Die schönsten Dinge im Leben sind unbezahlbar. Eine Weisheit, die in einer Konsumgesellschaft gerne einmal ignoriert wird, aber dennoch so wahr ist. Manchmal erschrecke ich mich schon fast davor, wie schnell die kleinen, schönen Dinge vergessen werden, während sich (gezwungenermaßen) alles nur noch um die Scheine, die die Welt bewegen, dreht. Sicher, ohne Moos nichts los und doch sollte man nicht vergessen, einmal durchzuatmen und sich umzuschauen, was man nicht alles in seinem Leben hat und das völlig unbezahlbar ist.
So banal es auch klingen mag, aber da wäre schon direkt das Wetter - ich für meinen Teil habe mich heute viel draußen aufgehalten, weil die Sonne schien. Es muss nicht einmal warm sein, Sonne tanken und sich dazu vielleicht noch etwas zu bewegen genügt schon. Ein paar Feldwege entlang fahren, zwischen den Bäumen und Feldern sein und den Blick durch die Natur schweifen lassen, das sind die schönen Anblicke, die man jeden Tag auf's Neue vor seinen Augen haben kann. Einfach mal die Ruhe genießen und die Schönheit, die sich einem von ganz alleine eröffnet.
Noch schöner allerdings ist es, wenn man dann solche Dinge auch mit jemanden teilen kann. Vielleicht kann man sich Freunde kaufen - es soll ja Leute geben, die für Geld alles tun - allerdings sind dies nie diejenigen, auf die es letztlich ankommt. Es gibt viele Arten von Freunden. Da sind die, die man mag, aber mit denen man nur über Belangloses spricht, weil man sie eben doch nicht genug mag oder die Vertrauensbasis nicht da ist - vielleicht ist man sich auch einfach nur unsicher, als was für eine Art Freund man selbst bei ihnen gehandelt wird. Sie sind vorrangig für den Spaß da; vielleicht unternimmt man zusammen etwas, lacht viel und kann auch schweigen, denn irgendwann sind die oberflächlichen Themen abgegrast - oder vielleicht findet man auch immer wieder neue Themen, eben weil man mit diesen Menschen einfach nicht schweigen kann, da es einem unangenehm erscheint. Dann gibt es die Party-Freunde, die man nur auf Veranstaltungen trifft, die Hälfte der Zeit wahrscheinlich durch Zufall und die man unter normalen Bedingungen vielleicht eher nicht als Freund betiteln würde. Auch gerne mal anzutreffen sind die Freunde, die es nur sind, solang man ihnen nach dem Mund redet oder aber selbst nicht auf ihre Freundschaftsdienste angewiesen ist. Und dann sind da die Freunde, die immer für einen da sind. Diejenigen, die einem noch immer nicht entnervt den Handschuh hinschmeißen, weil man zum gefühlten tausendsten Mal über die gleichen Dinge jammert. Diejenigen, die nicht einmal physisch in deiner Nähe sein müssen, um einem nah zu sein. Diejenigen, mit denen man sich auch wortlos versteht, bei denen kein Thema zu ernst erscheint, um es für sich zu behalten und bei denen es unmöglich erscheint, Grenzen der Freundschaft zu überschreiten. Man kann zusammen lachen, zusammen traurig sein und man kann auch mal schweigen, ohne gleich das Gefühl haben zu müssen, sich anzuöden. Es sind die, die man nicht um Hilfe bitten müssen, sondern einfach direkt da sind, bei denen kein Druck mehr besteht, einen guten Eindruck hinterlassen zu müssen. Das sind Dinge, die nicht käuflich sind und doch das ganz Essentielle, das, was das Leben lebenswert macht.
Und zu diesen Menschen gehören auch noch andere Dinge: gemeinsame Erinnerungen. Etwas, was niemand einem nehmen kann und das man sich jahrelang wie kleine Schätze in das Herz einschließen kann, um sie an trüben Tagen wieder rauszuholen und sich damit die Laune wieder ein wenig aufzupolieren. Seien es nun Gespräche, Ausflüge, ein paar Insider-Witze, egal was. Dafür bin ich wirklich dankbar, tatsächlich so etwas in meinem Leben zu haben - und ich hoffe, die betreffenden Menschen sind sich darüber auch im Klaren. Danke für Alles und das auch noch so ganz ohne dafür bestochen zu werden.

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