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Donnerstag, 23. September 2021

Mittelfinger in die Luft.

 Mir fehlen selten die Worte. Aber hey, du kannst stolz sein, du hast es geschafft. Ich finde es traurig, wie du in den letzten zwei Jahren scheinbar nichts gelernt hast. Ich hatte dir wirklich von Herzen gewünscht, dass du lernst, dir selbst zu helfen. Dass dich eine Therapie weiter bringt. Dass du merkst, dass du selbst für dein Glück verantwortlich bist. Ich wollte dir dabei helfen, das wolltest du nicht. Auch fein. Aber es macht mich ein bisschen traurig, dass du es scheinbar immer noch nicht hingekriegt hast. Dass sich nichts für dich geändert hat. Und hauptsächlich bin ich gerade furchtbar wütend. Keine Ahnung, ob das deine Absicht war mit der unverschämten Nachricht, die du geschrieben hast. In der du mal wieder das Opfer deiner Umstände bist. In dem du zurückgelassen wurdest, obwohl du den Abstand zu alles und jedem gesucht hast. Nummern getauscht, sie kaum jemanden gegeben, nie auch nur ein Sterbenswort über das verloren, was da passiert ist. Weißt du, was der Unterschied zwischen uns ist? Ich will nicht in meinem Loch versauern. Ich stelle mich den Konsequenzen, die mein Handeln hatte. Ich hab mich trotz allem vor die Leute gestellt und jeder, der Fragen hatte, hätte sie mir stellen können. Und auch, wenn ich mich am Liebsten in eine Ecke verkrochen hätte, habe ich es nicht getan. Ich war verunsichert, traurig, gebrochen. Und trotzdem habe ich mich hingestellt und habe mit allen gesprochen, Anwesenheit und Interesse gezeigt. Und du fragst dich dann wirklich, warum du keine Freunde mehr hast? Nachdem du selbst alles dafür getan hast, dass dem so ist? Wenn jemand um Verzeihung bittet - und das aufrichtig - dann gibt es eine Chance, sie ihm zu gewähren. Aber zu erwarten, dass alle so tun, als wäre nie etwas gewesen... wie narzisstisch kann man eigentlich sein?  

Es ist eine Frechheit, was du mir da geschrieben hast. Nicht ein Wort der Reue, der Entschuldigung. Das würde ja Größe erfordern. Ich wäre ja sogar bereit gewesen, dir zu verzeihen, so halbwegs. Aber jetzt kannst du mich mal kreuzweise, ehrlich. Statt dir einzugestehen, wie krass du mich zwei Jahre lang benutzt und mit mir gespielt hast, erzählst du mir lieber wie unfair es ist, dass ich mich aus dem Loch herausgearbeitet habe. Was maßt du dir eigentlich an, uns in unserer Schuld gleichzusetzen? Dich sogar noch über mich zu erheben? Du bist nicht das Zentrum des Universums. Ich hatte wirklich gehofft, dass du dich änderst. Nicht mehr für mich, sondern für dein eigenes Seelenheil. Aber bei so einer Einstellung, wie willst du da überhaupt jemals wirkliches Glück finden? Bei mir ist auch nicht alles Gold, was glänzt, aber ich habe mich geweigert, mich von all dem, was passiert ist, kaputtmachen zu lassen. Von dir kaputtmachen zu lassen. Mittlerweile kann ich es sogar endlich sagen, dass du das warst. Und ich bin verdammt stolz darauf, nicht untergegangen zu sein. Für mich war vieles echt. Für dich war es Spiel. Ich bin ein Herzmensch. Du bist nur dein eigener König. Und da fragst du dich wirklich, warum man dir nicht hinterher rennt? Nachdem du selbst alle Brücken niedergebrannt hast? Wirklich, ich versteh dich nicht. Wie verblendet kann man sein?

Ich wünsche dir, dass du irgendwann in den Spiegel blickst und endlich verstehst, wer da steht. Und dass du endlich merkst, dass du Hilfe brauchst. Dass du mal deine Weltanschauung überdenken solltest. Dass auch deine Taten Konsequenzen haben und deine Mitmenschen nicht nur Spielfiguren sind, die du rücken kannst, wie du möchtest.

My head used to let you all the time but you never come up no more. The last was like at least a life ago. I don't know you anymore but I know you a little better than before. Heart on the floor, whoa-oh-oh-oh.

