how it's propable, I see the course we're on spinning farther from what I know, I hold on, tell me that you won't let go. Tell me that you won't let go. I'm not allright. [...] This could be something beautiful, combine our love into something wonderful - but times are tough I know and the pull of what we can't give up takes hold."
Samstag, 24. August 2013
Schulnote: ungenügend.
Das typische Bild in der Schule - es gibt Überflieger, denen fallen die guten Noten in den Schoß, einfach, weil das Leben auf ihrer Seite ist; und dann gibt es diejenigen, die sich bemühen, pauken, an sich arbeiten, im richtigen Moment alles geben und als Resultat doch nur ein "ungenügend" drunter stehen haben. Weil's eben nicht reicht. Was macht man dann? Sich das nächste Mal noch mehr reinhängen, mehr büffeln, versuchen den Fehler zu eliminieren, der einem irgendwie alles versaut.
Irgendwann kann man Schule dann mal Schule sein lassen und trotzdem, das Problem bleibt und schleppt sich einfach nur mit ins normale Leben. Und es frustriert, belastet, macht traurig, denn egal was man tut, es genügt nicht, egal wie sehr man bei jedem Scheitern versucht, etwas an der Situation zu ändern, an sich zu ändern. Denn man selbst genügt nicht, nie und dabei ist es doch alles, was man jemals wollte - für jemanden genug sein. Einfach nur das, ausreichen, so dass derjenige nicht mehr will als das, was du bist. Was tut man dann nicht alles, damit das passiert und man diesen Lebenswunsch irgendwie erfüllt bekommt: sich verbiegen, an sich arbeiten, zurückstecken, warten, sich anpassen, hoffen. Man wartet zwei Jahre darauf, dass Versprechen umgesetzt werden ohne sie einzufordern, weil man sich selbst zurücksetzen kann, immerhin ist man ein unwichtiger Teil des Universums. Man wartet ein weiteres Jahr darauf, dass das "Experiment" als geglückt angesehen wird, dass man mit der Zeit irgendwann genügt, weil man den Menschen immer besser kennt und miteinander Dinge erlebt, um dann festzustellen, dass man sich nur verbiegen musste, um überhaupt irgendwie akzeptiert zu werden - und dann wartet man wieder Monate, weil man denkt, wenn der andere einen so kennen würde wie du ihn, dann würde der Rest schon von alleine gehen, man möchte eben einfach nur die Chance dazu bekommen. Doch es genügt nicht. Du reichst nicht aus.
Man gibt und gibt ohne Ende, weil man hofft, dass es sich lohnt - doch das tut es nicht. Es tut nur weh, weil man so viel zu geben hat und niemand es will. Die, die es annehmen, werfen es weg und alle anderen drehen dir schon vorher den Rücken zu und dann stehst du da mit all dem, was du zu geben hättest, ganz für dich allein. Man wird von den Leuten nämlich nicht angesehen und beachtet, weil es um dich als Mensch geht, sondern um etwas ganz anderes: das aufregende Neue; einfach nur einer, der da ist, weil du im da sein schneller warst als die anderen, es hätte auch ruhig jemand anders sein können; das Kontrastprogramm zum eigene Lebensstil; diejenige, die einfach gerade zufällig mal da war und eigentlich mit jedem Gesicht ersetzt werden könnte. Ein ständiges im Schatten anderer stehen, die eher da waren oder noch kommen, aber so viel besser sind. Man ist ersetzbar und nirgendwo wirklich richtig. Man ist ganz einfach ungenügend, überall. Naja, vielleicht nicht überall - doch der Ort, an dem ich einfach nur ich sein konnte, losgelöst von all den Problemen und im Einklang mit mir selbst, ist nicht mehr da, kommt auch nicht mehr wieder; und gerade jetzt fehlt er mehr denn je, dann, wenn wieder alles ungenügend ist, vor allen Dingen man selbst. Weil es wohl zuviel verlangt ist, von irgendjemanden einfach geliebt zu werden, nicht nur andere zum Mittelpunkt deines Lebens zu machen, sondern auch ein solcher für wen anderes zu werden. Oder zumindest etwas Platz im Leben anderer eingeräumt zu bekommen. Anstatt nur Madame Ungenügend zu sein, bei der zu wenig stimmt als dass sie dafür in Frage käme. die nur als Versuchsobjekt taugt, vielleicht in die richtigen Umstände reinpasst, vertröstet, ein paar Wunden schließt und damit dann auch ausgedient hat. Eine Brücke zwischen etwas Altem, das schön war und etwas Neuem, das schön wird, zu dem man dann allerdings dann nicht mehr gehört. Doch die elendige Frage, warum es jedes Mal das gleiche Spiel ist und was an einem so falsch ist, dass man nicht ausreicht und nicht die Aussicht auf ein schönes Happy End verdient hat, wird nicht beantwortet. Stattdessen wartet man, immer noch irgendwo darauf hoffend, dass irgendwas im Leben doch klappt. Dass der steinige Weg auch mal ein Ziel hat, dass man dieses Ziel auch erreicht. Dass es jemanden gibt, dem man genau so auch ausreicht, wie man ist. Und dass der ewige Ungenügend-Stempel, der unter deiner Existenz steht, irgendwann zumindest zu einem "ausreichend" oder "befriedigend" abgeändert wird.
