Design

Sonntag, 25. Februar 2018

Herzkampf.

Ich hätte gekämpft. Hättest du etwas gesagt oder mich gefragt, ich hätte gekämpft. Hättest du mir nur einen Grund gegeben, ich hätte gekämpft. Um dich. Um das hier. Um all das dazwischen. Weil du etwas in mir ausgelöst hast, das ich so nicht mehr kannte, das ich vermisst und bei dir, in dir gefunden habe. Bei dir fühle ich mich lebendig, selbst in den schlechten Momenten. Ich sauge alle von ihnen auf. Dein Lachen, deine abschätzigen Kommentare, die abfälligen Blicke, das Abschweifen deiner Gedanken, jeder Hieb gegen mich und jede kleine positive Geste. Du machst mich wahnsinnig, in jede erdenkliche Richtung. Wahnsinnig glücklich, wenn wir miteinander lachen oder du mich in den Arm nimmst. Wahnsinnig wütend mit deiner Arroganz und Ignoranz. Wahnsinnig zufrieden, weil ich bei dir ich selbst sein kann und ich tausend Dinge wüsste, wie ich gern mit dir ganz simpel Zeit verbringen würde und es trotzdem schön wäre. Wahnsinnig verzweifelt, weil ich nicht mehr schlau daraus werde, was du eigentlich willst und wie ich mit dir umgehen soll. Wahnsinnig ekstatisch, weil du bei mir einen Schalter umlegen kannst, mit dem du all die Anziehung einfach so mal eben anknipst. Und auch, wenn all das vielleicht auf Dauer mein Untergang sein könnte, hätte ich genau darum gekämpft. Weil das zwischen uns einfach unglaublich intensiv ist und es genau das ist, was ich will. All die Ratlosigkeit, Wut, das Glück, die Zufriedenheit. Ich will mich lautstark mit dir streiten und mich danach auf dich stürzen, ich will mich gemütlich mit dir vor den Fernseher hauen und auf Konzerten mitgröhlen. Ich will mit dir schweigen und über belanglose Dinge reden können. Ich will deine Freunde kennenlernen, deine ganzen Eigenarten und Spleens. Ich will dich mit einer Nerf-Gun durch die Gegend jagen, will dich auf die Palme bringen und dass du das genauso mit mir machst. Ich will das ganze Paket, den langweiligen Alltag, die stressigen Wochen, die entspannten Abende. Weil ich glaube, dass das funktionieren könnte. Auch, wenn wir uns in den Wahnsinn treiben oder vielleicht auch gerade deswegen. Denn ganz unten unter allem anderen ist da auch eine ganz großartige Freundschaft und ich glaube fest daran, dass es keine bessere Basis gibt als so etwas. Dass selbst, wenn all die intensiven Gefühle und der Wahnsinn mal abflauen und ruhiger werden, genau das bleibt und dafür sorgt, dass es funktioniert. Dass man füreinander da ist, miteinander lebt. Ich will mit dir gemeinsam lebendig sein. Und Gott, was hätte ich dafür gekämpft. Wenn du irgendwas davon auch so sehen würdest, wenn du was sagen würdest.
Also ist alles, für das ich noch kämpfen kann, unsere Freundschaft. Weil ich die nicht aufs Spiel setzen möchte, indem ich in einen bereits verlorenen Kampf um das, was da noch mehr zwischen uns ist, ziehe und du am Ende alle Bande kappst. Weil ich mir selbst auch die Schmerzen und Erniedrigung sparen möchte und nichts kaputt machen will. Ich weiß nicht, ob du weißt, was du verpasst. Eine liebende, leidenschaftliche junge Frau, die mehr Energie darauf verwenden würde, dich zu unterstützen und glücklich zu machen, als dass sie an sich denkt. Die versuchen würde, dir genau das Gefühl von zuhause zu sein zu vermitteln, das du ihr gibst. Die das Essen fertig hat, wenn du von der Arbeit kämst, die dir zuhört und die mit dir wahnsinnig ist. Die sich abends neben dir zusammenrollt und einfach gern dabei zuschaut, wie du den Dingen nachgehst, die dir Freude bereiten. Die versucht, jeden Moment so intensiv zu leben, wie es gerade möglich ist. Der Geld egal ist, weil sie lieber den Kopf in den Wolken hat, Träume jagt und ein unglaublich großes Herz hat. Die niemals ohne Grund und einfach so gehen würde, die lieber an Problemen gemeinsam arbeitet, statt einfach aufzugeben und es hinzunehmen. Ich weiß nicht, was du stattdessen hast. Woher auch. Aber ich hoffe zumindest, dass es dich so glücklich macht, wie ich es gerne tun würde. Dass der Grund, warum sich zu kämpfen nicht lohnt, mehr als pure Gemütlichkeit ist. Ich hab mich damit abgefunden, dass all das für mich unerreichbar bleiben wird und trotzdem. Hättest du etwas gesagt, ich hätte gekämpft.