Montag, 6. September 2021

Kapitel für Kapitel.

 Zwei Jahre Stille. Zwei Jahre nichts. Du hast dich damals mit den Worten verabschiedet, dass du das Kapitel von uns schließen und nie wieder reingucken willst. Dass du mich vergessen willst. Ich höre es noch genau in meinen Ohren; als wenn all das - du, ich, wir - nie was wert gewesen wäre und du uns für nichts und wieder nichts durch die Hölle geschickt hast. Wie du meintest, ich wäre das Symptom deiner psychischen Probleme. Was im Übrigen der schlimmste Satz ist, den man mir jemals vor die Füße geworfen hat. Bei dem ich lange gebraucht habe, um nun bitter auflachen zu können statt bitterlich zu weinen. Dein letzter großer Tiefschlag gegen mich. Damit hast du damals alles entwertet und all das, was ich mit dir, für dich, wegen dir durchgemacht habe, ins Lächerliche gezogen. Ich seh dich immer noch vor mir sitzen, höre es dich immer noch sagen. Das hat mich fertig gemacht. Und jetzt, zwei Jahre später, hängst du auf meinem Instagram-Profil rum. So viel also dazu, dass du das Kapitel zugemacht hast. Likest ein Bild, ziehst es zurück, blockierst mich. Als wenn ich was falsch gemacht hätte, weil du dir mein Profil anschaust. Was soll das? Was willst du mir damit sagen? Dass du mich damals angelogen hast, als du meintest, es wäre alles nie echt gewesen? Oder dass du dein Gewissen beruhigen willst, indem du jetzt meinst, dass mein Leben ja doch ganz gut läuft? Denn wenn dem so ist, dann vergiss es. Du hast riesige Narben hinterlassen, Traurigkeit, Selbstzweifel. Einen trüben Schleier über vieles, das ich tue, erlebe, denke gelegt. Es fühlt sich mittlerweile alles fragil an, mein Glück, meine Nerven, meine Launen, jedes Lachen. Ich bin nicht mehr so wie früher. Du hast mich verändert. Ich weine immer noch ab und an einfach so wegen dir und all dem, was war; das Gute, das Schlechte und alles, was gelogen und echt war. Also wenn du nur da warst, um dich selbst zu beruhigen, dass es mir ja auch so ganz gut geht ohne dich: Ja, ich komme mittlerweile klar. Aber der Weg dahin war scheiße. Mein Kampf ist immer noch lange nicht vorbei. Es hat mich viel gekostet, bis hierhin zu kommen, um halbwegs über dich hinweg zu kommen und die Leerstelle, die du auch als Freund hinterlassen hast, besser ignorieren zu können. Und nein, das macht all das Geschehene keinen Deut besser, entschuldigt nichts. Es verzeiht nichts. Aber dir war es ja sowieso nie wichtig, dich einmal aufrichtig für all das zu entschuldigen, was du mit mir angestellt hast. Auch wenn ich mir so viel Rückgrat immer gewünscht habe.

Also, was sollte deine Aktion jetzt? Ein kurzer Blick, ob du immer noch die Kontrolle über mich hast? Ob du jetzt mit dir selbst besser leben kannst? Oder ist dir einfach aufgefallen, dass es vielleicht doch echter war, als du es uns zugestehen wolltest? Ich habe aufgegeben, dich verstehen zu wollen. Ich will nicht darüber nachdenken, was du dort zu suchen hattest, ob du dich ärgerst oder erleichtert bist und trotzdem tue ich es. Erst Recht, weil du und deine Perle nachweislich beide innerhalb von 48 Stunden auf meinem Profil wart, wie billige Voyeure, die wissen wollen, wer von uns das bessere Karma erwischt hat. Sprecht ihr über uns? Lästert ihr? Bringt euch das irgendwas? Amüsiert ihr euch oder fühlt ihr euch bedroht? Und warum blockierst du mich direkt danach wieder, als wenn ich was falsch gemacht hätte? Als wenn meine Existenz etwas Schlimmes wäre. Als wenn ich dich in die Scheiße geritten hätte statt anders herum. Als würde ich das alles nicht merken. Für wie dumm hältst du mich? Ich habe dich in Ruhe gelassen. Meine Gefühle und Gedanken, wenn ich sie nicht mehr ausgehalten habe, niedergeschrieben, so wie jetzt. Ich kann nicht einfach das Kapitel zumachen, abschließen, nie wieder dran zurückdenken, so wie du es damals wolltest. Das geht einfach nicht. Du bist kein Kapitel bei mir, sondern ein ganzes Buch. Die Grundlage der Hauptgeschichte. Du warst mir zu wichtig und hast mir zu sehr weh getan. Und du bist immer noch überall zu präsent. Und leider, leider, leider schaffst du es, mich mit nur so etwas Blödem wie einem "Like" komplett aus der Fassung zu bringen. Wenn du noch irgendwas zu sagen hast, dann sag es. Aber hör auf, irgendwelche Spielchen zu spielen. Mich ohne Grund an die Vergangenheit erinnern zu müssen; das brauche ich nicht, das weiß ich auch so. Wie könnte ich das alles jemals vergessen? Ich trage es jeden Tag mit mir.


