Ich hasse es, von meinen Gefühlen überfahren zu werden. Ich hasse es, nicht zu wissen, ob Kämpfen oder Aufgeben besser ist, ob überhaupt irgendetwas davon eine Option ist. Und worum man im Endeffekt überhaupt kämpfen würde. Ich hasse es, wenn das Leben schlichtweg einfach beschließt, einen vor unendlich viele Komplikationen zu stellen und einem dann sagt: "Na dann guck mal, was du draus machst." Weil zu allem immer mindestens zwei Leute gehören und wenn die ihre Beschlüsse einfach ohne einen treffen... was dann?
Verlustängste hatte ich schon immer, das ist nichts Neues. Nur waren sie lange ziemlich ruhig, weil ich keine Angst haben musste. Weil ich eben aus der Vergangenheit dazugelernt und besser auf mich aufgepasst hab. Und jetzt ist da plötzlich wieder das alte, große, dunkle Loch, das sich immer mal wieder einen Millimeter erweitert, damit ich es nicht merke. Oder erst dann, wenn es schon zu spät ist. Und dabei hätte ich es besser wissen müssen. Ich weiß genau, warum mir das Wiedererwachen dieser Gefühle Angst gemacht hat. Ich weiß genau, warum mein Verstand die ganze Zeit gebrüllt hat, dass das alles eine scheiß dumme Idee ist - und dann doch meinem Herzen gefolgt bin, ganz einfach, weil es mich glücklich gemacht hat. Und jetzt sitze ich hier wieder wie der letzte Vollidiot und lasse Dinge über meinen Kopf hinweg entscheiden, mit mir umgehen, als würde mich das alles nichts angehen. Wie unglaublich scheinheilig. Mich erst mit hinein reißen, während ich mich auf sicherer Distanz halten wollte und dann den Moralapostel spielen, obwohl ich eigentlich nicht einmal so tief da hinein gelangen wollte. Es tut weh, es tut unglaublich weh und ich frage mich tatsächlich, was an all dem noch etwas mit Freundschaft zutun haben soll.Wie kann man nur so feige sein, hinter sich mit gutem Gewissen ein Schlachtfeld zurückzulassen und dabei einfach munter pfeifend wegspazieren? Ich habe es so unglaublich satt... ich will nicht immer nur die Happy-Pill für ein paar Monate sein, bis man mit sich selbst wieder klar kommt und dann einfach beschließt, dass man sie absetzt und mit dem Arsch nicht mehr anschaut. Ich versteh nicht, wie es so weit kommen konnte, an welchem Punkt eigentlich die Kontrolle in einen anderen Besitz überging und wieso man sich als Einzelner überhaupt die Macht herausnimmt, Entscheidungen zu fällen und andere darüber nicht mehr in Kenntnis zu setzen. Was genau daran hat noch was mit Freundschaft oder sonst irgendwas zu tun? Was genau daran zeigt mir denn, dass ich angeblich so wichtig bin und dass mir gewünscht wird, dass ich glücklich bin? Wie kann man nur so unglaublich feige sein. Bis vor kurzem dachte ich mir noch, dass es all das irgendwie wert war, ganz einfach, weil ich glücklich war, aber dieses Ende... so wünschte ich, wir hätten das einfach niemals angefangen.
"Take me back to the night we met. And then I can tell myself what the hell I'm supposed to do. And then I can tell myself not to ride along with you. I had all and then most of you, some and now none of you. Take me back to the night we met. I don't know what I'm supposed to do, haunted by the ghost of you. Oh, take me back to the night we met."