Wherever I'll go you'll be with me, my first tought and my last. We'll depart in bitterness, one day you'll understand. Carry on, beloved maiden mine, carry on or we have to pay the price. Will you still wait for me, will you still cry for me? Come and take my hand.

Dienstag, 9. Januar 2018

Abstellgleis.

Ich hasse es, von meinen Gefühlen überfahren zu werden. Ich hasse es, nicht zu wissen, ob Kämpfen oder Aufgeben besser ist, ob überhaupt irgendetwas davon eine Option ist. Und worum man im Endeffekt überhaupt kämpfen würde. Ich hasse es, wenn das Leben schlichtweg einfach beschließt, einen vor unendlich viele Komplikationen zu stellen und einem dann sagt: "Na dann guck mal, was du draus machst." Weil zu allem immer mindestens zwei Leute gehören und wenn die ihre Beschlüsse einfach ohne einen treffen... was dann? 
Verlustängste hatte ich schon immer, das ist nichts Neues. Nur waren sie lange ziemlich ruhig, weil ich keine Angst haben musste. Weil ich eben aus der Vergangenheit dazugelernt und besser auf mich aufgepasst hab. Und jetzt ist da plötzlich wieder das alte, große, dunkle Loch, das sich immer mal wieder einen Millimeter erweitert, damit ich es nicht merke. Oder erst dann, wenn es schon zu spät ist. Und dabei hätte ich es besser wissen müssen. Ich weiß genau, warum mir das Wiedererwachen dieser Gefühle Angst gemacht hat. Ich weiß genau, warum mein Verstand die ganze Zeit gebrüllt hat, dass das alles eine scheiß dumme Idee ist - und dann doch meinem Herzen gefolgt bin, ganz einfach, weil es mich glücklich gemacht hat. Und jetzt sitze ich hier wieder wie der letzte Vollidiot und lasse Dinge über meinen Kopf hinweg entscheiden, mit mir umgehen, als würde mich das alles nichts angehen. Wie unglaublich scheinheilig. Mich erst mit hinein reißen, während ich mich auf sicherer Distanz halten wollte und dann den Moralapostel spielen, obwohl ich eigentlich nicht einmal so tief da hinein gelangen wollte. Es tut weh, es tut unglaublich weh und ich frage mich tatsächlich, was an all dem noch etwas mit Freundschaft zutun haben soll.Wie kann man nur so feige sein, hinter sich mit gutem Gewissen ein Schlachtfeld zurückzulassen und dabei einfach munter pfeifend wegspazieren? Ich habe es so unglaublich satt... ich will nicht immer nur die Happy-Pill für ein paar Monate sein, bis man mit sich selbst wieder klar kommt und dann einfach beschließt, dass man sie absetzt und mit dem Arsch nicht mehr anschaut. Ich versteh nicht, wie es so weit kommen konnte, an welchem Punkt eigentlich die Kontrolle in einen anderen Besitz überging und wieso man sich als Einzelner überhaupt die Macht herausnimmt, Entscheidungen zu fällen und andere darüber nicht mehr in Kenntnis zu setzen. Was genau daran hat noch was mit Freundschaft oder sonst irgendwas zu tun? Was genau daran zeigt mir denn, dass ich angeblich so wichtig bin und dass mir gewünscht wird, dass ich glücklich bin? Wie kann man nur so unglaublich feige sein. Bis vor kurzem dachte ich mir noch, dass es all das irgendwie wert war, ganz einfach, weil ich glücklich war, aber dieses Ende... so wünschte ich, wir hätten das einfach niemals angefangen.

"Take me back to the night we met. And then I can tell myself what the hell I'm supposed to do. And then I can tell myself not to ride along with you. I had all and then most of you, some and now none of you. Take me back to the night we met. I don't know what I'm supposed to do, haunted by the ghost of you. Oh, take me back to the night we met."