"I waited for something and something died. So I waited for nothing and nothing arrived."

Donnerstag, 17. September 2020

Witzig. Da ist er, der eine Ort, an dem du mich noch nicht blockiert oder aus deinen Freunden geschmissen hast. Vermutlich, weil es dir da gar nicht auffällt, auch wenn ich mich frage, warum du dort überhaupt noch online gehst. Freunde, mit denen du dort kommunizieren könntest, hast du doch wahrscheinlich eh nicht mehr, weil du alle weggeworfen hast. Tatsächlich amüsiert mich das ein kleines bisschen, dass du den einen Fleck übersehen hast, an dem ich dich online sehe. Mit dem Spitznamen, den ich dir gegeben habe, mit dem Icon, das ich dir gebastelt habe. Weißt du, ich denke immer noch an dich, so ein kleines bisschen. Frage mich, ob es dir besser geht und einerseits wüsste ich gerne Bescheid, andererseits möchte ich dich auch nie wieder sehen. Du hast mich angelogen, benutzt, weggeworfen und mit in den Abgrund gerissen. Trotzdem wollte und will ich immer noch nur, dass es dir gut geht, dass du endlich Glück im Leben findest. Von daher: Schön zu sehen, dass du noch lebst. Und das meine ich ernst. Ich werde dir das nicht schreiben, auch wenn die Versuchung kurz groß war. Ich fand es immer wichtig, dass du weißt, dass da jemand ist, dem du wichtig bist. Aber das ist nicht mehr mein Job, das hast du damals, vor einem Jahr, sehr klar gemacht. Und jetzt, nach einem Jahr, merke ich auch, wie es mir langsam besser geht.

Ich denke nicht mehr so oft an dich. Und wenn, dann tut es nicht mehr so weh. Du verblasst immer weiter, bist ein Echo in meinem Kopf und manchmal in meinem Herzen. Nur noch eine Erinnerung. Ein kurzer Gedanke, wenn ich an Orten mit komischen Namen vorbei fahre, zu denen ich dich immer schleppen wollte. Wenn ich ein Spiel oder Video sehe, von dem ich wüsste, dass es dir gefällt. Ein kurzer Panik-Gedanke, wenn ich etwas mit deinen alten Freunden unternehme, weil es ja sein könnte, dass du dort in irgendeiner Form immer noch präsent bist. Wenn ich eine Spielplatz-Schaukel aufsuche, bin ich nicht mehr ganz so tieftraurig. Selbst die Angst, dich zufällig irgendwo zu sehen, wenn ich durch deinen Wohnort fahre, ist nicht mehr so allumfassend. Ich denke immer noch hin und wieder an dich, an die Stunden, in denen ich gemeinsam mit dir wirklich glücklich war und dass ich dich als Freund vermisse. Ich habs immer gesagt und immer gemeint, als Freund wollte ich dich bei all dem nie verlieren. Und ich würde fast waghalsig behaupten, dass ich das mittlerweile auch sein könnte, so eine wirkliche, richtige Freundin ohne Hintergedanken, ohne Sehnsucht, ohne das traurige Was-wäre-wenn-Augenzwinkern. Die letzten eineinhalb Jahre waren schwer für mich, prägend, vermutlich wirklich Lebenskrisen, die nicht aufgehört haben. Und du mittendrin. Mittlerweile fühlt es sich fast wie ein schlechter Traum an, durch den ich dennoch nie wieder durch möchte. Ich bin stolz darauf, da wieder rausgekommen zu sein, wieder zu mir zu finden. Gut, ein kleines Puzzlestück Schwermütigkeit ist bei dir geblieben. Ich habe das Gefühl, auf mich hat sich ein Melancholie-Schleier gelegt, der (noch?) nicht ganz weg will. Der mich davon abhält, mich wieder 100%ig normal zu fühlen. Aber ich bin wieder albern, lebe, liebe, singe, lache. Und ganz, ganz selten, da lache ich ein bisschen für dich mit. Weil ich wüsste, dass dir ein Witz oder Spruch auch gefallen würde. 

