Eine der nervigsten Dinge, die einem beim Fußball passieren können - es wird auf den Abpfiff gewartet, der Ball wird einfach nur von einer Ecke in die nächste geschoben, der Ballbesitz soll nicht verloren werden und auch ansonsten am Besten nichts passieren. Außer vielleicht, wenn man selbst nochmal eine gute Situation kriegt. Was bei einem Spiel schon nervig und frustrierend für alle Zuschauer und Gegner ist, vielleicht sogar für die eigene Mannschaft, ist im wahren Leben nicht anders.
Du wartest seit gefühlten Ewigkeiten, siehst, wie der Ball am Fuß eines anderen klebt und ihn dort einfach nicht verlassen will. Du weißt, dass alles von ihm abhängt, davon, wie er mit dem Ball umgeht. Ob er überhaupt mit ihm umgeht. Und was machst du solange? Teilnahmslos daneben stehen und warten? Dich ärgern, frustriert sein? Dazwischen rennen und dich bemerkbar machen, damit dein Gegenüber unter Druck gerät? Oder auf den günstigen Moment warten, wo er einen Fehler begeht, damit du alles an dich reißen kannst? Hoffen, dass er sich von alleine besinnt, dass er nicht alleine auf dem Spielfeld steht? Zu viele Möglichkeiten und doch implizieren alle irgendwie eins: Wenn man das Spiel nicht völlig versauen will, dann muss man geduldig sein. Darauf warten, dass er einen vielleicht doch noch an sich heran lässt, irgendwie, in einem günstigen Moment. Oder einsehen, dass man hier falsch ist, dass man sich eine neue Position oder vielleicht sogar ein neues Spiel suchen sollte, weil Zeitspiel unbefriedigend für die Seele ist - zumindest, wenn man selbst so bereit für das Spiel ist, wie man nur sein kann. Vielleicht kann man auch nicht mehr das Gesicht aufrecht erhalten, so tun als wäre einem das alles egal und man wäre ja geduldig, das bisschen sinnlose Gedribbel und Gelaufe von einem selbst passt schon. Denn irgendwann passt es nicht mehr, man muss wieder aus so einer bedeutungslosen Nebenrolle raus, weil man sich selbst den Spielregeln der anderen untergeordnet hat. Spielregeln, deren Sinn man zwar irgendwo sehen mag, denen man sich aber schon so lange untergeordnet hat, dass man sich fragt, wann man einmal selbst am Zug ist. Wann man aus der passiven, wartenden Rolle ausbrechen kann, sich endlich auf das große, weite Spielfeld begeben kann. Denn beim Zeitspiel zuzuschauen ist auch nicht besser, als die gesamte Zeit über nur auf der Reservebank zu sitzen. Eigentlich ist die genau dann noch schöner, denn dann muss man wenigstens nur zugucken - kann sich lauthals darüber aufregen, aber ist zumindest nicht persönlich involviert. Es ist ermüdend zum Anschauen, doch bei einer Selbstbeteiligung will man eigentlich nur noch, das was passiert. Wurd ja jetzt schon genug nur Ball-Schupsen gespielt. Egal ob vorwärts oder rückwärts, es muss Bewegung rein kommen, ansonsten sieht man sich selbst vom Spielfeld gehen, denn irgendwann kann man nicht mehr ausharren. Nicht, wenn man das schon so oft getan hat und sich mit jedem Mal geschworen hat, es nicht mehr zu tun, dann lieber entweder das ganze Spiel aufmischen oder gehen. Oder weiter hilflos dabei zusehen, wie man weiterhin der Depp vom Dienst ist und auch bleibt.

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