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Donnerstag, 23. September 2021

Mittelfinger in die Luft.

 Mir fehlen selten die Worte. Aber hey, du kannst stolz sein, du hast es geschafft. Ich finde es traurig, wie du in den letzten zwei Jahren scheinbar nichts gelernt hast. Ich hatte dir wirklich von Herzen gewünscht, dass du lernst, dir selbst zu helfen. Dass dich eine Therapie weiter bringt. Dass du merkst, dass du selbst für dein Glück verantwortlich bist. Ich wollte dir dabei helfen, das wolltest du nicht. Auch fein. Aber es macht mich ein bisschen traurig, dass du es scheinbar immer noch nicht hingekriegt hast. Dass sich nichts für dich geändert hat. Und hauptsächlich bin ich gerade furchtbar wütend. Keine Ahnung, ob das deine Absicht war mit der unverschämten Nachricht, die du geschrieben hast. In der du mal wieder das Opfer deiner Umstände bist. In dem du zurückgelassen wurdest, obwohl du den Abstand zu alles und jedem gesucht hast. Nummern getauscht, sie kaum jemanden gegeben, nie auch nur ein Sterbenswort über das verloren, was da passiert ist. Weißt du, was der Unterschied zwischen uns ist? Ich will nicht in meinem Loch versauern. Ich stelle mich den Konsequenzen, die mein Handeln hatte. Ich hab mich trotz allem vor die Leute gestellt und jeder, der Fragen hatte, hätte sie mir stellen können. Und auch, wenn ich mich am Liebsten in eine Ecke verkrochen hätte, habe ich es nicht getan. Ich war verunsichert, traurig, gebrochen. Und trotzdem habe ich mich hingestellt und habe mit allen gesprochen, Anwesenheit und Interesse gezeigt. Und du fragst dich dann wirklich, warum du keine Freunde mehr hast? Nachdem du selbst alles dafür getan hast, dass dem so ist? Wenn jemand um Verzeihung bittet - und das aufrichtig - dann gibt es eine Chance, sie ihm zu gewähren. Aber zu erwarten, dass alle so tun, als wäre nie etwas gewesen... wie narzisstisch kann man eigentlich sein?  

Es ist eine Frechheit, was du mir da geschrieben hast. Nicht ein Wort der Reue, der Entschuldigung. Das würde ja Größe erfordern. Ich wäre ja sogar bereit gewesen, dir zu verzeihen, so halbwegs. Aber jetzt kannst du mich mal kreuzweise, ehrlich. Statt dir einzugestehen, wie krass du mich zwei Jahre lang benutzt und mit mir gespielt hast, erzählst du mir lieber wie unfair es ist, dass ich mich aus dem Loch herausgearbeitet habe. Was maßt du dir eigentlich an, uns in unserer Schuld gleichzusetzen? Dich sogar noch über mich zu erheben? Du bist nicht das Zentrum des Universums. Ich hatte wirklich gehofft, dass du dich änderst. Nicht mehr für mich, sondern für dein eigenes Seelenheil. Aber bei so einer Einstellung, wie willst du da überhaupt jemals wirkliches Glück finden? Bei mir ist auch nicht alles Gold, was glänzt, aber ich habe mich geweigert, mich von all dem, was passiert ist, kaputtmachen zu lassen. Von dir kaputtmachen zu lassen. Mittlerweile kann ich es sogar endlich sagen, dass du das warst. Und ich bin verdammt stolz darauf, nicht untergegangen zu sein. Für mich war vieles echt. Für dich war es Spiel. Ich bin ein Herzmensch. Du bist nur dein eigener König. Und da fragst du dich wirklich, warum man dir nicht hinterher rennt? Nachdem du selbst alle Brücken niedergebrannt hast? Wirklich, ich versteh dich nicht. Wie verblendet kann man sein?

Ich wünsche dir, dass du irgendwann in den Spiegel blickst und endlich verstehst, wer da steht. Und dass du endlich merkst, dass du Hilfe brauchst. Dass du mal deine Weltanschauung überdenken solltest. Dass auch deine Taten Konsequenzen haben und deine Mitmenschen nicht nur Spielfiguren sind, die du rücken kannst, wie du möchtest.

My head used to let you all the time but you never come up no more. The last was like at least a life ago. I don't know you anymore but I know you a little better than before. Heart on the floor, whoa-oh-oh-oh.

Montag, 6. September 2021

Kapitel für Kapitel.