Es ist wohl alles besser so, wie es ist. Dass wir keine Freunde sind, ich glaube, das könnten wir nie sein. Du als Mensch fehlst mir dennoch. Aber immerhin nimmst du jeden Tag ein kleines bisschen weniger Platz in meinem Kopf ein und das erleichtert mich. Ich möchte nicht mein Leben lang daran festhalten und knabbern, was du mit mir angestellt hast. Dann würde ich nur verbittert werden und dieser Typ Mensch bin ich nicht. Stattdessen schenke ich dir lieber geistesabwesend hin und wieder ein kurzes, trauriges Lächeln, weil ich was gesehen, gesagt oder gehört habe, das uns mal ausgemacht hat. Vielleicht geht es dir ja auch so. Das würde mich zumindest freuen. Lieber so, als mich als verbotenes Kapitel im Leben zu verbuchen. Und vielleicht, ganz vielleicht, schmunzeln wir so auch einmal ganz unwissend gleichzeitig und machen uns das Leben für eine Mikrosekunde etwas schöner.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Kopfchaos

Du bist in meinem Kopf. Jeden Morgen, jeden Abend und zwischendrin. Und ich bekomme dich da nicht raus, auch, wenn ich sicherlich genug Gründe hätte, um dich zu verabscheuen, zu verteufeln, vielleicht sogar zu hassen. Aber ich kann das nicht. Du hast jetzt zum fünften Mal den Kontakt vollkommen zu mir abgebrochen und jedes Mal war es schlimmer als das Mal zuvor. Und trotzdem tut es mir mehr weh, nicht mit dir zu reden, als es einmal endgültig durchzustehen. Warum? Weil du mir immer noch wichtig bist und weil ich mir Sorgen mache. Ich weiß, ich bin nicht die Einzige, die du vor den Kopf gestoßen hast und ich habe große Angst davor, dass du denkst, das alles nun alleine schaffen zu müssen. Das ist Quatsch. Du liebst mich. Ich liebe dich. Wir sollten füreinander da sein und ich wäre bereit dazu, dich in allem zu unterstützen. Und auch, wenn ich keine Wunder bewirken kann, kann ich kreativ sein und lösungsorientiert denken und falls das nicht hilft, kann ich immer noch schlichtweg einfach für dich da sein. Deine Hand halten, dich küssen, umarmen. Dir Wärme und Zuneigung spenden. Dich nicht alleine lassen. Ich habe Angst, was gerade mit dir passiert, ob du klar kommst oder ob du dich selbst vielleicht zugrunde richtest. Diesen Gedanken werde ich nicht los und er macht mich traurig und besorgt. Ich würde so gerne meine Hand zu dir ausstrecken und sie dir hinhalten, damit ich dich hochziehen kann. Dafür müssen unsere