Man gibt und gibt ohne Ende, weil man hofft, dass es sich lohnt - doch das tut es nicht. Es tut nur weh, weil man so viel zu geben hat und niemand es will. Die, die es annehmen, werfen es weg und alle anderen drehen dir schon vorher den Rücken zu und dann stehst du da mit all dem, was du zu geben hättest, ganz für dich allein. Man wird von den Leuten nämlich nicht angesehen und beachtet, weil es um dich als Mensch geht, sondern um etwas ganz anderes: das aufregende Neue; einfach nur einer, der da ist, weil du im da sein schneller warst als die anderen, es hätte auch ruhig jemand anders sein können; das Kontrastprogramm zum eigene Lebensstil; diejenige, die einfach gerade zufällig mal da war und eigentlich mit jedem Gesicht ersetzt werden könnte. Ein ständiges im Schatten anderer stehen, die eher da waren oder noch kommen, aber so viel besser sind. Man ist ersetzbar und nirgendwo wirklich richtig. Man ist ganz einfach ungenügend, überall. Naja, vielleicht nicht überall - doch der Ort, an dem ich einfach nur ich sein konnte, losgelöst von all den Problemen und im Einklang mit mir selbst, ist nicht mehr da, kommt auch nicht mehr wieder; und gerade jetzt fehlt er mehr denn je, dann, wenn wieder alles ungenügend ist, vor allen Dingen man selbst. Weil es wohl zuviel verlangt ist, von irgendjemanden einfach geliebt zu werden, nicht nur andere zum Mittelpunkt deines Lebens zu machen, sondern auch ein solcher für wen anderes zu werden. Oder zumindest etwas Platz im Leben anderer eingeräumt zu bekommen. Anstatt nur Madame Ungenügend zu sein, bei der zu wenig stimmt als dass sie dafür in Frage käme. die nur als Versuchsobjekt taugt, vielleicht in die richtigen Umstände reinpasst, vertröstet, ein paar Wunden schließt und damit dann auch ausgedient hat. Eine Brücke zwischen etwas Altem, das schön war und etwas Neuem, das schön wird, zu dem man dann allerdings dann nicht mehr gehört. Doch die elendige Frage, warum es jedes Mal das gleiche Spiel ist und was an einem so falsch ist, dass man nicht ausreicht und nicht die Aussicht auf ein schönes Happy End verdient hat, wird nicht beantwortet. Stattdessen wartet man, immer noch irgendwo darauf hoffend, dass irgendwas im Leben doch klappt. Dass der steinige Weg auch mal ein Ziel hat, dass man dieses Ziel auch erreicht. Dass es jemanden gibt, dem man genau so auch ausreicht, wie man ist. Und dass der ewige Ungenügend-Stempel, der unter deiner Existenz steht, irgendwann zumindest zu einem "ausreichend" oder "befriedigend" abgeändert wird.
"Some things are meant together and some things are better apart. Some things are easy when other times they are hard. But that doesn't mean what's hard isn't what's meant to be - so won't you please make a little room for, please make a little room for, please make a little room for me."
"You desired my attention but denied my affections. So tell me now where was my fault in loving you with my whole heart? Oh tell me now where was my fault in loving you with my whole heart?"
Sonntag, 11. August 2013
Zeitspiel.
Eine der nervigsten Dinge, die einem beim Fußball passieren können - es wird auf den Abpfiff gewartet, der Ball wird einfach nur von einer Ecke in die nächste geschoben, der Ballbesitz soll nicht verloren werden und auch ansonsten am Besten nichts passieren. Außer vielleicht, wenn man selbst nochmal eine gute Situation kriegt. Was bei einem Spiel schon nervig und frustrierend für alle Zuschauer und Gegner ist, vielleicht sogar für die eigene Mannschaft, ist im wahren Leben nicht anders.
Du wartest seit gefühlten Ewigkeiten, siehst, wie der Ball am Fuß eines anderen klebt und ihn dort einfach nicht verlassen will. Du weißt, dass alles von ihm abhängt, davon, wie er mit dem Ball umgeht. Ob er überhaupt mit ihm umgeht. Und was machst du solange? Teilnahmslos daneben stehen und warten? Dich ärgern, frustriert sein? Dazwischen rennen und dich bemerkbar machen, damit dein Gegenüber unter Druck gerät? Oder auf den günstigen Moment warten, wo er einen Fehler begeht, damit du alles an dich reißen kannst? Hoffen, dass er sich von alleine besinnt, dass er nicht alleine auf dem Spielfeld steht? Zu viele Möglichkeiten und doch implizieren alle irgendwie eins: Wenn man das Spiel nicht völlig versauen will, dann muss man geduldig sein. Darauf warten, dass er einen vielleicht doch noch an sich heran lässt, irgendwie, in einem günstigen Moment. Oder einsehen, dass man hier falsch ist, dass man sich eine neue Position oder vielleicht sogar ein neues Spiel suchen sollte, weil Zeitspiel unbefriedigend für die Seele ist - zumindest, wenn man selbst so bereit für das Spiel ist, wie man nur sein kann. Vielleicht kann man auch nicht mehr das Gesicht aufrecht erhalten, so tun als wäre einem das alles egal und man wäre ja geduldig, das bisschen sinnlose Gedribbel und Gelaufe von einem selbst passt schon. Denn irgendwann passt es nicht mehr, man muss wieder aus so einer bedeutungslosen Nebenrolle raus, weil man sich selbst den Spielregeln der anderen untergeordnet hat. Spielregeln, deren Sinn man zwar irgendwo sehen mag, denen man sich aber schon so lange untergeordnet hat, dass man sich fragt, wann man einmal selbst am Zug ist. Wann man aus der passiven, wartenden Rolle ausbrechen kann, sich endlich auf das große, weite Spielfeld begeben kann. Denn beim Zeitspiel zuzuschauen ist auch nicht besser, als die gesamte Zeit über nur auf der Reservebank zu sitzen. Eigentlich ist die genau dann noch schöner, denn dann muss man wenigstens nur zugucken - kann sich lauthals darüber aufregen, aber ist zumindest nicht persönlich involviert. Es ist ermüdend zum Anschauen, doch bei einer Selbstbeteiligung will man eigentlich nur noch, das was passiert. Wurd ja jetzt schon genug nur Ball-Schupsen gespielt. Egal ob vorwärts oder rückwärts, es muss Bewegung rein kommen, ansonsten sieht man sich selbst vom Spielfeld gehen, denn irgendwann kann man nicht mehr ausharren. Nicht, wenn man das schon so oft getan hat und sich mit jedem Mal geschworen hat, es nicht mehr zu tun, dann lieber entweder das ganze Spiel aufmischen oder gehen. Oder weiter hilflos dabei zusehen, wie man weiterhin der Depp vom Dienst ist und auch bleibt.
