Einatmen. Ausatmen. Versuchen, sich selbst zu beruhigen, weil doch alles in Ordnung ist. Eigentlich. Zumindest, wenn man sich mal so die Oberfläche anschaut. Wieso sollte es einem schon schlecht gehen? Gibt doch keinen Grund. Und trotzdem packt einen eine unendliche Traurigkeit, das Bedürfnis zu weinen und hey, wenn gerade alles passt (oder auch dann, wenn dem gerade nicht der Fall ist), dann tut man das auch. Für ein paar Sekunden, Minuten, vielleicht eine oder mehrere Stunden oder aber sogar ganze Tage. Und spätestens dann weiß man, dass etwas doch nicht in Ordnung ist und man eine Runde "Finde den Fehler im Bild" spielen darf. Dabei sollte das doch gar nicht so schwer sein, denn gerade dann, wenn die emotionalen Ausbrüche kommen, steht es doch dafür, dass man sich schon irgendwie damit beschäftigt hat und einem mittlerweile nur ziemlich unbewusst etwas klar geworden ist. Etwas, das man jetzt nur noch bewusst irgendwie zu verarbeiten hat. Wenn man sich dann einmal zur Fehlersuche aufgerafft hat, dann findet man ihn in der Regel auch recht zügig. Und dann?
Hat man dann erst einmal herausgefunden, was denn eigentlich das Problem ist, fällt zumindest eine Last von den Schultern, nur um Sekunden später wieder eine neue aufgeladen zu bekommen, die einem genauso den Brustkorb zuschnüren wird. Wäre ja auch immerhin mal zu schön, wenn die Welt nicht wieder sofort aufs Neue kompliziert werden würde, sondern einfach nur für einmal alles schön und normal sein lässt. Aber andererseits - was ist heutzutage noch normal? Wie immer ist es der ewige Schlachtruf "Es muss sich was ändern!", der durch den ganzen Körper hallt. Und mit ihm so viel anderes, Zweifel, Angst, noch mehr Tränen, Unsicherheit. Eine ganze Menge davon sogar, denn nichts macht so unsicher wie die Zukunft und dem Wissen, dass sich etwas ändern wird. Aber es muss sein, denn ansonsten hätte der eigene Körper wohl nicht auf die emotionale Notbremse getreten und wenn man nun ehrlich zu sich selbst ist, hat es einen ja doch schon eine Weile belastet, man war eben nur ganz groß im Ignorieren. Andererseits stellt sich die Frage, ob man nicht gerade nicht einfach wieder überemotional ist, weil man es in letzter Zeit so oft war. Oder ob man es war, weil einem das hier so klamm und heimlich belastet hat. Man sollte nun wohl am besten den Kopf frei bekommen, doch wenn man zu voll gestopft ist mit Emotionen gestaltet sich das wohl als ziemlich schwierig.
Wo ist eigentlich dieser blöde Emotionen-Aus-Knopf? Wenn es ihn gäbe, dann steckte man wahrscheinlich nicht mal in dieser wieder einmal völlig überfordernden Situation, in der alles, was ein anderer tut, einem nur noch mehr weh tut, weil man weiß, wo man sich selbst auf dem Schachfeld befindet. Wie ausgeliefert man im eigentlichen Sinne doch ist und dass man es so nicht mehr durchhält, so ein ständiges Auf und Ab. Zwischen dem, was sein könnte und dem, was niemanden etwas angeht. Zwischen Hoffnungen haben und keine Erwartungen stellen wollen. Eingekesselt in Wunschbildern und der eigenen Überforderung. Vielleicht sollte man doch einfach noch was Zeit vergehen lassen, den eigenen Emotionen trotzen. Oder endlich mal den Mumm besitzen, das zu tun, was man tun wollte, auch wenn es so böse enden kann und es wahrscheinlich auch wird. Oder aufhören zu jammern. Auch wenn man das wahrscheinlich von all diesen Dingen noch am Besten kann.
Wo ist eigentlich dieser blöde Emotionen-Aus-Knopf? Wenn es ihn gäbe, dann steckte man wahrscheinlich nicht mal in dieser wieder einmal völlig überfordernden Situation, in der alles, was ein anderer tut, einem nur noch mehr weh tut, weil man weiß, wo man sich selbst auf dem Schachfeld befindet. Wie ausgeliefert man im eigentlichen Sinne doch ist und dass man es so nicht mehr durchhält, so ein ständiges Auf und Ab. Zwischen dem, was sein könnte und dem, was niemanden etwas angeht. Zwischen Hoffnungen haben und keine Erwartungen stellen wollen. Eingekesselt in Wunschbildern und der eigenen Überforderung. Vielleicht sollte man doch einfach noch was Zeit vergehen lassen, den eigenen Emotionen trotzen. Oder endlich mal den Mumm besitzen, das zu tun, was man tun wollte, auch wenn es so böse enden kann und es wahrscheinlich auch wird. Oder aufhören zu jammern. Auch wenn man das wahrscheinlich von all diesen Dingen noch am Besten kann.

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