Wege nicht einmal zusammen weiterverlaufen. Ich wüsste eh nicht, wie wir das zwischen uns noch einmal hinkriegen sollten, ohne, dass du an dir selbst arbeitest. Und das ist etwas, das ich eh nicht verlangen kann. Aber ich will, dass es dir gut geht und ich glaube, dass ich dafür einen Beitrag leisten könnte, wenn du mich lassen würdest. Ich bin stetig dazwischen hin und her gerissen, ob ich dir noch weiter hinterher laufen und dich daran erinnern soll, dass ich dich unterstützen will und dass du Part meines Lebens bist, den ich nicht einfach aufgebe. Aber ich möchte auch nicht mein letztes bisschen Würde verlieren, denn ich weiß, dass du mich im vollen Bewusstsein aus deinem Leben verbannt hast. Vollkommen irrational und mit Beweggründen, die nur wenig Sinn ergeben, aber in deinem Kopf erscheinen sie vermutlich logisch. Wie gerne ich in diesen Kopf hineinschauen und verstehen würde. Verstehen, was du denkst und wie du dir alles weitere vorstellst. Verstehen, wie es dir geht und was für eine Rolle ich dabei vielleicht spielen mag. Verstehen, was für dich gerade deine Wahrheit ist und wie sie in meine Wahrheit hinein passt. Ich habe solche Angst, dass du gerade dabei bist, dich zu verrennen. Weiter in ein Unglück steuerst und nicht merkst, dass der Kurs vielleicht geändert werden sollte oder es eben noch andere Routen gibt. Ich hoffe so sehr, irgendwann über irgendwelche Ecken mitzubekommen, dass es dir besser geht, dass du dein Leben ordnen konntest. Natürlich würde ich es am Liebsten von dir hören - aber es würde mir schon einiges an Last von den Schultern nehmen zu wissen, dass es dir besser, ja, vielleicht sogar gut geht. Ich wünsche es mir so sehr, dass es dir gut geht. Und ja, natürlich wünsche ich mir auch, dass du mir wieder Platz in deinem Leben einräumst. Permanent. Dass wir gemeinsam daran arbeiten können, das zwischen uns wieder hinzukriegen. Ich hasse es, ohne dich zu sein, auch wenn ich weiß, dass ich nicht mehr einfach so zu dir zurück kann. Weil ich auch nicht mehr weiß, wie weit ich deinen Worten noch vertrauen kann, wo es dir doch so leicht fällt, mir immer wieder vor den Kopf zu stoßen. Ich würde so gerne unsere Luftschlösser wirklich auf Grund und Boden bauen.
Ich liebe dich. Ich hoffe, es geht dir gut. Ich vermisse dich. Und ich hoffe, du findest deinen Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Schall und Rauch.


