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Donnerstag, 3. Juli 2014

Distanzierte Annäherung.

So viele Dinge zwischen uns sind mittlerweile ein Jahr her, teils noch länger. Vor kurzem ist der erste Kuss ein Jahr her gewesen, bald ist der Moment, an dem ich wusste, dass es für mich emotional bald kein Zurück mehr gibt, ein Jahr her. Und bald jährt sich auch die Zeit, in welcher alles schief gelaufen ist. Ich kann mir nicht mal vernünftig das Geburtsdatum meines Vaters merken, aber das ist alles in meinem Kopf eingebrannt. Weil du mir so ungeheuer wichtig bist. 
Du hast keine Ahnung, wie glücklich es mich gemacht hat, als du letztens endlich wieder mit mir geredet hast. Vielleicht, weil du keine andere Wahl hattest, andererseits war es immerhin so eine halbe Zusage zum Billard. Es war kein Nein. Und ich weiß, dass du nicht mit mir reden würdest, wenn ich nicht immer und immer wieder dich mit meinen Fragen belästigen würde. Ich hab dich garantiert mit meinen tausend things to do überfahren und es tut mir auch Leid, aber es hat mich einfach so froh gemacht, wieder mit dir zu reden. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so glücklich war, wie in dem Moment. Es hat mir jedenfalls eine riesige Last genommen und ich hoffe sehr, dass vielleicht wieder etwas von unserem alten Wir zurück kommt, wenn auch nur ein bisschen. Es ist mir nicht mal peinlich, dass meine Knie so gezittert haben, dass ich mich nach der Umarmung fast auf die Nase gelegt hätte. Es ist mir egal. Weil du eine Kettenreaktion an Emotionen in mir auslöst, deren Größe ich gern selbst einmal vergesse, außer, ich stehe auf einmal zitternd da. Aber es ist mir egal. Immerhin hast du gelacht, als ich mich fast auf die Nase gelegt habe. Und wenn ich wirklich dafür hinfallen müsste oder sonst wieder unglaublich dumme Sachen tun müsste, nur um dich zum Lachen zu kriegen, es wäre mir egal. Von mir aus breche ich mir Füße und Arme. Denn dein Lachen war schon immer wertvoll für mich. Es ist so schön und es tut so gut, dich hin und wieder lachen zu sehen, wenn du mit anderen redest, deine Witze machst... ich glaube, du merkst selbst in den Momenten nicht, dass du lachst, dass es noch da ist, dass es nicht weg ist. Weil es für kurze Momente auch deine Augen erreicht. Und das ist schön. Und es ist mir so egal, dass du bei mir diese Witze nicht machst, dass du bei mir nur lachst, wenn ich wieder dumm bin, immerhin lachst du irgendwo mit irgendwem und das ist so viel wert. Wenn du wieder glücklich wirst, glücklich bist, dann ist mir das genug. 
Natürlich wünschte ich mir, dass du auch von deiner Seite aus mit mir reden willst, dass deine Antworten nicht nur kurz und knapp sind. Aber immerhin redest du wieder mit mir. Du hast keine Ahnung, wie viel mir das bedeutet. Und dass du (hoffentlich) ehrlich zu mir bist, mir nicht einen auf heile Welt machst, nur, damit ich dich in Ruhe lasse. Vielleicht gibt es also doch noch einen Weg, wie ich dich erreiche. Ich hab dir immer gesagt, dass ich nerve und dass du es wohl über kurz oder lang auch so empfinden wirst. Hast du wahrscheinlich schon längst. Aber ich habe dir auch immer und immer wieder gesagt, dass du es mir sagen sollst, wenn all das genug ist, wenn es reicht, wenn ich aufhören soll und das hast du nie. Also höre ich nicht auf. Ich weiß, man sollte Dinge loslassen, denen man hinterher rennen muss, um sie in seinem Leben zu behalten. Aber genauso soll man für das kämpfen, das einem wichtig ist. Das habe ich immer getan, ich habe bisher immer verloren, aber bei dir weiger ich mich, aufzuhören, solange du mir nicht sagst, dass es sinnlos ist. Schweigen und mindestens eine Lüge haben mich nicht dazu bewegt, zu gehen. Ignoranz, viele Schmerzen, verdammt wenig Selbstrespekt und jede Menge Selbsthass. Aber ich bin noch da. Weil du den Weg in mein viel zu großes Herz gefunden hast, als ich es gerade für alle Welt verschließen wollte, weil du mir unglaublich wichtig als Mensch bist, weil ich nicht akzeptieren will, dass die Welt so scheiße ist, dass Menschen, die Glück verdient hätten, immer einfach nur mehr leiden. Ich hab davon genug gesehen, ich will nicht mehr, dass man mir das immer und immer wieder beweist, ich will dich glücklich sehen. Und deswegen macht mich jedes Lachen, das du wem anders schenkst, glücklich. Deswegen wäre ich vor wackeligen Knien fast umgefallen, als ich dich umarmen konnte, auch wenn deine distanzierter ist, als sie mal war. Aber es ist mir egal. Da ist wieder ein kleiner Spalt aufgegangen zu deinem Leben und allein das hat mir so vielen emotionalen Ballast abgenommen. Ich hoffe sehr, den Weg zu dir zurück zu finden, wenn du mich lässt. Und wenn du mich nicht lässt, dann habe ich Pech gehabt, Hauptsache, der Weg, den du dann gehst, macht dich glücklich. Und wenn du mich brauchst, dann werde ich weiterhin immer da sein, dich umarmen, zuhören, schweigen oder Blödsinn reden, was auch immer du von mir haben willst. Denn dafür bin ich da. Das hast du dir damals eingehandelt, als du mich in dein Leben reingelassen hast und dich selbst so schamlos bei mir hinein gelacht hast.
"You're a ghost town and maybe I'm a ghost but I will follow as deep as it goes. There's something inside to eat its way out from the middle, from the back of your mind and it kills you. There's something you don't know, something you don't know - I'll go wherever you go."

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