Sonntag, 28. Juli 2013
Herz-Klaustrophobie
Laufen, einfach laufen. Immer weiter, egal wie weh die Füße tun, wie schwer einem das Atmen mittlerweile fällt und wie ausgetrocknet man sich fühlt. Einfach weiter, denn wenn man nun still stehen bleiben würde, hätte man das Gefühl, die Welt breche über einen zusammen. Und während man unendlich oft über die eigenen Füße stolpert und doch noch das Gleichgewicht irgendwie behält wächst in einem der merkwürdige Wunsch, doch einfach zu fallen - denn dann besäße man wenigstens einen physisch offensichtlichen Grund, um in Tränen auszubrechen. Wäre ja lächerlich, wenn man das einfach so, so völlig ohne Begründung machen würde, nicht wahr?
Und doch kann man so viel laufen wie man möchte, irgendwann muss man anhalten, stoppen, mindestens für ein paar Momente zur Ruhe kommen - doch das beklemmende Gefühl ist trotzdem nicht verschwunden, trotz aller Anstrengungen. Weil man vor Problemen auch im wahrsten Sinne des Wortes nicht weglaufen kann, ebenso wenig wie vor seinen Gefühlen. Und irgendwann wird es dem Herzen zu eng im Körper, es fühlt sich eingeschlossen, überhäuft mit Dingen wie Verdrängung, guten Hoffnungen, zu vielem schlechten Timing, einem Haufen schlechter Erfahrungen, einer Prise Angst, Überforderung und Glück, das eigentlich mal zum Greifen nahe sein könnte, es aber irgendwie doch nicht ist. Kein Wunder, dass es dann irgendwann schreit, raus will, sich bemerkbar macht. Auch einem Herzen kann es zu eng werden, besonders, wenn man es eigentlich vor hatte, für's Erste wegzuschließen - und dann fügte sich irgendwie das Schicksal, alles kam anders und obwohl man es noch vorsichtig in der Truhe lassen wollte, knallen all diese Dinge noch mit in eben jene rein und auch auf den Deckel drauf. Auch Herzen können klaustrophobisch veranlagt sein - wer kann es ihm da verübeln, da raus zu wollen? Aber was macht man, wenn man es ihm gerade nicht erlauben kann? Weil es noch beschisseneres Timing ist als eh schon, weil sich Situationen nicht ergeben, egal wie sehr man sich bemüht, weil nicht jeder etwas von deinem Herzen hören will und es auch ignorieren kann, weil es eben nicht das seinige ist und daher nicht irgendwann so laut schreit, das man es selbst kaum mehr überhören kann. Und das macht es noch schlimmer, weil man eben den Menschen ja doch nur vor den Kopf schauen kann und nicht weiter. Weil man nicht hört, was deren Herzen rufen, was der Verstand flüstert und der Bauch einen vorgrummelt. Und auch die Frage, wenn man dann dem Herzen die Freiheit gibt, nach der es verlangt, ob dann alles irgendwie auch nur ansatzweise besser wird, schwebt auch ungelöst im Raum. Und doch ist ein eingesperrtes Herz genauso verletzlich wie ein normales, denn die Truhe ist kein schützender Kettenpanzer, sie sprengt sich höchstens irgendwann von alleine, weil sie von all den Dingen, die man dort hineingestopft hat, überfüllt ist. Kein Wunder also, warum einem alles sinnlos vorkommt - denn egal was man probiert hat, irgendwie erzielte es nie den richtigen Effekt.
Montag, 22. Juli 2013
Emotions-Overload.
Einatmen. Ausatmen. Versuchen, sich selbst zu beruhigen, weil doch alles in Ordnung ist. Eigentlich. Zumindest, wenn man sich mal so die Oberfläche anschaut. Wieso sollte es einem schon schlecht gehen? Gibt doch keinen Grund. Und trotzdem packt einen eine unendliche Traurigkeit, das Bedürfnis zu weinen und hey, wenn gerade alles passt (oder auch dann, wenn dem gerade nicht der Fall ist), dann tut man das auch. Für ein paar Sekunden, Minuten, vielleicht eine oder mehrere Stunden oder aber sogar ganze Tage. Und spätestens dann weiß man, dass etwas doch nicht in Ordnung ist und man eine Runde "Finde den Fehler im Bild" spielen darf. Dabei sollte das doch gar nicht so schwer sein, denn gerade dann, wenn die emotionalen Ausbrüche kommen, steht es doch dafür, dass man sich schon irgendwie damit beschäftigt hat und einem mittlerweile nur ziemlich unbewusst etwas klar geworden ist. Etwas, das man jetzt nur noch bewusst irgendwie zu verarbeiten hat. Wenn man sich dann einmal zur Fehlersuche aufgerafft hat, dann findet man ihn in der Regel auch recht zügig. Und dann?