Es gibt noch so viel zu sagen. Dinge, die ich aussprechen muss, die du hören solltest, nein, müsstest, weil sie vielleicht auch bei dir noch einmal etwas bewegen. Und selbst wenn nicht, dann eben, weil du es verdient hast, dass man es dir einmal an den Kopf wirft, auch, wenn es absolut nichts ändern sollte. Jede Stunde fällt es mir schwerer, dir nicht zu schreiben und den Kontakt so nonexistent sein zu lassen, wie er nun einmal ist. Ich liebe dich so sehr und wir haben schon so viel Scheiße hinter uns... haben wir es uns dann nicht endlich verdient, miteinander glücklich zu sein? Wir sind nie voneinander los gekommen und ich weigere mich zu akzeptieren, dass unsere Chance, nun zusammen zu sein, der Grund sein wird, der uns voneinander fern hält. Gut, du willst nicht, dass ich versuche dir Halt zu geben und zu helfen. Du verbindest nichts Schönes mehr mit mir. Und auch, wenn ich das nicht ändern kann - weißt du eigentlich, wie unfair das ist? Ich kann nichts für die entstandenen Konsequenzen und wenn du ehrlich zu dir selbst bist, waren sie vorhersehbar. Ich habe sogar hin und wieder danach gefragt, ob das wirklich alles so einfach machbar ist. Ich weiß nicht, ob du einfach nur optimistisch, verblendet oder ignorant warst, keine Ahnung - aber es war nichts, das überraschend kam und nichts, auf das ich Einfluss hatte. Der Grund, warum du da bist, wo du nun bist, ist, weil du unglücklich warst. Auch das solltest du nicht vergessen. Klar, ich habe mit rein gespielt, aber primär warst du unglücklich und du hast etwas unternommen, um das zu ändern. Dafür lasse ich mir nicht die Schuld zuschieben. Ich bin schuldig, dich glücklich machen zu wollen. Ich bin schuldig, dass ich mir eine schöne Zukunft mit dir ausgemalt habe und dass ich dafür auch mit dir durch die Abgründe gehen werde. Ich habe dich zu keiner Entscheidung gezwungen, die hast du alleine getroffen und das aus so viel mehr Gründen als nur mir. Wie oft sagtest du zu mir "Das will ich alles so nicht mehr"... ?
Und auch, wenn ich einerseits verstehe, dass, wenn du an mich denkst, du an all diese Probleme denkst, finde ich es andererseits einfach nur furchtbar unfair. Denn ich - wir - sind mehr als das und vor allen Dingen ist es auch alles nichts, das nicht erwartbar war. Ich habe mich darauf eingestellt und ich würde mich furchtbar gerne mit dir um alles kümmern, aber du hast mich zum Abbild des Schlimmen auserkoren, obwohl ich dazu nicht viel beigetragen habe. Hilft dir das, es besser zu verkraften, wenn ich die Böse in diesem Spiel bin? Ich verstehe immer noch nicht, wie du so radikal von "Liebe meines Lebens" zum "Fehler meines Lebens" umschwenken konntest. Ist da nicht ein Part in dir, der merkt, wie falsch das ist? Und wie es all das, was wir jetzt durchlebt haben und für das wir stehen wollten, entwertet? Wenn das nun der Weg für uns ist, nämlich, das es keinen gibt, dann hätten wir auch einfach direkt vor zwei Jahren den Schlussstrich ziehen können. Es tut mir weh, einfach nur weh. Ja, es ist alles scheiße und ja, wir haben einen Haufen Probleme vor uns, die daraus entstanden sind. Aber degradier mich und uns nicht zum Fehler. Denn das bedeutet, dass daran nichts Gutes gewesen wäre und wir wissen beide, dass dem nicht so ist. Wir waren was Gutes und wir können wieder was Gutes sein. Wenn du für dich deine Gedanken umsortierst, verstehst und akzeptierst, dass es nicht richtig ist, mich zum Abbild allen Schlechtes auszurufen. Weil es nicht fair mir gegenüber ist und weil es uns die Chance nimmt, noch einmal zueinander zu finden. Falls das überhaupt in deinem Kopf jemals eine Möglichkeit sein wird - denn ich kann das nicht mehr, ständig von dir aufs Abstellgleis geparkt und nicht über deine Entscheidungen informiert zu werden. Ich versuche es zu akzeptieren und damit zu leben, aber es tut nun einmal einfach verdammt weh. Ich liebe dich. Ich hab keine Worte dafür, wie sehr. Und das zerstört mich langsam, denn deine Form der Liebe ist eine Fahne im Wind - und ich wünschte, ich könnte dich dazu bewegen, die Windrichtung wieder für uns zu ändern. Und ich wünschte, ich könnte dir all das sagen, aber es ist einfach nur Schall und Rauch in meinem Hirn und Herzen. Denn ich weiß, dass du mir aktuell eh nicht zuhören oder mich nur noch mehr verteufeln würdest. Und auch das kann ich einfach nicht weiter ertragen.

