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Dienstag, 12. März 2013

Wer schön sein will muss leiden - und wer nicht, der tut's dennoch.

Ja, richtig vermutet, es kommt gleich wieder mein Lieblingsspruch: Die Gesellschaft ist an allem Schuld! Naja, nicht ganz, immerhin hat das nun kommende auch eine Menge mit Selbsteinschätzung und -wertschätzung zu tun, aber dennoch ist der gesellschaftliche Einfluss nicht zu leugnen.
Schönheitsideale gab es schon immer - jeder kennt wohl die Damen, die Rubens malte und auch jeder kennt die dünnen, schlanken, großen Menschen, die heutzutage als bildschön und perfekt abgestempelt werden. Sicher, ich schließe mich da nicht aus, unter all den Glamour-Sternchen und Stars sage auch ich, dass viele bildschöne Menschen dabei sind, doch kommen die aus einer fast gänzlich anderen Welt als wir Otto-Normal-Menschen. Make-Up, Stylisten, Photoshop und jede Menge Geld sind dort das Geheimnis, etwas, das hier wohl die wenigsten nachahmen können. Und doch gelten für uns die gleichen Standards wie für das Model, das am Billboard prangt und Bikinis bewirbt: schlank soll man sein, reine Haut haben und einen Augenaufschlag, bei dem einen im Idealfall die Knie zittern. Wenn man all das vorweisen kann, gilt man dann vielleicht als sexy genug? Fühlt man sich dann auch so?
Diese Vorstellung des perfekten, schönen Menschen, übt auf viele Menschen Druck aus - auf manche so unvorstellbaren, dass ich über den Part gar nicht reden will. Ich weiß nicht, was sie durchmachen und maße mich daher erst gar nicht an, so tun zu wollen, als wüsste ich, was da vorgeht. Letztlich ist alles nur eine Frage der eigenen Zufriedenheit - wenn ich mich selbst in meinem Körper wohl fühle, dann kann mir doch der Rest egal sein, oder? Außer, andere schaffen es, einem Zweifel einzureden. Und gerade in so oberflächlichen Themen wie dem Aussehen ist die Gesellschaft gerne so kritisch wie sie nur sein kann und hält mit ihrer Meinung auch nicht hinterm Berg. Es wird so viel auf den ersten Eindruck und Aussehen reduziert, dass eine falsche Outfit-Wahl einem schon einen Ruf einfangen kann, den man eigentlich gar nicht verdient. Man muss schön sein oder aber zumindest das Beste aus sich gemacht haben, um positiv bemerkt zu werden und überhaupt "ansprechend" genug zu sein. Womit die Leute, die sich nicht viel um Kram wie Make-Up, Mode und dem richtigen Hüftschwung scheren, definitiv ein Problem haben.
Eigentlich zähle ich mich selbst zu dieser Kategorie. Klar, man will nicht aussehen als wenn man in der Mülltonne geschlafen hätte, aber mir reicht es auch aus, nur einen kurzen Blick in den Spiegel zu werfen um zu wissen, ob mir nicht zufällig noch das Frühstück im Gesicht hängt. Jaja, ich hör die bösen Zungen schon sagen: So siehst du auch aus. Mag sein. Allerdings finde ich es ätzend, dass solche Dinge wohl scheinbar zu einem "richtigen Mädchen" zu gehören haben - wir müssen immer hübsch aussehen. Wie jeder andere habe ich auch so meine Probleme mit meinem Körper, mein Gewicht bzw. meine Figur allerdings gehörten nie dazu. Eigentlich. Denn nun habe ich nach gefühlten Jahrzehnten ein wenig zugenommen (was eigentlich nicht verwerflich wäre) und die ersten dummen Sprüche kommen. Waren es früher die Magersucht-Sätze, so kommen nun die, bei denen man auf sein Gewicht aufpassen sollte, nicht, dass es nicht vielleicht noch extremer wird. Diese haben mittlerweile so ein Ausmaß erreicht, dass ich sie tatsächlich selbst glaube, aus Angst, sie könnten Recht haben. Aus Angst, dass man nur aufgrund solcher Oberflächlichkeiten abgestempelt wird und einem schöne Dinge entgehen könnten - auch wenn es eigentlich auf die Menschen ankäme, die sich um so etwas nicht scheren. Aber mal ehrlich, wer ignoriert schon seinen ersten Eindruck und rückt gerne von dem sich gemachten Bild ab? Die Welt ist nun mal oberflächlich, ich spreche mich davon auch nicht frei und etwas dagegen tun kann man eh nicht - also müssen nun Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Richtig gehört. Das Mädchen, das lautstark "Sport ist Mord" brüllt oder aber "Gewicht ist mir sowas von egal" bewegt sich nun, in der Hoffnung, ihrem Gewichttrend entgegen zu wirken. Um Bauchansätze verschwinden zu lassen. Um zumindest den Part, mit dem man mal zufrieden war, irgendwie bei zu behalten. Ich muss gestehen, nicht jeder Sport ist Mord und sicher könnte man mehr für die Figur tun als ich das gerade mache, aber für mich ist das schon ein riesiger Schritt, überhaupt etwas zu tun. Das Traurige ist nur, dass ich (noch) nicht weiß, für wen ich das eigentlich tue - für mich, um mich wohl zu fühlen, oder für die Sprüche-Reißer und Außenbetrachter, die mit meinem Anblick leben müssen und mich dann hoffentlich wieder in Ruhe lassen, damit ich mich wieder wohl fühlen kann, so wie ich bin - auf die Gefahr hin, mir wieder die anderen, alten Sprüche anhören zu müssen. Doch wahrscheinlich wird man eh nie das  vorherrschende Schönheitsideal erreichen - wenn man es jedoch nicht versucht, so kann man es sich wohl Ewigkeiten als Vorhaltung anhören dürfen und wird einem als so schlimm verkauft als wenn man dessen Katze überfahren hätte. 