Hat man dann erst einmal herausgefunden, was denn eigentlich das Problem ist, fällt zumindest eine Last von den Schultern, nur um Sekunden später wieder eine neue aufgeladen zu bekommen, die einem genauso den Brustkorb zuschnüren wird. Wäre ja auch immerhin mal zu schön, wenn die Welt nicht wieder sofort aufs Neue kompliziert werden würde, sondern einfach nur für einmal alles schön und normal sein lässt. Aber andererseits - was ist heutzutage noch normal? Wie immer ist es der ewige Schlachtruf "Es muss sich was ändern!", der durch den ganzen Körper hallt. Und mit ihm so viel anderes, Zweifel, Angst, noch mehr Tränen, Unsicherheit. Eine ganze Menge davon sogar, denn nichts macht so unsicher wie die Zukunft und dem Wissen, dass sich etwas ändern wird. Aber es muss sein, denn ansonsten hätte der eigene Körper wohl nicht auf die emotionale Notbremse getreten und wenn man nun ehrlich zu sich selbst ist, hat es einen ja doch schon eine Weile belastet, man war eben nur ganz groß im Ignorieren. Andererseits stellt sich die Frage, ob man nicht gerade nicht einfach wieder überemotional ist, weil man es in letzter Zeit so oft war. Oder ob man es war, weil einem das hier so klamm und heimlich belastet hat. Man sollte nun wohl am besten den Kopf frei bekommen, doch wenn man zu voll gestopft ist mit Emotionen gestaltet sich das wohl als ziemlich schwierig.
Wo ist eigentlich dieser blöde Emotionen-Aus-Knopf? Wenn es ihn gäbe, dann steckte man wahrscheinlich nicht mal in dieser wieder einmal völlig überfordernden Situation, in der alles, was ein anderer tut, einem nur noch mehr weh tut, weil man weiß, wo man sich selbst auf dem Schachfeld befindet. Wie ausgeliefert man im eigentlichen Sinne doch ist und dass man es so nicht mehr durchhält, so ein ständiges Auf und Ab. Zwischen dem, was sein könnte und dem, was niemanden etwas angeht. Zwischen Hoffnungen haben und keine Erwartungen stellen wollen. Eingekesselt in Wunschbildern und der eigenen Überforderung. Vielleicht sollte man doch einfach noch was Zeit vergehen lassen, den eigenen Emotionen trotzen. Oder endlich mal den Mumm besitzen, das zu tun, was man tun wollte, auch wenn es so böse enden kann und es wahrscheinlich auch wird. Oder aufhören zu jammern. Auch wenn man das wahrscheinlich von all diesen Dingen noch am Besten kann.
Wo ist eigentlich dieser blöde Emotionen-Aus-Knopf? Wenn es ihn gäbe, dann steckte man wahrscheinlich nicht mal in dieser wieder einmal völlig überfordernden Situation, in der alles, was ein anderer tut, einem nur noch mehr weh tut, weil man weiß, wo man sich selbst auf dem Schachfeld befindet. Wie ausgeliefert man im eigentlichen Sinne doch ist und dass man es so nicht mehr durchhält, so ein ständiges Auf und Ab. Zwischen dem, was sein könnte und dem, was niemanden etwas angeht. Zwischen Hoffnungen haben und keine Erwartungen stellen wollen. Eingekesselt in Wunschbildern und der eigenen Überforderung. Vielleicht sollte man doch einfach noch was Zeit vergehen lassen, den eigenen Emotionen trotzen. Oder endlich mal den Mumm besitzen, das zu tun, was man tun wollte, auch wenn es so böse enden kann und es wahrscheinlich auch wird. Oder aufhören zu jammern. Auch wenn man das wahrscheinlich von all diesen Dingen noch am Besten kann.
Mittwoch, 12. Juni 2013
Der schmale Grad zwischen nicht wissen und nicht riskieren
Immer diese verfluchte Ehrlichkeit und der Drang, sich Dinge von der Seele zu reden. Und die ewige Neugierde, Angst vor Veränderung und Angst vor Stillstand. Egal wie man es macht, zu 99% macht man es ja doch verkehrt, die Frage ist und bleibt nur, was man für was bereit ist auf's Spiel zu setzen. Stelle ich lieber Fragen, durch welche bei einer negativen Antwort komplette Konstrukte zum Einsturz gebracht werden können, nur weil es ja doch einen kleinen Funken Hoffnung auf ein noch schöneres Leben gibt? Oder bleibe ich stumm, immer mit der ewigen "Was wäre, wenn..."-Frage im Hinterkopf, um nicht all das in Gefahr zu bringen, was man denn gerade hat? Besser nichts wissen oder besser nichts riskieren?
Irgendwann wird man wahrscheinlich so oder so wahnsinnig. Solange der 1%-Fall des guten Ausgangs nicht eintritt hat man eh alles falsch gemacht, ob sich das nun von alleine ergibt oder nicht. Toleriere ich also einfach den Stillstand, in der Hoffnung, dass der Schubs in die richtige Richtung von wem anderes kommt oder dass die Zeit die Umstände zumindest nicht verschlechtert? Oder endet jeder Stillstand schließlich in Rückentwicklung? Letztlich macht doch jede Vorstellung irgendwie Angst - mit einer Rückentwicklung entgleitet einem langsam alles, der Fortschritt ist so ungewiss und schwer absehbar; und der Stillstand genügt irgendwann nicht mehr, nistet Gedanken in den Kopf ein und lässt einen wahnsinnig werden - oder zumindest unzufrieden, ständig mit der Angst, nach vorne oder nach hinten den falschen Schritt zu machen. Und nun? Was man gern hätte und die Realität sind zwei absolut unterschiedliche Dinge, die sich nur selten überschneiden. Vielleicht lautet die Lösung auch einfach mal nur wieder, dass man den Kopf endlich ausstellt. Drauf hoffen, dass sich das Gefühl sicherer ist als der Verstand und auch weiß, wann der richtige Moment für eine Entscheidung gekommen ist - oder ob man eben darauf wartet, dass die Zeit oder jemand anderes sie für einen fällt, in der Hoffnung, es später nicht zu bereuen. Ich höre in meinem Kopf schon wieder manche Menschen sagen, dass ich einfach zu viel nachdenke. Mich selbst wahnsinnig mache. Stimmt ja auch. Nur wenn einem eben was an einer bestimmten Sache liegt, dann ist es natürlich, Angst zu haben. Abwägen zu wollen, den richtigen Weg finden wollen. Und letztlich macht man dann doch nichts, denn nichts wissen kann zumindest für den Moment nichts schlimmer machen, während ein Schritt zu viel von jetzt auf gleich die Katastrophe bringen kann und nichts mehr so ist wie vorher. Abwarten und Tee trinken? Weil man eh selbst nicht den Mumm besitzt, die eigentlichen Schritte zu gehen?