 Zwei Jahre Stille. Zwei Jahre nichts. Du hast dich damals mit den Worten verabschiedet, dass du das Kapitel von uns schließen und nie wieder reingucken willst. Dass du mich vergessen willst. Ich höre es noch genau in meinen Ohren; als wenn all das - du, ich, wir - nie was wert gewesen wäre und du uns für nichts und wieder nichts durch die Hölle geschickt hast. Wie du meintest, ich wäre das Symptom deiner psychischen Probleme. Was im Übrigen der schlimmste Satz ist, den man mir jemals vor die Füße geworfen hat. Bei dem ich lange gebraucht habe, um nun bitter auflachen zu können statt bitterlich zu weinen. Dein letzter großer Tiefschlag gegen mich. Damit hast du damals alles entwertet und all das, was ich mit dir, für dich, wegen dir durchgemacht habe, ins Lächerliche gezogen. Ich seh dich immer noch vor mir sitzen, höre es dich immer noch sagen. Das hat mich fertig gemacht. Und jetzt, zwei Jahre später, hängst du auf meinem Instagram-Profil rum. So viel also dazu, dass du das Kapitel zugemacht hast. Likest ein Bild, ziehst es zurück, blockierst mich. Als wenn ich was falsch gemacht hätte, weil du dir mein Profil anschaust. Was soll das? Was willst du mir damit sagen? Dass du mich damals angelogen hast, als du meintest, es wäre alles nie echt gewesen? Oder dass du dein Gewissen beruhigen willst, indem du jetzt meinst, dass mein Leben ja doch ganz gut läuft? Denn wenn dem so ist, dann vergiss es. Du hast riesige Narben hinterlassen, Traurigkeit, Selbstzweifel. Einen trüben Schleier über vieles, das ich tue, erlebe, denke gelegt. Es fühlt sich mittlerweile alles fragil an, mein Glück, meine Nerven, meine Launen, jedes Lachen. Ich bin nicht mehr so wie früher. Du hast mich verändert. Ich weine immer noch ab und an einfach so wegen dir und all dem, was war; das Gute, das Schlechte und alles, was gelogen und echt war. Also wenn du nur da warst, um dich selbst zu beruhigen, dass es mir ja auch so ganz gut geht ohne dich: Ja, ich komme mittlerweile klar. Aber der Weg dahin war scheiße. Mein Kampf ist immer noch lange nicht vorbei. Es hat mich viel gekostet, bis hierhin zu kommen, um halbwegs über dich hinweg zu kommen und die Leerstelle, die du auch als Freund hinterlassen hast, besser ignorieren zu können. Und nein, das macht all das Geschehene keinen Deut besser, entschuldigt nichts. Es verzeiht nichts. Aber dir war es ja sowieso nie wichtig, dich einmal aufrichtig für all das zu entschuldigen, was du mit mir angestellt hast. Auch wenn ich mir so viel Rückgrat immer gewünscht habe.

Also, was sollte deine Aktion jetzt? Ein kurzer Blick, ob du immer noch die Kontrolle über mich hast? Ob du jetzt mit dir selbst besser leben kannst? Oder ist dir einfach aufgefallen, dass es vielleicht doch echter war, als du es uns zugestehen wolltest? Ich habe aufgegeben, dich verstehen zu wollen. Ich will nicht darüber nachdenken, was du dort zu suchen hattest, ob du dich ärgerst oder erleichtert bist und trotzdem tue ich es. Erst Recht, weil du und deine Perle nachweislich beide innerhalb von 48 Stunden auf meinem Profil wart, wie billige Voyeure, die wissen wollen, wer von uns das bessere Karma erwischt hat. Sprecht ihr über uns? Lästert ihr? Bringt euch das irgendwas? Amüsiert ihr euch oder fühlt ihr euch bedroht? Und warum blockierst du mich direkt danach wieder, als wenn ich was falsch gemacht hätte? Als wenn meine Existenz etwas Schlimmes wäre. Als wenn ich dich in die Scheiße geritten hätte statt anders herum. Als würde ich das alles nicht merken. Für wie dumm hältst du mich? Ich habe dich in Ruhe gelassen. Meine Gefühle und Gedanken, wenn ich sie nicht mehr ausgehalten habe, niedergeschrieben, so wie jetzt. Ich kann nicht einfach das Kapitel zumachen, abschließen, nie wieder dran zurückdenken, so wie du es damals wolltest. Das geht einfach nicht. Du bist kein Kapitel bei mir, sondern ein ganzes Buch. Die Grundlage der Hauptgeschichte. Du warst mir zu wichtig und hast mir zu sehr weh getan. Und du bist immer noch überall zu präsent. Und leider, leider, leider schaffst du es, mich mit nur so etwas Blödem wie einem "Like" komplett aus der Fassung zu bringen. Wenn du noch irgendwas zu sagen hast, dann sag es. Aber hör auf, irgendwelche Spielchen zu spielen. Mich ohne Grund an die Vergangenheit erinnern zu müssen; das brauche ich nicht, das weiß ich auch so. Wie könnte ich das alles jemals vergessen? Ich trage es jeden Tag mit mir.


"I waited for something and something died. So I waited for nothing and nothing arrived."