"By my side you'll never be [...] and I want you to know that I, I can't let you go. [...] You tell me that you love me but you never wanna see me again."

Freitag, 4. Oktober 2019

Schlachtfeld-Reste.

Wie viel mehr noch? Was willst du mir noch alles entgegen werfen? Ich dachte wirklich, wir wären jetzt auf einem Weg. Einem guten Weg. Einem, von dem du vollkommen überzeugt bist, hinter dem du stehst und auf dem du mich entgegen meiner ganzen Zweifel einfach mitreißt. Und in dem Moment, in dem ich wirklich völlig dazu bereit bin, obwohl alles um mich brennt, rennst du weg. Warum? Willst du wirklich nur das, was du nicht haben kannst? Packt dich die Angst? Oder zweifelst du jetzt, wo wir beide unser ganzes Leben in die Luft gejagt haben, ob es wirklich das Richtige ist? Und warum sprichst du dann nicht mit mir darüber? Gerade noch wolltest du dein ganzes Leben mit mir verbringen, hast unsere gemeinsame Einrichtung geplant und dir Urlaub für schöne Tage genommen, die wir miteinander teilen wollten. Und sobald ich sagen will "Okay, scheiß auf alles, wir machen das jetzt" bist du wieder weg. Ich will diesen ganzen ungewissen Kram nicht. Ich will mich nicht fragen, warum du dich nicht meldest, ob du es dir wieder anders überlegt hast. Du wolltest dein Leben mit mir teilen. Dazu gehört nicht, vom Erdboden zu verschwinden und alles um dich herum zu ignorieren. Dazu gehört, dass man sich gemeinsam gegen den Sturm stellt, die Hand des anderen hält, sich ansieht und weiß, dass es zusammen irgendwie alles trotzdem gut wird. Weil man einander hat. Nach all dieser Scheiße, die hinter uns liegt. Nach all dem, was ich zwei Jahre lang mitgemacht habe, nach Beziehungen, die ich beendet habe und nach all dem, was du die letzten Wochen getan hast. Nach all dem haben wir uns doch genau das verdient. Sollten wir jetzt nicht beieinander sein? Den Wunsch haben, alles ins Rollen zu bringen, einander glücklich zu machen? Wirklich, ich möchte nichts lieber tun als das. Dafür haben wir gelitten, gekämpft, gehadert und irgendwie doch immer wieder den Weg zurück zu einander gefunden. Weil es ohne einander einfach nicht geht. Du erzählst mir, dass du mich liebst, dass du unbeschreibliche Gefühle hast und keine Woche später verschwindest du vom Erdboden. Lässt mich ins Leere laufen. Ich trau mich ja nicht einmal dir zu sagen, dass ich dich auch brauche. Sollte so eine Beziehung aussehen? Dass man sich nicht traut, dem anderen seine Bedürfnisse mitzuteilen? Dass man kein Problem damit hat, sich einfach irgendwo hin zurückzuziehen, wo der andere einen nicht mehr erreichen kann? Ich dachte, das hätten wir nun hinter uns. Ich dachte, wir stehen jetzt zueinander und nebeneinander. Ich dachte, wir starten jetzt was ganz Großes, auch wenn es schwierig ist. Aber weil es genau das ist, was wir beide wollen. Und stattdessen frage ich mich mal wieder, was du überhaupt willst. Ob du selbst überhaupt weißt, was du willst - und ob das wirklich ich bin. Du hast immer viel Scheiß erzählt, wenn der Tag lang ist. Ich wollte und will glauben, dass das jetzt ein Ende hat. Ich will dir vertrauen. Ich will auf uns vertrauen. Aber du machst es mir so unglaublich schwer gerade. Weil du mich vollkommen aus deinem Leben raus sperrst und ich nur Rätselraten veranstalten kann. Erwartest du gerade von mir, dass ich damit okay bin? Ich mache mir Sorgen, unfassbar große Sorgen. Zuerst mal um dich und dann vor allen Dingen um uns. Ist dir das egal? Wie oft willst du noch so derartig mit mir Ping Pong spielen? Ich kann das nicht mehr. Ich gehe daran kaputt. Ich hab mein ganzes Leben hierfür in die Luft gejagt und auch, wenn es weh tat und schlimm war, ich dachte, es lohnt sich für das hier. Nur, dass "das hier" gerade nicht mal mehr existent ist und ich keine Ahnung habe, woran ich bin. Was ist so schwer daran, mit mir zu sprechen? Und wie genau stellst du dir die Zukunft vor, wenn es denn wirklich eine für uns beide geben soll? So? Dass du mich auf Pause stellst, obwohl du ein Leben mit mir verbringen willst? Du tust mir weh. Vielleicht denkst du, gar nichts zu tun, ist die beste Lösung. Aber dem ist nicht so. Sie tut einfach nur weh. Ich würde wirklich gerne mit dir alt werden, aber damit das funktioniert, gehören da zwei zu. Und, dass man einander mit einbezieht. 

"But I don't care what they say, I'm in love with you. They try to pull me away but they don't know the truth. My heart's crippled by the vein that I keep on closing - you cut me open and I keep bleeding, keep keep bleeding love."

Sonntag, 25. Februar 2018

Herzkampf.