Vielleicht sollte ich endlich auf den guten Rat mal hören: Kopf ausstellen, warten, die Zeit mal machen lassen, zurücklehnen, genießen. Auf den Fahrtwind aufsteigen anstatt darüber nachzudenken, wann die nächste Kurve kommt, aus der man rausgeworfen werden kann, wenn man nicht rechtzeitig die Bremse tritt - aber vielleicht ist es ja auch ungefährlich, wenn man nun einfach noch weiter Gas gibt, mit vollem Tempo in die schöne Welt rein.
Samstag, 18. Mai 2013
Music was my first love...
... and it'll be my last. John Miles wusste schon, was er da schrieb.
Schon als Baby hatte Musik eine große Wirkung auf mich - so kann man meine Tante auf einem Video dabei sehen, wie sie mir pausenlos etwas vorpfeift, weil ich nur so die Klappe gehalten habe. Heute ist das nicht anders.
Für mich ist Musik ein Lebensgefühl, nicht nur das, womit man sich bei purer Langeweile berieseln lassen kann. Musik ist alles, zu jeder Zeit, überall. Ich brauche keinen Sonnenschein oder Alkohol für gute Laune - spielt mir den richtigen Song vor und ich werde ihn so gut und laut rausschmettern, wie ich nur kann und der Tag ist damit gerettet. Bereits wenige Töne oder Worte können mich zum Weinen bringen; dann, wenn ich es brauch und auch dann, wenn ich es nicht erwarte. Gänsehaut, die sich über den gesamten Körper zieht und einen in einen Extase-artigen Status versetzt. Instrumente und Melodie-Linien, die unter die Haut gehen. Fühlst du dich eingeengt oder wütend, dann dreh sie einfach laut auf, schrei, fühl deine Wut im dröhnenden Bass und den kratzigen Gitarren-Sounds. Headbangen, abspacken, Wut raus- und loslassen; ein Ventil für negative Emotionen, ohne jemanden dabei zu nahe zu treten.
Egal was ist, Musik fängt dich auf - sie wickelt dich in eine Decke ein, um dich warm zu halten. Mit ihr fällst du sanft auf weiche Wolken, sie verleiht dir Flügel und lässt dich zumindest für eine Zeit vergessen. Man wird schwerelos. Und auch wenn es vielleicht nur eine Illusion ist, so kann sie doch vieles besser und erträglicher machen. Es gibt Augenblicke, in denen nichts neben und außer der Musik existiert. Sie ergreift das Herz, setzt den Verstand zur Ruhe und umgibt einen mit einer zauberhaften Magie - solange Musik da ist, scheint alles möglich. Solange Musik da ist, fühle ich mich komplett. Egal was passiert, sie lässt mich nicht im Stich. Vielmehr gibt sie mir Wege, mich auszudrücken, ohne mich artikulieren zu müssen. Ich kann selbst etwas Kunst schaffen, welche Momente später wieder vergangen ist, aber einzigartig, nur für diesen Moment und nur für mich war. Ich kann im Moment zergehen und aufgehen. Die Töne, die allein durch meine Bewegungen entstehen; ich kann sie im Raum schweben lassen und Sekunden, nachdem sie gespielt wurden, wieder wie ein Schwamm in mich aufsagen - Emotionen freisetzen und erneut verinnerlichen. Die Intensität all dieser Töne in jeder meiner Poren spüren, mich seelisch entblößen und doch gar nichts sagen.
Und all das ist der Grund, warum John Miles mir aus der Seele spricht. Musik hab ich schon immer geliebt und werde sie auch immer lieben - wegen all dem, was sie in mir bewegt und auslöst, wie sie sich an mich schmiegt und mir in kalten Nächten Wärme gibt. Weil Musik alles ist.
Sonntag, 5. Mai 2013
The right thing to do
Schrecklich, wenn man sich an die eigenen Vorsätze irgendwie nur so halb hält. Von wegen Kopf aus, weniger nachdenken, improvisieren, jung sein, sich auszuprobieren. Denn mal ehrlich, das funktioniert in dieser Welt einfach nicht. Zumindest nicht für mich, dafür bin ich zu emotional. Sich selbst zu belügen funktioniert erstaunlich lange gut, aber irgendwann fliegt man damit auch auf die Schnauze und dann muss man sich doch mit all dem komplizierten Mist auseinander setzen, der sich so angesammelt hat. Da Timing für'n Allerwertesten ist, kommt es dann auch noch immer dann, wenn es besonders ungelegen ist. Begegnungen, auf die man nicht vorbereitet ist, Gespräche, die man nicht führen will, Blicke, die man nicht machen möchte. Mit dem Endresultat, dass eh alles nur weh tut. Und das in dreifacher Wirkung, damit man die Zeit, in der man erfolgreich verdrängt hat, quasi nachträglich noch erleben kann.