Mittwoch, 6. März 2013

Denn Geld ist nicht alles.

Die schönsten Dinge im Leben sind unbezahlbar. Eine Weisheit, die in einer Konsumgesellschaft gerne einmal ignoriert wird, aber dennoch so wahr ist. Manchmal erschrecke ich mich schon fast davor, wie schnell die kleinen, schönen Dinge vergessen werden, während sich (gezwungenermaßen) alles nur noch um die Scheine, die die Welt bewegen, dreht. Sicher, ohne Moos nichts los und doch sollte man nicht vergessen, einmal durchzuatmen und sich umzuschauen, was man nicht alles in seinem Leben hat und das völlig unbezahlbar ist.
So banal es auch klingen mag, aber da wäre schon direkt das Wetter - ich für meinen Teil habe mich heute viel draußen aufgehalten, weil die Sonne schien. Es muss nicht einmal warm sein, Sonne tanken und sich dazu vielleicht noch etwas zu bewegen genügt schon. Ein paar Feldwege entlang fahren, zwischen den Bäumen und Feldern sein und den Blick durch die Natur schweifen lassen, das sind die schönen Anblicke, die man jeden Tag auf's Neue vor seinen Augen haben kann. Einfach mal die Ruhe genießen und die Schönheit, die sich einem von ganz alleine eröffnet. 
Noch schöner allerdings ist es, wenn man dann solche Dinge auch mit jemanden teilen kann. Vielleicht kann man sich Freunde kaufen - es soll ja Leute geben, die für Geld alles tun -  allerdings sind dies nie diejenigen, auf die es letztlich ankommt. Es gibt viele Arten von Freunden. Da sind die, die man mag, aber mit denen man nur über Belangloses spricht, weil man sie eben doch nicht genug mag oder die Vertrauensbasis nicht da ist - vielleicht ist man sich auch einfach nur unsicher, als was für eine Art Freund man selbst bei ihnen gehandelt wird. Sie sind vorrangig für den Spaß da; vielleicht unternimmt man zusammen etwas, lacht viel und kann auch schweigen, denn irgendwann sind die oberflächlichen Themen abgegrast - oder vielleicht findet man auch immer wieder neue Themen, eben weil man mit diesen Menschen einfach nicht schweigen kann, da es einem unangenehm erscheint. Dann gibt es die Party-Freunde, die man nur auf Veranstaltungen trifft, die Hälfte der Zeit wahrscheinlich durch Zufall und die man unter normalen Bedingungen vielleicht eher nicht als Freund betiteln würde. Auch gerne mal anzutreffen sind die Freunde, die es nur sind, solang man ihnen nach dem Mund redet oder aber selbst nicht auf ihre Freundschaftsdienste angewiesen ist. Und dann sind da die Freunde, die immer für einen da sind. Diejenigen, die einem noch immer nicht entnervt den Handschuh hinschmeißen, weil man zum gefühlten tausendsten Mal über die gleichen Dinge jammert. Diejenigen, die nicht einmal physisch in deiner Nähe sein müssen, um einem nah zu sein. Diejenigen, mit denen man sich auch wortlos versteht, bei denen kein Thema zu ernst erscheint, um es für sich zu behalten und bei denen es unmöglich erscheint, Grenzen der Freundschaft zu überschreiten. Man kann zusammen lachen, zusammen traurig sein und man kann auch mal schweigen, ohne gleich das Gefühl haben zu müssen, sich anzuöden. Es sind die, die man nicht um Hilfe bitten müssen, sondern einfach direkt da sind, bei denen kein Druck mehr besteht, einen guten Eindruck hinterlassen zu müssen. Das sind Dinge, die nicht käuflich sind und doch das ganz Essentielle, das, was das Leben lebenswert macht. 
Und zu diesen Menschen gehören auch noch andere Dinge: gemeinsame Erinnerungen. Etwas, was niemand einem nehmen kann und das man sich jahrelang wie kleine Schätze in das Herz einschließen kann, um sie an trüben Tagen wieder rauszuholen und sich damit die Laune wieder ein wenig aufzupolieren. Seien es nun Gespräche, Ausflüge, ein paar Insider-Witze, egal was. Dafür bin ich wirklich dankbar, tatsächlich so etwas in meinem Leben zu haben - und ich hoffe, die betreffenden Menschen sind sich darüber auch im Klaren. Danke für Alles und das auch noch so ganz ohne dafür bestochen zu werden.