Ich hätte gekämpft. Hättest du etwas gesagt oder mich gefragt, ich hätte gekämpft. Hättest du mir nur einen Grund gegeben, ich hätte gekämpft. Um dich. Um das hier. Um all das dazwischen. Weil du etwas in mir ausgelöst hast, das ich so nicht mehr kannte, das ich vermisst und bei dir, in dir gefunden habe. Bei dir fühle ich mich lebendig, selbst in den schlechten Momenten. Ich sauge alle von ihnen auf. Dein Lachen, deine abschätzigen Kommentare, die abfälligen Blicke, das Abschweifen deiner Gedanken, jeder Hieb gegen mich und jede kleine positive Geste. Du machst mich wahnsinnig, in jede erdenkliche Richtung. Wahnsinnig glücklich, wenn wir miteinander lachen oder du mich in den Arm nimmst. Wahnsinnig wütend mit deiner Arroganz und Ignoranz. Wahnsinnig zufrieden, weil ich bei dir ich selbst sein kann und ich tausend Dinge wüsste, wie ich gern mit dir ganz simpel Zeit verbringen würde und es trotzdem schön wäre. Wahnsinnig verzweifelt, weil ich nicht mehr schlau daraus werde, was du eigentlich willst und wie ich mit dir umgehen soll. Wahnsinnig ekstatisch, weil du bei mir einen Schalter umlegen kannst, mit dem du all die Anziehung einfach so mal eben anknipst. Und auch, wenn all das vielleicht auf Dauer mein Untergang sein könnte, hätte ich genau darum gekämpft. Weil das zwischen uns einfach unglaublich intensiv ist und es genau das ist, was ich will. All die Ratlosigkeit, Wut, das Glück, die Zufriedenheit. Ich will mich lautstark mit dir streiten und mich danach auf dich stürzen, ich will mich gemütlich mit dir vor den Fernseher hauen und auf Konzerten mitgröhlen. Ich will mit dir schweigen und über belanglose Dinge reden können. Ich will deine Freunde kennenlernen, deine ganzen Eigenarten und Spleens. Ich will dich mit einer Nerf-Gun durch die Gegend jagen, will dich auf die Palme bringen und dass du das genauso mit mir machst. Ich will das ganze Paket, den langweiligen Alltag, die stressigen Wochen, die entspannten Abende. Weil ich glaube, dass das funktionieren könnte. Auch, wenn wir uns in den Wahnsinn treiben oder vielleicht auch gerade deswegen. Denn ganz unten unter allem anderen ist da auch eine ganz großartige Freundschaft und ich glaube fest daran, dass es keine bessere Basis gibt als so etwas. Dass selbst, wenn all die intensiven Gefühle und der Wahnsinn mal abflauen und ruhiger werden, genau das bleibt und dafür sorgt, dass es funktioniert. Dass man füreinander da ist, miteinander lebt. Ich will mit dir gemeinsam lebendig sein. Und Gott, was hätte ich dafür gekämpft. Wenn du irgendwas davon auch so sehen würdest, wenn du was sagen würdest.
Also ist alles, für das ich noch kämpfen kann, unsere Freundschaft. Weil ich die nicht aufs Spiel setzen möchte, indem ich in einen bereits verlorenen Kampf um das, was da noch mehr zwischen uns ist, ziehe und du am Ende alle Bande kappst. Weil ich mir selbst auch die Schmerzen und Erniedrigung sparen möchte und nichts kaputt machen will. Ich weiß nicht, ob du weißt, was du verpasst. Eine liebende, leidenschaftliche junge Frau, die mehr Energie darauf verwenden würde, dich zu unterstützen und glücklich zu machen, als dass sie an sich denkt. Die versuchen würde, dir genau das Gefühl von zuhause zu sein zu vermitteln, das du ihr gibst. Die das Essen fertig hat, wenn du von der Arbeit kämst, die dir zuhört und die mit dir wahnsinnig ist. Die sich abends neben dir zusammenrollt und einfach gern dabei zuschaut, wie du den Dingen nachgehst, die dir Freude bereiten. Die versucht, jeden Moment so intensiv zu leben, wie es gerade möglich ist. Der Geld egal ist, weil sie lieber den Kopf in den Wolken hat, Träume jagt und ein unglaublich großes Herz hat. Die niemals ohne Grund und einfach so gehen würde, die lieber an Problemen gemeinsam arbeitet, statt einfach aufzugeben und es hinzunehmen. Ich weiß nicht, was du stattdessen hast. Woher auch. Aber ich hoffe zumindest, dass es dich so glücklich macht, wie ich es gerne tun würde. Dass der Grund, warum sich zu kämpfen nicht lohnt, mehr als pure Gemütlichkeit ist. Ich hab mich damit abgefunden, dass all das für mich unerreichbar bleiben wird und trotzdem. Hättest du etwas gesagt, ich hätte gekämpft.

Wherever I'll go you'll be with me, my first tought and my last. We'll depart in bitterness, one day you'll understand. Carry on, beloved maiden mine, carry on or we have to pay the price. Will you still wait for me, will you still cry for me? Come and take my hand.