Zum selbst belügen gehört dann auch zu glauben, dass man es schafft, einfach alles auszublenden und sich mal nicht verrückt zu machen. Über gewisse Zeitspannen hat's funktioniert, nur ertappe ich mich dann leider einen Tag später immer wieder zu denken: Verdammt. Irgendwas ist da falsch, du solltest was tun, du solltest vor allen Dingen das Richtige tun. Da gibt es nur leider mehrere Probleme: Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Wie stellt man das an? Und vor allen Dingen: Was ist überhaupt das Richtige? Gilt das dann für alle Beteiligten oder hat dann irgendjemand immer die Arschkarte und wo wäre diese dann am Besten aufgehoben? Irgendwie ist doch sowieso immer alles falsch, das man tut, auch wenn man die besten Absichten hatte. Und einfach mal alles laufen zu lassen und damit vielleicht das Falsche zu tun kann sich ebenso richtig anfühlen.
Eine Gebrauchsanweisung für sowas wäre doch mal wirklich praktisch. Ab wann ist es unvermeidlich Gespräche zu führen, bei denen klar ist, dass danach irgendetwas anders sein wird und das wahrscheinlich nicht im guten Sinne? Und wann kann man das einfach sein und die Dinge laufen lassen, weil es sich von alleine erledigt? Dann könnte man zumindest auch den Kopf wieder ausschalten, wenn man die Gewissheit hat, dass die Dinge sich selbst abhaken. Denn solange da diese Stimme einem ins Ohr flüstert, dass rein gar nichts besser, sondern alles nur noch komplizierter wird, kann man auch nicht sich einfach wieder gehen lassen, entspannen, alles bis ins Tiefste genießen. Andererseits habe ich auch schon genug Menschen, bei denen ich dachte, sie würden immer das Richtige tun, dabei zugesehen, wie sie selbst Fehltritte begehen, die sicher nicht konsequenzlos waren und sie ignorieren es einfach. Allesamt. Allerdings kamen sie dabei bei einem Menschen wie mir aus, der sich dann nicht lautstark beschwert - ein wenig typenabhängig ist das ganze dann wohl doch. Aber man könnte es rein theoretisch ja selbst einmal ausprobieren, einfach alles zu ignorieren. Wenn da nur nicht immer die ewige Befürchtung wäre, dadurch später alles nur schlimmer zu machen. Ist das Richtige jetzt, die komplizierten Dinge kompliziert sein zu lassen, es zu ignorieren und die Zeit einfach mal machen lassen? Sich selbst nicht mit Dingen zu belasten, bei denen man eh keine vernünftige Lösung sieht, weil egal was man tut, es negative Konsequenzen haben wird? Oder endlich die Dinge in die Hand nehmen, dabei aber genau zu wissen, dass es irgendwas kaputt machen wird? Wie man's macht, macht man's verkehrt. Und dabei will man ja eigentlich nur das Richtige tun.
Donnerstag, 4. April 2013
Wenn man einfach mal aufhört zu denken...
"Life's a lot like Jazz - it's best when you improvise." - Eins meiner Lieblingszitate und auch so wahr. Und auch so schwer umzusetzen.
Es könnte doch alles so einfach sein, wenn man den Kopf einmal abstellt, die Ohren auf Durchzug und Scheuklappen um die Augen rum. Einfach stur geradeaus sehen und nicht über Konsequenzen nachdenken. Pläne Pläne sein lassen, Vernunft vergessen, einfach nur die Arme ausstrecken und sich vom Wind tragen lassen. Klingt himmlisch und fast so, als würde es keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen. Stimmt das?
Naja, zumindest auf einer Ebene - denn wenn ich nicht darüber nachdenke, was ich tue, wie kann es mich dann nachher noch stören? Getreu dem Motto: Wenn ein Baum im Wald umfällt, es aber keiner bemerkt, ist er dann wirklich umgefallen? Aber wenn es andere Menschen betrifft, dann sieht es schon wieder anders aus. Sie können einen zur Verantwortung ziehen, direkt betroffen, vielleicht sogar verletzt sein oder aber einen Schaden von sich tragen, der eigentlich vermeidbar gewesen wäre. Sie können einen belangen und damit konfrontieren; aber wenn ich dennoch nicht weiter über mein Handeln nachdenke, interessiert es mich dann überhaupt? Wahrscheinlich nicht. Was wohl auch die heutige Lebenseinstellung vieler Menschen geprägt hat: Ich denke nicht nach, zumindest nicht über das, was ich vielleicht bei anderen bewirkt habe, solange ich noch den Wind unter den Armen spüre.
Ist die Einstellung schlecht? Wirklich so verwerflich? Ich habe es immer für wichtig gehalten, auf andere zu achten. Mich nicht über sie zu stellen, eher noch unterzuordnen. Nicht wie all diejenigen zu sein, die sich einen feuchten Dreck um ihre Mitmenschen scheren. Doch das endet in Denken. Viel zu viel Nachdenken, Grübeln, Interpretieren, Hoffen. Hoffen, nichts falsch gemacht zu haben, über Kompromisse für alle anderen Menschen nachzudenken und zu grübeln und jede Geste und jeden Satz eines Anderen auseinander zu nehmen, um zu verstehen, wie es ihnen geht. Ob man sie vielleicht verletzt hat oder es noch könnte. Ob man sie nerven könnte, aufdringlich erscheint und ob es wirklich so eine gute Idee ist, all das zu sagen, was man gerade gesagt hat - sollte man sich selbst vielleicht nicht mehr schützen? Doch wenn man einmal den Kopf ausstellt, dann ist all das egal. Man kann sich gehen lassen, vielleicht auch zum ersten Mal seit langem man selbst sein und sich so wunderbar frei fühlen, losgelöst von allen gesellschaftlichen Zwängen. Frei sein. Federleicht sein. Dem Glück ein kleines Stückchen näher.
Allerdings darf man dann nur nicht den Fehler machen, wieder nachzudenken. Denn dann würde man all diese neu gewonnene Lebenseinstellung wieder kaputt machen. Die eigenen Vorwürfe, die Frage nach der Auffassung Anderer, alles kommt wieder zurück und verfolgt einen dann nachträglich. Also habe ich beschlossen, fürs Erste nicht an all die Anderen zu denken. Wenn man gerade beginnt, sich wieder etwas wohler in der eigenen Haut zu fühlen, würde man sich dadurch wohl nur selbst einen Rückschlag verpassen. Der Rest der Welt scheint mit so einer Einstellung ja auch ganz gut zu fahren und es ist ja nicht so, als wären mir alle anderen nun völlig egal. Nein, ich hab nur für eine Weile improvisiert und das diesmal ganz ohne Instrument. Und auch, wenn es mich das letzte Mal mein Herz gekostet hat, mache ich es wieder, wenn auch diesmal mit einem nicht so hohen Einsatz.Und ich fühl mich besser. Vielleicht sollte man nicht immer die Probleme anderer zu seinen machen, sondern einfach hoffen, dass ausnahmsweise mal nicht alles so mega kompliziert wird, wie es so oft ist. Immerhin kann es ja auch sein, dass man es sich nur selbst unnötig kompliziert gemacht hat. Also Kopf aus, improvisieren. Den Moment genießen, frei sein. Jung sein.
Dienstag, 12. März 2013
Wer schön sein will muss leiden - und wer nicht, der tut's dennoch.
Ja, richtig vermutet, es kommt gleich wieder mein Lieblingsspruch: Die Gesellschaft ist an allem Schuld! Naja, nicht ganz, immerhin hat das nun kommende auch eine Menge mit Selbsteinschätzung und -wertschätzung zu tun, aber dennoch ist der gesellschaftliche Einfluss nicht zu leugnen.
Schönheitsideale gab es schon immer - jeder kennt wohl die Damen, die Rubens malte und auch jeder kennt die dünnen, schlanken, großen Menschen, die heutzutage als bildschön und perfekt abgestempelt werden. Sicher, ich schließe mich da nicht aus, unter all den Glamour-Sternchen und Stars sage auch ich, dass viele bildschöne Menschen dabei sind, doch kommen die aus einer fast gänzlich anderen Welt als wir Otto-Normal-Menschen. Make-Up, Stylisten, Photoshop und jede Menge Geld sind dort das Geheimnis, etwas, das hier wohl die wenigsten nachahmen können. Und doch gelten für uns die gleichen Standards wie für das Model, das am Billboard prangt und Bikinis bewirbt: schlank soll man sein, reine Haut haben und einen Augenaufschlag, bei dem einen im Idealfall die Knie zittern. Wenn man all das vorweisen kann, gilt man dann vielleicht als sexy genug? Fühlt man sich dann auch so?
Diese Vorstellung des perfekten, schönen Menschen, übt auf viele Menschen Druck aus - auf manche so unvorstellbaren, dass ich über den Part gar nicht reden will. Ich weiß nicht, was sie durchmachen und maße mich daher erst gar nicht an, so tun zu wollen, als wüsste ich, was da vorgeht. Letztlich ist alles nur eine Frage der eigenen Zufriedenheit - wenn ich mich selbst in meinem Körper wohl fühle, dann kann mir doch der Rest egal sein, oder? Außer, andere schaffen es, einem Zweifel einzureden. Und gerade in so oberflächlichen Themen wie dem Aussehen ist die Gesellschaft gerne so kritisch wie sie nur sein kann und hält mit ihrer Meinung auch nicht hinterm Berg. Es wird so viel auf den ersten Eindruck und Aussehen reduziert, dass eine falsche Outfit-Wahl einem schon einen Ruf einfangen kann, den man eigentlich gar nicht verdient. Man muss schön sein oder aber zumindest das Beste aus sich gemacht haben, um positiv bemerkt zu werden und überhaupt "ansprechend" genug zu sein. Womit die Leute, die sich nicht viel um Kram wie Make-Up, Mode und dem richtigen Hüftschwung scheren, definitiv ein Problem haben.
Eigentlich zähle ich mich selbst zu dieser Kategorie. Klar, man will nicht aussehen als wenn man in der Mülltonne geschlafen hätte, aber mir reicht es auch aus, nur einen kurzen Blick in den Spiegel zu werfen um zu wissen, ob mir nicht zufällig noch das Frühstück im Gesicht hängt. Jaja, ich hör die bösen Zungen schon sagen: So siehst du auch aus. Mag sein. Allerdings finde ich es ätzend, dass solche Dinge wohl scheinbar zu einem "richtigen Mädchen" zu gehören haben - wir müssen immer hübsch aussehen. Wie jeder andere habe ich auch so meine Probleme mit meinem Körper, mein Gewicht bzw. meine Figur allerdings gehörten nie dazu. Eigentlich. Denn nun habe ich nach gefühlten Jahrzehnten ein wenig zugenommen (was eigentlich nicht verwerflich wäre) und die ersten dummen Sprüche kommen. Waren es früher die Magersucht-Sätze, so kommen nun die, bei denen man auf sein Gewicht aufpassen sollte, nicht, dass es nicht vielleicht noch extremer wird. Diese haben mittlerweile so ein Ausmaß erreicht, dass ich sie tatsächlich selbst glaube, aus Angst, sie könnten Recht haben. Aus Angst, dass man nur aufgrund solcher Oberflächlichkeiten abgestempelt wird und einem schöne Dinge entgehen könnten - auch wenn es eigentlich auf die Menschen ankäme, die sich um so etwas nicht scheren. Aber mal ehrlich, wer ignoriert schon seinen ersten Eindruck und rückt gerne von dem sich gemachten Bild ab? Die Welt ist nun mal oberflächlich, ich spreche mich davon auch nicht frei und etwas dagegen tun kann man eh nicht - also müssen nun Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Richtig gehört. Das Mädchen, das lautstark "Sport ist Mord" brüllt oder aber "Gewicht ist mir sowas von egal" bewegt sich nun, in der Hoffnung, ihrem Gewichttrend entgegen zu wirken. Um Bauchansätze verschwinden zu lassen. Um zumindest den Part, mit dem man mal zufrieden war, irgendwie bei zu behalten. Ich muss gestehen, nicht jeder Sport ist Mord und sicher könnte man mehr für die Figur tun als ich das gerade mache, aber für mich ist das schon ein riesiger Schritt, überhaupt etwas zu tun. Das Traurige ist nur, dass ich (noch) nicht weiß, für wen ich das eigentlich tue - für mich, um mich wohl zu fühlen, oder für die Sprüche-Reißer und Außenbetrachter, die mit meinem Anblick leben müssen und mich dann hoffentlich wieder in Ruhe lassen, damit ich mich wieder wohl fühlen kann, so wie ich bin - auf die Gefahr hin, mir wieder die anderen, alten Sprüche anhören zu müssen. Doch wahrscheinlich wird man eh nie das vorherrschende Schönheitsideal erreichen - wenn man es jedoch nicht versucht, so kann man es sich wohl Ewigkeiten als Vorhaltung anhören dürfen und wird einem als so schlimm verkauft als wenn man dessen Katze überfahren hätte.
Mittwoch, 6. März 2013
Denn Geld ist nicht alles.
Die schönsten Dinge im Leben sind unbezahlbar. Eine Weisheit, die in einer Konsumgesellschaft gerne einmal ignoriert wird, aber dennoch so wahr ist. Manchmal erschrecke ich mich schon fast davor, wie schnell die kleinen, schönen Dinge vergessen werden, während sich (gezwungenermaßen) alles nur noch um die Scheine, die die Welt bewegen, dreht. Sicher, ohne Moos nichts los und doch sollte man nicht vergessen, einmal durchzuatmen und sich umzuschauen, was man nicht alles in seinem Leben hat und das völlig unbezahlbar ist.
So banal es auch klingen mag, aber da wäre schon direkt das Wetter - ich für meinen Teil habe mich heute viel draußen aufgehalten, weil die Sonne schien. Es muss nicht einmal warm sein, Sonne tanken und sich dazu vielleicht noch etwas zu bewegen genügt schon. Ein paar Feldwege entlang fahren, zwischen den Bäumen und Feldern sein und den Blick durch die Natur schweifen lassen, das sind die schönen Anblicke, die man jeden Tag auf's Neue vor seinen Augen haben kann. Einfach mal die Ruhe genießen und die Schönheit, die sich einem von ganz alleine eröffnet.
Noch schöner allerdings ist es, wenn man dann solche Dinge auch mit jemanden teilen kann. Vielleicht kann man sich Freunde kaufen - es soll ja Leute geben, die für Geld alles tun - allerdings sind dies nie diejenigen, auf die es letztlich ankommt. Es gibt viele Arten von Freunden. Da sind die, die man mag, aber mit denen man nur über Belangloses spricht, weil man sie eben doch nicht genug mag oder die Vertrauensbasis nicht da ist - vielleicht ist man sich auch einfach nur unsicher, als was für eine Art Freund man selbst bei ihnen gehandelt wird. Sie sind vorrangig für den Spaß da; vielleicht unternimmt man zusammen etwas, lacht viel und kann auch schweigen, denn irgendwann sind die oberflächlichen Themen abgegrast - oder vielleicht findet man auch immer wieder neue Themen, eben weil man mit diesen Menschen einfach nicht schweigen kann, da es einem unangenehm erscheint. Dann gibt es die Party-Freunde, die man nur auf Veranstaltungen trifft, die Hälfte der Zeit wahrscheinlich durch Zufall und die man unter normalen Bedingungen vielleicht eher nicht als Freund betiteln würde. Auch gerne mal anzutreffen sind die Freunde, die es nur sind, solang man ihnen nach dem Mund redet oder aber selbst nicht auf ihre Freundschaftsdienste angewiesen ist. Und dann sind da die Freunde, die immer für einen da sind. Diejenigen, die einem noch immer nicht entnervt den Handschuh hinschmeißen, weil man zum gefühlten tausendsten Mal über die gleichen Dinge jammert. Diejenigen, die nicht einmal physisch in deiner Nähe sein müssen, um einem nah zu sein. Diejenigen, mit denen man sich auch wortlos versteht, bei denen kein Thema zu ernst erscheint, um es für sich zu behalten und bei denen es unmöglich erscheint, Grenzen der Freundschaft zu überschreiten. Man kann zusammen lachen, zusammen traurig sein und man kann auch mal schweigen, ohne gleich das Gefühl haben zu müssen, sich anzuöden. Es sind die, die man nicht um Hilfe bitten müssen, sondern einfach direkt da sind, bei denen kein Druck mehr besteht, einen guten Eindruck hinterlassen zu müssen. Das sind Dinge, die nicht käuflich sind und doch das ganz Essentielle, das, was das Leben lebenswert macht.
Und zu diesen Menschen gehören auch noch andere Dinge: gemeinsame Erinnerungen. Etwas, was niemand einem nehmen kann und das man sich jahrelang wie kleine Schätze in das Herz einschließen kann, um sie an trüben Tagen wieder rauszuholen und sich damit die Laune wieder ein wenig aufzupolieren. Seien es nun Gespräche, Ausflüge, ein paar Insider-Witze, egal was. Dafür bin ich wirklich dankbar, tatsächlich so etwas in meinem Leben zu haben - und ich hoffe, die betreffenden Menschen sind sich darüber auch im Klaren. Danke für Alles und das auch noch so ganz ohne dafür bestochen zu werden.
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